Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Software ermöglicht Meinungsumfragen per Smartphone

19.08.2013
Wissenschaftler der Abteilung Automatische Sprachverarbeitung am Institut für Informatik der Universität Leipzig haben zusammen mit dem Leipziger Unternehmen elements and constructs eine Software entwickelt, mit der Meinungsumfragen ganz leicht zum Beispiel über das Smartphone möglich werden – eine Neuheit am Markt, die von der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig finanziell gefördert wird.

Wenn auf Konferenzen oder Tagungen bisher nach der Meinung der Teilnehmer gefragt wurde, verbrachte der Moderator viel Zeit damit, die Antworten zu notieren und später auszuwerten. Heute reicht es, wenn die Teilnehmer ihre Smartphones oder Tabletcomputer zücken und ihr Feedback mithilfe einer neuen Anwendung kundtun:

Über "ted:word" können sie ihre Aussagen als Freitext eingeben; die Software aggregiert die gesammelten Antworten dann zu übergeordneten Schlagwörtern, die nach der Befragung direkt ausgewertet werden können. Dies ermöglicht die Abfrage einer potenziell unbegrenzten Anzahl an individuellen Meinungen.

Bei "ted:word" handelt es sich um ein Software-Add-In, also eine Erweiterung einer bestehenden Software. Die Neuentwicklung basiert dabei auf "ted:work", einer Software, die von der elements and constructs GmbH & Co. KG (eac) aus Leipzig entwickelt und im März dieses Jahres auf den Markt gebracht wurde. Mit dieser Software können bereits jetzt Abstimmungen in Großgruppen mit geringem technischen Aufwand durchgeführt werden. Über PowerPoint führt der Abstimmungsleiter die Abfrage; die Teilnehmer können via QR-Code oder durch die Eingabe einer URL mit ihren webfähigen Endgeräten an der Abstimmung teilnehmen. Die Resultate der Befragung stehen danach sofort zur Verfügung.

"Ted:work" stößt jedoch auf sprachliche Grenzen: Die Software ist beschränkt auf Abstimmungs- bzw. Mitbestimmungssituationen, bei denen die Antwortmöglichkeiten durch den Abstimmungsleiter vorgegeben werden. Freie Texteingabe ist nicht möglich. Hier kommt die Abteilung Automatische Sprachverarbeitung ins Spiel. Mit ihrem Wissen über die automatische semantische Verarbeitung von Texten und einer Sammlung umfangreicher mehrsprachiger linguistischer Ressourcen in Form von Wortlisten liefert die Abteilung Automatische Sprachverarbeitung das nötige Know-how für die Ergänzung von "ted:work". Dadurch ist beim Add-In "ted:word" eine Freitexteingabe und semantische Analyse der Abstimmung möglich.

Die Industrie- und Handelskammer zu Leipzig unterstützt das Kooperationsprojekt durch Zuwendungen aus dem Sondertopf "Wirtschaft trifft Wissenschaft" finanziell. Seit 2003 fördert die IHK Leipzig Projekte der Zusammenarbeit der Leipziger Hochschulen mit regionalen Unternehmen. Dadurch soll der Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft, aber auch die Erschließung von Kenntnissen und Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis für die Hochschulen gefördert werden.

Die Abteilung Automatische Sprachverarbeitung am Institut für Informatik der Universität Leipzig entwickelt Verfahren zur automatischen semantischen Analyse geschriebener Sprache. Ziel ist es dabei, Wissen aus geschriebenen Texten automatisch zu extrahieren. Die daraus entwickelten Methoden zum Text und Trend Mining sowie Content- und Wissensmanagement werden unter anderem in Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie eingesetzt.

asv.informatik.uni-leipzig.de

Die Leipziger elements and constructs GmbH & Co. KG (eac) bietet seit 2007 psychologische Softwarelösungen und Beratung an. Auf Basis fundierter psychologischer Erkenntnisse entwickelt die eac IT-Methoden und setzt diese in Coaching und Beratung, Marktforschung sowie Organisations- und Unternehmensentwicklung ein. www.elementsandconstructs.de

Dominique Bielmeier
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Gerhard Heyer
Institut für Informatik
Telefon: +49 341 97-32231
E-Mail: heyer@informatik.uni-leipzig.de
Web: www.asv.informatik.uni-leipzig.de/staff/Gerhard_Heyer
Dr. Matthias Rosenberger
elements and constructs GmbH & Co. KG
Telefon: +49 341 31919940
E-Mail: m.rosenberger@elementsandconstructs.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie