Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobiles Internet der Zukunft startet in Berlin

25.08.2010
Fraunhofer FOKUS stärkt Innovationsstandort Berlin: FUSECO Playground ermöglicht optimierte mobile Breitbanddienste der nächsten Generation

Die wachsende IT-Branche und gebündeltes Know-how von Forschung und Industrie machen die Hauptstadt zu einem erfolgreichen Experimentierfeld für den Mobilfunk der vierten Generation. Möglich wird dies durch den neu entwickelten FUSECO Playground, der vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fraunhofer FOKUS) konzipiert und realisiert wurde.

Die FUSECO Playground (Future Seamless Communication) stellt eine der weltweit ersten offenen Test- und Entwicklungsplattformen dar – in Berlin entworfen, entwickelt und erstmals eingesetzt. Die Plattform liefert der Telekommunikationsindustrie, klein- und mittelständischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen die notwendige Infrastruktur, um mobile Breitbanddienste der Zukunft sowie die dazu erforderlichen Netz- und Dienstinfrastrukturen zu erforschen, praxisnah zu erproben und schließlich zu optimieren.

Sportlich unterwegs
Ob interaktives Internet-TV oder Fußball-WM: Immer mehr Menschen wollen unterwegs per Smartphone Multimediadienste oder ihre Lieblingssendungen live als Videostream abrufen. Dieser Trend spiegelt sich ebenfalls in den Verkaufszahlen für Smartphones wider. Im ersten Quartal 2010 wurden weltweit etwa 54,7 Millionen Geräte verkauft – über die Hälfte mehr als im selben Zeitraum des ver¬gangenen Jahres. Bislang verhindern variierende Netzabdeckungen und lastabhängige Qualitätsschwankungen jedoch häufig das ungestörte Verfolgen einer TV-Sendung. Im Zusammenwirken mit künftigen Mobilfunkstandards schafft hier die neue Experimentierplattform der Fraunhofer-Forscher Abhilfe. Der FUSECO Playground liefert die entscheidende Basis, um neue Technologien für mobile Breitbandanwendungen zu entwickeln sowie auf aktuellen und neuen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablet PCs, zu erproben. Industrie und Forschung können dadurch die mobile Zukunft in Berlin praxisnah testen und weiterentwickeln – und zwar unabhängig von speziellen Geräteherstellern, Mobilfunknetzbetreibern oder Dienstanbietern.
Berliner Luft
„Berlin ist eine wesentliche Innovationsschmiede für Informations- und Kommunikationstechnologien. Als internationale Metropole mit ihren vielfältigen Telekommunikationsinfrastrukturen, Dienstleistungsanbietern und einem aktiven Mittelstand stellt die Stadt den idealen Standort für die Entwicklung und Erprobung von innovativen Breitband-Multimediadiensten dar“, erklärt Prof. Dr. Thomas Magedanz, Fraunhofer FOKUS. Als offene Entwicklungsumgebung konzipiert, bietet der FUSECO Playground eine flexible Integrationsplattform, die je nach Bedarf beliebig erweitert werden kann. So lassen sich nicht nur bisherige und künftige Mobilfunk¬netze integrieren und nahtlos verknüpfen, sondern auch neue Anwendungen inklusive aller relevanten Funktionen und Komponenten praxisnah verwirklichen.
Die Spezialisten von Fraunhofer FOKUS führen derzeit erste Gespräche mit interessierten Industriepartnern. Sobald Prototypen von Multimediadiensten bereitgestellt werden können, sollen Nutzer aus Berlin die Technologie erproben. Magedanz: „Für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit Berlins werden diese neuen Plattformen und Anwendungen einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellen.“ Es entstehen neue Geschäftsmodelle, wovon besonders kleine und mittelständische Unternehmen profitieren werden. Deren Anteil liegt in Berlin mit einer Quote von über 99 Prozent im bundesweiten Vergleich besonders hoch.

Mobilfunk der vierten Generation

Das Konzept des Berliner FUSECO Playgrounds sieht vor allem die nahtlose Verknüpfung bestehender und künftiger Mobilfunknetze vor. Dazu gehören zum Beispiel WLAN Hotspots, Femtozellen, 3G-Netze und insbesondere die neuen LTE-Netze (Long Term Evolution). Der Standard LTE ist als Nachfolger von UMTS der dritten Generation deutlich leistungsfähiger und übertrifft sogar die Geschwindigkeiten und Bandbreiten von DSL. Erst im April dieses Jahres hat die Bundesnetzagentur die neuen Lizenzen dazu im Digitalen Dividende Frequenzband versteigert.

Über das LTE-Advanced Testbed, das vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, den Deutsche Telekom Laboratories und der Technischen Universität Berlin (TU) im Jahr 2007 in Berlin eingerichtet wurde, lässt sich die Datenübermittlung im FUSECO Playground via LTE-Netze unter Großstadtbedingungen erproben. Als weitere Testumgebung betreibt die TU Berlin die offene Forschungsplattform BOWL (Berlin Open Wireless Lab). Die IT-Spezialisten der verschiedenen Berliner Einrichtungen ebnen durch ihre gemeinschaftlichen und innovativen Forschungsaktivitäten im Kontext des FUSECO Playgrounds den Weg für eine neue Vielfalt mobiler Anwendungen – von hochauflösenden Videoübertra¬gungen und Multimediadiensten in Echtzeit, etwa Videokonferen¬zen und Multiplayer-Online-Spiele, bis hin zum nahtlosen Zugriff auf mobile Cloud-Anwendungen: ein klares Plus für Wirtschaft, Infrastruktur, Forschung und nicht zuletzt den einzelnen Bürger in der Hauptstadt.

Technologie für neue Geschäftsmodelle
Herzstück des FUSECO Playgrounds ist eine neue Kernnetzkontroll-Plattform, der so genannte OpenEPC (Open Evolved Packet Core) – entwickelt von Fraunhofer FOKUS und dem Lehrstuhl für Architek¬turen der Vermittlungsknoten an der TU Berlin. Dieses Software-Werkzeug sorgt dafür, dass sich IP-basierte (Internet Protocol) Dienstplattformen verschiedener Anwendungsdomänen nahtlos und gemäß neuester Mobilfunkstandards in die verschiedenen Breitbandnetze integrieren lassen.

Im Fall von Sportsendungen würde der OpenEPC die Streaming-Plattform eines Fernsehsenders mit geeigneten Mobilfunknetzen verknüpfen. Der FUSECO Playground stellt kontinuierlich die Auswahl der jeweils besten Verbindung sicher. Durch die neue Laborumgebung ist ein nahtloser und störungsfreier Übergang von einem Zugangsnetz ins andere gewährleistet, so dass der Nutzer eine Live-Übertragung auf seinem Smartphone absolut zuverlässig erleben kann – selbst bei einem Wechsel von UMTS zu WLAN oder umgekehrt. Darüber hinaus lassen sich je nach Kundenwunsch zum Beispiel Telefondienste, Premium-Internetzugänge oder Cloud-basierte Anwendungen für Geschäftskunden individuell optimieren. Der OpenEPC bewirkt, dass ausgewählte IP-Verbindungen mit Hilfe von Qualitätsmerkmalen, die auch bei Netzwerkwechseln erhalten bleiben, gezielt priorisiert und reserviert werden können.

Eva Sittig | idw
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de/de/ngni

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie