Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue App hilft beim Benzinsparen

26.08.2015

„myDrive“ analysiert die Fahrweise und hilft Autofahrern, ihren Kraftstoffverbrauch zu senken.

Forscher des Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement der Universität Augsburg haben eine App entwickelt, die durch das Smartphone das Fahrverhalten analysiert und Auskunft darüber gibt, wie sich dieses auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Ziel ist es, für eine kraftstoffsparende und dadurch umweltschonende Fahrweise zu sensibilisieren.


Die an der Universität Augsburg entwickelte App "myDrive" analysiert das Fahrverhalten und sensibilisiert so für sprit- und umweltschonendes Autofahren.

Foto: Manuel Lichtenberger

Wie lässt sich technologischer Fortschritt einsetzen, um die Energiewende voranzubringen und den Klimawandel einzuschränken? Eine Antwort auf diese Frage ist eine neue App, die Autofahrerinnen und Autofahrer motivieren soll, ihre Fahrweise so zu verändern, dass weniger Kraftstoff verbraucht und damit auch der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid gesenkt wird.

„Jeder einzelne von uns kann durch Veränderung seines Verhaltens einen Beitrag dazu leisten, den Klimawandel abzuwenden“, meint Prof. Dr. Henner Gimpel, Professor für Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Augsburg. Studien belegen, dass ein Einsparpotential von bis zu 10 % des Kraftstoffverbrauchs durch Verhaltensänderungen möglich ist. Der ADAC spricht sogar von bis zu 20 % weniger Kraftstoffverbrauch.

Das Smartphone misst das Fahrverhalten – bequem und ohne Zusatzkosten

Das Ziel der neuen App ist es, den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen zu senken. „Eine gleichmäßigere Fahrweise, die Kraftstoff spart und CO2-Emissionen senkt, kann durch die aktive Reflexion des eigenen Verhaltens erreicht werden.

Dabei kann die App helfen, ohne dass der Fahrspaß darunter leidet“, meint Gimpel. Dass die Idee funktioniert, da ist er sich sicher. Denn die einen würden Geld sparen wollen, die anderen einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und wieder andere würden besser fahren wollen als andere. Beweggründe, mit Hilfe von „myDrive“ seinen Fahrstil tatsächlich zu ändern, gibt es also viele.

„Die App nutzt Beschleunigungssensoren und GPS des Smartphones, um das Fahrverhalten zu messen“, erklärt der Wirtschaftsinformatikstudent Sebastian Heger, der „myDrive“ im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelt hat. Nach jeder Fahrt trägt der Fahrer zudem den Durchschnittsverbrauch, den das Auto anzeigt, in das Smartphone ein und erhält eine Auswertung, wie sein Fahrverhalten zu bewerten ist. Dabei liefert die App auch noch wertvolle Tipps zum Spritsparen und ermöglicht einen Vergleich mit anderen Fahrern ähnlicher Fahrzeugtypen.

„Der Vorteil unserer App ist, dass sie kostenlos ist und ohne zusätzliche Hardware oder weiteren Aufwand genutzt werden kann“, erklärt Dominikus Kleindienst, der als Doktorand die Masterarbeit betreut. Andere Systeme, die auf Fahrzeugdaten zugreifen, würden sogar bis zu 100 Euro kosten. Ein weiterer Vorteil: Hinter der App stehen keine kommerziellen Interessen, sondern wissenschaftliches Erkenntnisinteresse sowie der Wunsch, etwas zum Klimaschutz beizutragen. Auch der Datenschutz ist den Forschern dabei wichtig. Die App greift nur auf die nötigsten Funktionen des Smartphones zurück und verwendet Daten nur anonymisiert.

Das Projekt ist Teil der Forschung zu Digitalisierung und Informationstechnologie am Kernkompetenzzentrum für Finanz- und Informationsmanagement, das eng mit der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für angewandte Informationstechnik FIT kooperiert. „Die Masterarbeit hat mir tolle Einblicke in die Forschung gegeben, und ich werde dieses spannende Thema nun im Rahmen einer Promotion am Kernkompetenzzentrum weiter vertiefen“, so Sebastian Heger.

Die App „myDrive“ vom FIM Research Center steht für Android Smartphones im Google Playstore oder unter http://www.mydriveapp.de kostenlos zur Verfügung.

Weitere Informationen:
http://www.facebook.com/mydriveapp


Ansprechpartner:

Prof. Dr. Henner Gimpel
Professur für Wirtschaftsingenieurwesen?Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT
Universität Augsburg
henner.gimpel@fim-rc.de
Telefon: 0821 598-4818

Dominikus Kleindienst
dominikus.kleindienst@fim-rc.de
Telefon: 0821 598-4862

Sebastian Heger
sebastian.heger@fim-rc.de
Telefon: 0821 598-4838

Weitere Informationen:

http://www.mydriveapp.de
http://www.facebook.com/mydriveapp

Klaus P. Prem | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics