Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Chips „Made in Rüsselsheim“:Hohe Datensicherheit, da physikalisch nicht klonbar

25.11.2014

Erstmals wurden jetzt der Öffentlichkeit Chips präsentiert, die einen bedeutenden technischen Fortschritt bei der Datensicherheit darstellen. Die zum Patent angemeldete Innovation besteht darin, dass diese Chips „Zufälligkeiten“ während der Chipfertigung „einfrieren“: Jeder einzelne Chip besitzt dadurch eine physikalisch nicht klonbare individuelle „DNA“. Das bedeutet, dass ein solch DNA-basierter Chip-Schlüssel nicht zu reproduzieren ist. Ein derzeit perfekter Schutz vor Missbrauch und Datenklau!

Entstanden sind die Chips durch eine interdisziplinäre Forschungsarbeit an der Hochschule RheinMain. Hier haben praktisches Know-how in der Chipfertigung und theoretisches Know-how in der Kryptografie eine in Deutschland – soweit bekannt – erste anwendungsspezifische integrierte Schaltung hervorgebracht, die die modernste Kryptographie enthält.

Der in Rüsselsheim entworfene Chip enthält die erst seit 2013 genormte kryptographische Hashfunktion SHA3 und implementiert „physically unclonable functions“, die bei der sicheren Zufallszahlenerzeugung eine wichtige Rolle spielen.

Kryptografische Hashfunktionen werden u.a. dazu genutzt, digitale Signaturen zu berechnen – die milliardenfach beispielsweise beim E-Banking, Email und anderen sensiblen Datenverkehren verwendet werden. Um Sicherheitslücken zu schließen, gibt es seit dem Jahr 2013 die neu berechnete, inzwischen normierte SHA 3-Hashfunktion. Sie ist aus einem weltweiten Wettbewerb hervorgegangen, an dem auch die Hochschule RheinMain beteiligt war.

„Physically unclonable functions“ helfen bei der sicheren Erzeugung von Zufallszahlen, die eine zentrale Rolle in der Kryptographie und damit in der Datensicherheit spielen. Könnte man sie vorhersagen, wären alle damit verschlüsselten und signierten Daten gefährdet.

Der neue, in Rüsselsheim hergestellte Chip mit einer anwendungsspezifischen integrierten Schaltung (auch ASIC genannt, englisch „application-specific integrated circuit“) implementiert erstmals im akademischen Umfeld diese neue, als sehr sicher geltende SHA 3-Hashfunktion zusammen mit den erwähnten „physically unclonable functions“.

Diese Entwicklung ist aus der Zusammenarbeit von Prof. Dr. Matthias Harter und Prof. Dr. Steffen Reith hervorgegangen. Prof. Dr. Harter ist der Fachmann für Chipherstellung im Fachbereich Ingenieurwissenschaften am Studienort Rüsselsheim der Hochschule RheinMain. Prof. Dr. Reith leitet die Arbeitsgruppe „Theoretische Informatik“ am Studienort Wiesbaden, Fachbereich Design Informatik Medien.

Ein Doktorand der Arbeitsgruppe „Theoretische Informatik“ erarbeitete optimale SHA-3 Implementierungen und beteiligte sich in den USA an der Normung der neuen Hashfunktion. Zwei Masterarbeiten von Absolventen dieser Arbeitsgruppe wurden zudem in den letzten Jahren als beste Masterarbeiten in Deutschland ausgezeichnet.

Kontakte:
Prof. Dr. Matthias Harter: matthias.harter@hs-rm.de
Prof. Dr. Steffen Reith: steffen.reith@hs-rm.de

Dr. Ernst-Michael Stiegler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hs-rm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht KogniHome feiert die Wohnung der Zukunft
26.06.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie