Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mond-Roboter lässt sich mit VR-Brille steuern

22.10.2014

Virtual-Reality-System Oculus Rift schickt Live-Bilder zurück zur Erde

Forscher der Carnegie Mellon University http://cmu.edu haben einen Roboter entwickelt, mit dem in Zukunft jeder Hobby-Astronom die Möglichkeit hat, den Mond zu erkunden.


Roboter "Andy" in Aktion: soll schon 2016 ins All starten

(Foto: astrobotic.com)

Der Prototyp namens "Andy" lässt sich durch Kopfbewegungen von der eigenen Couch aus steuern. Möglich wird das durch die Einbindung der Virtual-Reality-Brille Oculus Rift http://oculus.com , die als "Augen und Ohren" des Weltraumgefährts fungiert und Ton- und Videosignale zurück auf die Erde schickt.

"Unsere Vision ist ganz einfach: Es soll jeder auf der Erde die Chance haben, den Mond live durch die Augen eines Roboters zu erleben", zitiert BBC News den verantwortlichen Projektleiter an der Carnegie Mellon University, Daniel Shafrir.

"Es geht also nicht nur darum, dass wir zum Mond fliegen. Wir wollen den Mond auf die Erde bringen", stellt der Forscher klar. Längerfristig sei es durchaus vorstellbar, dass in einigen Jahren hunderte solcher Roboter auf dem Mond unterwegs sein werden. "Mit einer Oculus-Brille in jedem Klassenzimmer könnten die Kinder dann erleben, was bis zum heutigen Tage nur insgesamt zwölf Menschen erleben durften", meint Shafrir.

Einsatz von VR-Technologie

Für die Entwicklung des neuartigen Mond-Roboters hat sich das Forscherteam der Carnegie Mellon University mit dem Wetraumtechnik-Hersteller Astrobotic Technology http://astrobotic.com zusammengetan. Gemeinsam wurde dann nach Wegen gesucht, um die Steuerung von Andy so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Dabei stießen die Wissenschaftler recht schnell auf die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, die in ihrer Entwickler-Version bereits seit Anfang 2013 zur Verfügung steht (pressetext berichtete: http://pte.com/news/20130109013 ).

Mithilfe der VR-Technologie werden die Bewegungen des Kopfs des Users genau registriert und mit der Kamera des Robotergefährts abgeglichen. Sobald der Nutzer seine Blickrichtung ändert, ändert sich auch die Ausrichtung des "Kameraauges".

"Stellen Sie sich das Gefühl vor, Felsen und Krater betrachten zu können, die Milliarden Jahre alt sind. Wenn Sie den Kopf nach rechts drehen, schauen Sie in die dunklen Weiten des Weltalls. Sehen Sie nach links, blicken Sie auf Ihre Heimat, die Erde", beschreibt Shafrir.

Start bereits im Jahr 2016

Die innovative Roboterentwicklung der Carnegie-Forscher ist Teil des 2007 von Google initiierten Wettbewerbs "Lunar Xprize" http://lunar.xprize.org , mit dem der Suchmaschinenanbieter private Raumflugaktivitäten fördern will.

Ein Preisgeld von insgesamt 30 Mio. Dollar (rund 24 Mio. Euro) winkt dabei denjenigen, die es schaffen, einen Roboter sicher auf dem Mond landen und ihn dort 500 Meter zurücklegen zu lassen. Als Beweis müssen zudem hochauflösende Live-Bilder von der spannenden Mission zur Erde geschickt werden.

Bis Andy tatsächlich seine Erkundungsreise zum Mond antreten kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Projektleiter Shafrir zufolge wurde aber bereits eine vertragliche Vereinbarung mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX http://spacex.com des US-Tech-Gurus Elon Musk unterschrieben, die einen Start mit einer Falcon-9-Rakete im Jahr 2016 vorsieht.

Markus Steiner | pressetext.redaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten