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Mobilfunk fürs Smart Grid

09.04.2014

Siemens vereinfacht die Einbindung dezentraler Stromerzeuger und -verbraucher in ein intelligent gesteuertes Stromnetz.

Das Feldgerät Sicam SGU verbindet die Anlagen über das Mobilfunknetz mit der Netzleitstelle oder mit dem Energiemanagementsystem.


Die Lösung hat den Vorteil, dass keine Glasfaserleitungen verlegt oder separate Modems installiert werden müssen. Damit bedient das Gerät den Wunsch der Energieversorger nach einer wirtschaftlichen Kommunikationstechnik, um eine wachsende Zahl dezentraler Anlagen anzusteuern und so das Stromnetz stabil zu halten.

Eine Folge der Energiewende ist, dass Stadtwerke oder Energieversorger nicht mehr einfach ihre Kraftwerke anhand des vorliegenden Stromverbrauchs steuern. Stattdessen müssen sie heute permanent die schwankenden Einspeisemengen erneuerbarer Energiequellen ausgleichen, um Ver-brauch und Erzeugung in Balance zu halten.

Nach und nach bauen die Energieversorger ihre Stromnetze des-halb mit intelligenten Steuerungen zu Smart Grids aus. So können sie mög-lichst viele dezentrale Stromerzeuger und Lasten - beispielsweise Industrie-betriebe, die ihren Stromverbrauch in gewissen Grenzen anpassen können - regeln.

Jede dieser Anlagen muss über ein Kommunikationsgerät an die Leitstelle oder an das Energiemana-gementsystem angebunden werden.  Das Smart-Grid Fernwirkgerät Sicam SGU ist eine Ein- und Ausgangseinheit mit Mobilfunkmodul, die für alle Kommunikationsaufgaben in einem Smart Grid eingesetzt werden kann.

Eine mögliche Anwendung ist die Bündelung von Solar-, Wind- und Biogasanlagen sowie Stromspeichern und steuerbaren Stromverbrauchern zu einem einem zentral geregelten virtuellen Kraftwerk. Sicam SGU erfüllt auch die Funktion des Steuergeräts in der so genannten EEG-Box. Das ist ein Schaltkasten mit intelligenter Steuerung, der gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz die Einspeisemengen regenerativer Stromerzeuger überwacht und regelt.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die Einbindung von erneuerbaren Energiequellen in so genannte Microgrids - das sind eigenständige Stromnetze, wie sie beispielsweise größere Industriebetriebe betreiben.

In Orts- und Verteilnetzen erfasst Sicam SGU Daten oder steuert die Energieflüsse, zum Beispiel über das An- und Abschalten von Dieselgeneratoren. Neben den hierfür verwendeten Kommunikationsprotokollen nach IEC-Norm verfügt das Gerät auch über das datengeschützte Protokoll OpenADR für Systeme zur automatischen Laststeuerung (Demand-Response-Management). 

Die Datenübertragung mit der GPRS-Mobilfunkkarte erfolgt verschlüsselt über ein geschlossenes VPN-Rechnernetz. Wird das Gerät ohne Mobilfunkmodul eingesetzt, stellt ein integriertes Verschlüsselungsprotokoll die sichere Datenübertragung her. (2014.04.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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