Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

mySmartGrid - Intelligente Gerätesteuerung verbessert CO2-Bilanz

29.09.2009
Gefördert von Bund und Land Rheinland-Pfalz im Konjunkturprogramm II, werden im Projekt "mySmartGrid" (http://www.mysmartgrid.de) am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern intelligente Steuerungssysteme für Haushaltsgeräte entwickelt.

Erneuerbare Energien sind weiterhin im Aufwind. Den unbestrittenen Vorteilen im Blick auf Umweltaspekte steht jedoch ihr nur sehr begrenzt planbares Verhalten entgegen. Sonnen- und Windenergie ergänzen sich zwar im Jahresverlauf hervorragend - aufgrund regeltechnischer Probleme werden aber zunehmend Windkraftwerke abgeschaltet. Wertvolle Energie wird so nicht genutzt.

Gefördert von Bund und Land Rheinland-Pfalz im Konjunkturprogramm II, werden im Projekt "mySmartGrid" (http://www.mysmartgrid.de) am Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern intelligente Steuerungssysteme entwickelt. Diese passen den Energieverbrauch der Erzeugung an. "Vernünftig wäre es, wenn ich meine Geräte dann einschalte, wenn sowieso viel Wind- oder Sonnenstrom im Netz verfügbar ist", erklärt Projektinitiator Dr. Franz-Josef Pfreundt. "Dabei möchte ich mir aber keine Gedanken über das aktuelle Energieangebot oder über den Schutz meiner privaten Verbrauchsdaten machen müssen."

An diesen Punkten setzt mySmartGrid an und ermittelt zunächst aus Sonne- und Windprognosen die für eine Nutzung günstigen Zeiten. Danach bündelt das Programm viele Haushaltsgeräte zu einem virtuellen Verbraucher. "Bei einigen Geräten ist das möglich, ohne dass man davon etwas merkt.", sagt Projektleiter Mathias Dalheimer. "Eine Gefriertruhe beispielsweise kann problemlos einige Stunden ohne Strom auskommen." Zusätzlich ist es möglich, die Temperatur stärker abzusenken, wenn gerade viel erneuerbarer Strom vorhanden ist. Mathematische Methoden ermöglichen es dabei, auf die bei "Smart Metern" genannten Stromzähler vorgesehene Übertragung von kundenspezifischen Verbrauchsdaten zu verzichten.

Schlüssel für diese Technologie ist die statistisch signifikante Bündelung der Stromnachfrage von vielen Privathaushalten. Dazu werden Energiemanager in den Haushalten installiert. Diese Geräte kennen die aktuelle Situation auf dem Strommarkt und können verschiedene Haushaltsgeräte steuern. Über Geräteadapter können Verbraucher, wie Tiefkühltruhen oder Wärmepumpen, gesteuert werden. Das Fraunhofer ITWM kann auf zehn Jahre Erfahrung mit Steuerung und Management von verteilten Systemen zurückblicken und ist führend in der mathematischen Modellierung, Berechung und Optimierung komplexer Systeme.

Bei mySmartGrid soll der Kunde direkt am Nutzen einer solchen Technologie partizipieren. Franz-Josef Pfreundt erklärt: "Wenn viel Strom auf dem Markt vorhanden ist, kann man diesen billiger einkaufen. Wenn umgekehrt wenig Strom vorhanden ist, kann ich Geld verdienen, wenn ich meinen Stromverbrauch reduziere - teure Kraftwerke müssen nicht hochgefahren werden." Diese Verfahren sind bei großen Stromabnehmern lange etabliert und werden auf das Projekt mySmartGrid übertragen: Die gesamte Nachfrage der Projektteilnehmer wird gebündelt am Strommarkt gehandelt. Die dabei entstehenden Gewinne kommen dem Verbraucher zugute. Das Projekt befindet sich in der Aufbauphase; Ziel ist es, mit den ersten Testkunden in der Mitte des kommenden Jahres Erfahrungen zu sammeln.

Unter www.mysmartgrid.de kann man sich als Testkunde registrieren lassen.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mysmartgrid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie