Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das mobile Büro flexibler machen

24.09.2009
Informatiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena beteiligen sich an neuem Verbundprojekt

E-Mails lesen, auf Geschäftsunterlagen zugreifen, Daten empfangen und verschicken - Viele Unternehmen wickeln ihre Geschäfte mittlerweile von unterwegs ab und nicht mehr nur aus dem Büro in der Unternehmenszentrale.

Neben Laptops spielen Handys und Kleincomputer, sogenannte PDAs ("Personal Digital Assistants"), eine immer wichtigere Rolle in der mobilen Arbeitswelt. "Viele Geschäftsprozesse, die in den Unternehmen bislang eher statisch ablaufen, lassen sich mittels mobiler Datengeräte wesentlich flexibler gestalten", sagt Prof. Dr. Birgitta König-Ries von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Doch das ist mit einer ganzen Reihe technischer Herausforderungen verbunden", weiß die Heinz-Nixdorf-Stiftungsprofessorin für Praktische Informatik.

Die vielfältigen Geschäftsprozesse in die Welt der mobilen Datengeräte zu übertragen, das ist das Ziel eines neuen Forschungsverbunds, in dem Informatiker der Jenaer Universität gemeinsam mit Kollegen der TU Ilmenau und fünf Thüringer Softwareunternehmen arbeiten. Unter dem Titel "Adaptive Planung und sichere Ausführung mobiler Prozesse in dynamischen Szenarien" geht es für die Informatiker vor allem darum, Geschäftsprozesse durch den Einsatz mobiler Technologien dynamischer zu gestalten. Das Verbundprojekt wird aus Mitteln des Freistaates Thüringen und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden zweieinhalb Jahren mit insgesamt 2,2 Millionen Euro finanziert. Von der Universität Jena sind neben der Gruppe um Prof. König-Ries auch Informatiker des Lehrstuhls für Softwaretechnik (Prof. Dr. Wilhelm Rossak) und der Professur für Praktische Informatik (Prof. Dr. Clemens Beckstein) an dem neuen Projekt beteiligt.

Ein Aspekt, dem sich die Wissenschaftler der Uni Jena im Rahmen des Forschungsverbundes widmen werden, ist die flexible Anpassung von Geschäftsprozessen an unterschiedliche Situationen. "Sollen Geschäftsprozesse mobile Geräte und Mitarbeiter einbeziehen, so ist es nicht mehr möglich, sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ein für alle Mal festzulegen. Der abstrakt definierte Geschäftsprozess wird zur Laufzeit flexibel konkretisiert", so König-Ries und nennt ein Beispiel: In einem Dienstleistungsunternehmen können eingehende Aufträge automatisch zu dem aktuell am besten passenden Mitarbeiter weitergeleitet werden. Je nachdem, wo dieser sich gerade befindet, erscheint der Auftrag in einem entsprechenden Programm auf seinem PC, wird ihm per Mail auf seinem Laptop zugestellt oder der Mitarbeiter wird per SMS über den neuen Auftrag informiert. In jedem Fall kann der Mitarbeiter im Rahmen des Geschäftsprozesses über die Übernahme des Auftrags entscheiden oder eine Weiterreichung einleiten. "Eine solche dynamische Anpassung an unterschiedliche Gegebenheiten kann jedoch nicht manuell erfolgen, das wäre viel zu aufwändig", macht Dr. Christian Erfurth deutlich, der die Arbeiten des Jenaer Uni-Teams im Projekt koordiniert. "Es sind also Methoden notwendig, die eine automatische Planung und Anpassung von Geschäftsprozessen ermöglichen."

Ein wesentlicher Unterschied bei der Einbindung mobiler Endgeräte gegenüber der Abwicklung von Geschäftsprozessen mittels klassischer Desktopcomputer ist außerdem die geringere Leistungsfähigkeit der mobilen Geräte. Deshalb müssen Informationen so aufbereitet werden, dass sie auf dem mobilen Gerät überhaupt darstellbar sind. "Denkbar ist hier etwa eine Zusammenfassung oder der Verzicht auf für die anstehende Aufgabe nicht unbedingt notwendigen Details", sagt Projektmitarbeiter Torsten Dettborn. Auch Benutzeroberfläche und Bedienerführung müssten an die Gegebenheiten kleiner mobiler Geräte angepasst werden. "So wird niemand gerne längere Texte mittels einer Handytastatur eingeben wollen", unterstreicht Dettborn. Aber auch "unter der Haube" - unsichtbar für den Benutzer - seien spezielle Technologien notwendig, die den Einschränkungen mobiler Geräte hinsichtlich Speicherplatz, Rechenkapazität und Übertragungsbandbreite Rechnung tragen.

Kontakt:
Dr. Christian Erfurth
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2
07743 Jena
Tel.: 03641 / 946334 (Sekr.: 946301)
E-Mail: christian.erfurth[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise