Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Musik-Tool komponiert Sound-Tracks

15.10.2012
GIMME GEMMA: KOMPOSITION KOMMT AUF KNOPFDRUCK

FH St. Pölten entwickelt Kompositions-Tool mit Fingerspitzengefühl

Musik für Filme und Games einfach selbst komponieren. Dies wird nun möglich durch das von der Fachhochschule St. Pölten entwickelte Software-Framework GeMMA. Dieses nützt ausgeklügelte Algorithmen, um die Kompositionswünsche der NutzerInnen umzusetzen. Die Einsatzmöglichkeiten von GeMMA stießen bereits vor Kurzem auf internationalen Konferenzen in Laibach und Korfu auf großes Interesse. Tatsächlich ist das Framework auch eine Basis für pädagogisch wertvolle Applikationen. Diese können zukünftig Kindern und Jugendlichen einen spielerischen Zugang zu klassischer Musik sowie Jazz eröffnen. Damit entwickelt die FH St. Pölten erneut Technologien, die zum interaktiven Entdecken von Komposition und Musik einladen.

Bewegte Bilder bewegen Gemüter erst mit dem richtigen Soundtrack. Doch woher nehmen, ohne zu stehlen? Nun wurde an der FH St. Pölten ein Software-Framework namens GeMMA (Generative Music for Media Applications) entwickelt, das Musikwünsche durch Beschreibung in Worten in eigens komponierte Musikstücke verwandelt. FH-Prof. DI Hannes Raffaseder, Leiter des ICM/T - Institut für CreativeMedia/Technologies - über GeMMA: "Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Erstellung von Soundtracks, Games und Imagevideos bis hin zur pädagogischen Musikvermittlung."

DAS AUGE HÖRT MIT

Zum Komponieren mit GeMMA brauchen NutzerInnen neben dem Bildmaterial, das vertont werden soll, ein wichtiges Hilfsmittel: die Sprache. Den Kompositionsprozess beginnen NutzerInnen nämlich mit sogenannten "semantischen Beschreibungen" der einzelnen Szenen im Film, Video oder Spiel. Diese lassen sich aus einer Vielzahl an Möglichkeiten wie z. B. "Liebe", "Krieg" oder "Tod" in einem Pulldown-Menü anwählen und festlegen. Aus diesen Einzel-Beschreibungen erstellt das Software-Framework ein Beschreibungsdokument. Es "erkennt" diese darin zusammengefassten Annotationen, indem es sie mit der eigens von der FH St. Pölten entwickelten Datenbank "Clip Library" vergleicht. In dieser befinden sich 500 Szene-Clips von 250 Blockbustern verschiedener Genres - von Madagaskar bis Matrix - gemeinsam mit Soundtracks und Beschreibungen dafür. Die Komposition erfolgt mithilfe von Algorithmen und auf Basis mathematisch formulierter Gesetzmäßigkeiten von Kompositionen, welche je nach Genre variieren. Nach Fertigstellung erhalten NutzerInnen eine Komposition basierend auf ihrem Beschreibungsdokument. Das Musikstück wird als MIDI-Datei ausgegeben und darf, als Neukomposition, lizenzfrei genutzt werden. Alternativ können NutzerInnen auch Referenzstücke als MIDI-Dateien an das System übergeben. Diese werden auf ihre Struktur hin analysiert und zu neuen Stücken verarbeitet, wobei NutzerInnen die "Distanz" bzw. "Ähnlichkeit" zu dem vorgegebenen Musikstück selbst wählen und einstellen können. Die Gestaltung bleibt also, ob beim Annotieren oder beim Komponieren auf Basis eines Referenzstücks, immer in den Händen der NutzerInnen.

KOMPOSITION - EIN KINDERSPIEL

Bei der Entwicklung der Algorithmen von GeMMA achtete das Team der FH St. Pölten von Beginn an darauf, dass diese auch für weitere Anwendungen genutzt werden können. Ein Beispiel dafür ist die Applikation "JazzPainter". Mithilfe dieser Applikation können NutzerInnen auf einem Tablet-PC ein virtuelles Jazz-Ensemble aus Bass, Gitarre, Klavier und Schlagzeug interaktiv zum Klingen bringen. Durch einfache Fingerbewegungen werden dabei die Instrumente in Relation zueinander auf dem Bildschirm positioniert: Nach "hinten" gestellte Instrumente werden hörbar leiser, während nach vorne gezogene Instrumente lauter werden. Möglich macht dies GeMMA, das im Hintergrund auf eine Datenbank mit Jazz-Standard-Melodien zugreift und laufend auf Basis der auf der Oberfläche veränderten Parameter Musik generiert. Nach zwei Jahren umfangreicher Entwicklungsarbeit wurde nun auf internationalen Konferenzen in Laibach und Korfu ein Teil der Projektergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorgestellt. Auch Institutionen, die sich mit Musikvermittlung beschäftigen, haben das Potenzial softwaregestützter Lernangebote längst erkannt. So entwickelt die FH St. Pölten derzeit eine Software-Anwendung für den schulischen Musikunterricht gemeinsam mit dem Ernst-Krenek-Forum Krems: Kinder und Jugendliche können damit künftig unterschiedliche Kompositionsmodelle spielerisch verstehen. Möglich wird dies durch eigens dafür konzipierte Benutzeroberflächen, die zum spielerischen Entdecken einladen.

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den Themengebieten Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 16 Studiengängen werden rund 2.000 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Kompetenzfelder Medientechnik, Medienwirtschaft, IT-Sicherheit, Simulation, Schienenverkehr, Gesundheit und Soziales. Es erfolgt ein stetiger Austausch zwischen Studiengängen und Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.
Wissenschaftlicher Kontakt:
FH-Prof. DI Hannes Raffaseder
Fachhochschule St. Pölten
ICM/T - Institut für CreativeMedia/Technologies Matthias-Corvinus-Str. 15
3100 St. Pölten
T +43 / (0)2742 / 313 228 - 616
E hannes.raffaseder@fhstp.ac.at
W http://www.fhstp.ac.at
Redaktion & Aussendung:
PR&D - Public Relations für Forschung & Bildung Mariannengasse 8
1090 Wien
T +43 / (0)1 / 505 70 44
E contact@prd.at
W http://www.prd.at

Dr. Katharina Schnell | PR&D
Weitere Informationen:
http://www.fhstp.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften