Neue Standards für die drahtlose Hochleistungs-Datenübertragung

Forscher aus Karlsruhe und Stuttgart haben die Lösung gefunden und vor Kurzem damit einen Weltrekord aufgestellt. Doch noch ist die Technologie nicht für die Praxis nutzbar. Es fehlen nämlich Standards für die Entwicklung der Geräte.

Prof. Thomas Kürner, Institut für Nachrichtentechnik an der Technischen Universtität Braunschweig, leitet die neuformierte IEEE 802.15 Study Group 100G*. Gemeinsam mit Kollegen, u. a. Japan, China und den USA, will er die Datenübertragung im extrem hochfrequenten und daher bisher noch wenig genutzten Terahertzbereich für die industrielle Anwendung nutzbar machen.

Immer größere Datenmengen prägen unsere Alltagsumgebung. Das betrifft nicht nur die Datenspeicherung und –verarbeitung, sondern selbstverständlich auch die Datenübertragung. Die konventionellen Netze geraten hierbei in absehbarer Zukunft an ihre Grenzen. Neue Perspektiven verspricht die Terahertzkommunikation.

Daten werden im Frequenzbereich zwischen einem und einem zehntel Millimeter übertragen, einem Bereich, der bisher noch wenig genutzt wird. Dabei ist Pionierarbeit gefragt. Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit dem 100 Gigabit in nur einer Sekunde drahtlos übertragen werden können. In der Praxis ist dies aber noch nicht einsetzbar.

„Derzeit kann man die Terehertztechnologie noch nicht für die mobile Datenübertragung, etwa auf ein Handy, nutzen,“ erläutert Kürner. „Bevor die Industrie entsprechende Technologien entwickelt, braucht sie verlässliche Standards, die wir und die Kollegen in den nächsten Jahren gemeinsam entwickeln wollen. Erstes Ziel des Standards wird es sein, drahtlose Punkt zu Punkt-Verbindungen einsatzfähig zu machen.“

Schon jetzt lassen sich interessante Anwendungsbereiche identifizieren. Ein Beispiel sind die Verbindungen der Mobilfunkantennen zum jeweiligen Kernnetz, die künftig immer leistungsfähiger sein müssen, um den Bedürfnissen mobiler Nutzer zu entsprechen. Auch in den Hochleistungs-Serverfarmen (Datencentern) von IT-Unternehmen können die drahtlosen Punkt-zu Punkt-Verbindungen sinnvoll sein. Die Funkübertragung kann hier wirtschaftlicher sein, als jeweils die Glasfaserkabel austauschen zu müssen.

Der nächste darauf aufbauende Schritt auf der Agenda der Forscher ist die Übertragung auf mobile Geräte.

* IEEE ist der Weltverband von Ingenieuren aus der Elektrotechnik und Informationstechnik. Vergleiche auch die Presseinformation der IEEE-Standards Association:

http://standards.ieee.org/news/2013/ieee_802.15.3_sg.html

Kontakt:

Prof. Dr.-Ing. Thomas Kürner
Institut für Nachrichtentechnik
Technische Universität Braunschweig
Schleinitzstr. 22, D-38092 Braunschweig
Tel.: +49 531 391 2416
E-Mail: t.kuerner@tu-braunschweig.de

Media Contact

Dr. Elisabeth Hoffmann idw

Weitere Informationen:

http://www.ifn.ing.tu-bs.de

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