Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nahtlose Ortung: Fraunhofer IIS kombiniert GNSS-, WLAN- und INS-Daten

04.05.2011
Die Lokalisierungsplattform (LOK-Plattform) des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS verbindet drei Lokalisierungstechnologien: GNSS, WLAN und Inertialsensorik (INS). Dadurch garantiert sie eine nahtlose Ortung.

WLAN wird vorrangig zur Lokalisierung innerhalb von Gebäuden eingesetzt, wie z. B. bei Museums- oder Messeführern. Mit Hilfe von GNSS kann man Positionen im Außenbereich bestimmen. Doch was passiert in Übergangsbereichen, in denen GNSS-Signale z. B. durch Gebäude oder andere Objekte gestört werden und WLAN nicht konstant verfügbar ist?


Bild: Fraunhofer IIS

Bisher wurde die Ortung kurzzeitig unterbrochen und eine genaue Position war nicht konstant verfügbar. Doch gerade die Ortung in diesen Übergangsbereichen spielt vor allem bei mobilen Anwendungen eine wichtige Rolle.

Die neue Lokalisierungsplattform des Fraunhofer IIS will diese Lücke schließen: Die Fraunhofer-Forscher haben eine komplette Hardware/Software-Plattform für die Erprobung von Algorithmen für eine nahtlose und durchgängige Ortung entwickelt. Dafür haben sie – neben dem Aufbau einer Hardware – die Daten der Lokalisierungstechnologien GNSS, WLAN und INS fusioniert.

Der Systemaufbau der LOK-Plattform besteht aus vier Hauptbestandteilen: Einem kompletten, am Fraunhofer IIS entwickelten, GPS/EGNOS/Galileo-Empfänger auf der Basis eines FPGA (Field Programmable Gate Array) – demnächst als ASIC (Application-Specific Integrated Circuit), einem Communication-Board für Korrekturdaten und einem Sensor-Board, welches die Bereiche WLAN und INS abdeckt. Weitere Sensoren und Schnittstellen, über die z. B. ein Tablet-PC zur Visualisierung angeschlossen werden kann, ergänzen die Entwicklungsplattform.

Neben der Hardware für die Plattform war die Entwicklung von Algorithmen für die Verarbeitung der Daten verschiedener Ortungstechnologien ein wesentlicher Schwerpunkt des Projekts. Durch den Zugang zu den Signalen auf den verschiedenen Systemebenen (GNSS, WLAN und INS) erleichtert die Plattform zudem die Untersuchung dieser neuen Algorithmen.

Mit der LOK-Plattform als Empfängersystem für Satellitensignale von der Antenne bis hin zur Positionsausgabe erweitert das Fraunhofer IIS seine Kompetenzen in den Bereichen Satellitennavigation, Mehrsensorsysteme und Sensorfusion. Diese Arbeiten wurden im Rahmen des Projektes »Galileo/ GPS-Lokalisierungsplattform für mobile Anwendungen« mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) durch die Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V unter dem Förderkennzeichnen 50NA0810 gefördert.

Die Fusion der Sensordaten dieser drei Lokalisierungstechnologien ermöglicht vielfältige Anwendungsbereiche: Robotik, Personenschutz, Orientierungshilfen für Rettungskräfte oder Führungssysteme z. B. für Städtetouren oder für Demenzkranke. So werden bestimmte Softwarekomponenten in Kürze in die vom Fraunhofer IIS entwickelte WLAN-Lokalisierungstechnologie awiloc® integriert.

Mehr Informationen zu awiloc® online unter: www.awiloc.de

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth, Würzburg, Ilmenau und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-Institut in der Fraunhofer-

Gesellschaft. Mit der maßgeblichen Beteiligung an der Entwicklung der Audiocodierverfahren mp3 und MPEG AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden.

In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen und entwickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten:

Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale Kinotechnik, Entwurfs automatisierung, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras, Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und Medizintechnik sowie Supply Chain Services. Mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von über 92 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von weniger als 25 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.

Marc Briele | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten
22.08.2017 | Fraunhofer IPM

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individuelle Gebäudehülle aus dem Drucker

24.08.2017 | Architektur Bauwesen

Wie sich Krebszellen gegen Chemotherapeutika „immun“ machen

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

"Comammox"-Bakterien: Langsam, aber super-effizient

24.08.2017 | Biowissenschaften Chemie