Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschheit emigriert bis 2030 in digitale Parallelwelt

06.05.2010
Zukunftsforscher Hammond beklagt dumme Computersysteme

Im Jahr 2030 wird der Mensch einen Großteil seines Lebens in einer digitalen Parallelrealität verbringen. Die Welt wird sich als zentrales Nervensystem präsentieren, in dem alle Menschen, aber auch Dinge jederzeit und überall miteinander verbunden sind und interagieren. Diesen Ausblick gewährte der bekannte Zukunftsforscher Ray Hammond auf der Technologiekonferenz Techforce 2010 gestern, Mittwoch, in Wien.

Technologie als Friedensstifter

"Ob jeder Einzelne von uns in Zukunft ein glücklicheres Leben führen wird, ist eine andere Frage. Ungeachtet dessen bin ich jedoch fest davon überzeugt, dass der rasante Technologiefortschritt uns unschätzbare gesellschaftliche und wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet", erklärt Hammond im Gespräch mit pressetext. Für das friedliche Zusammenleben der Staaten habe sich die Globalisierung und die digitale Vernetzung als positiv erwiesen.

Gefahr drohe allerdings von der Milliarde Menschen aus schlecht entwickelten Regionen, die auch 2030 noch nicht an dieses weltumspannende Netz angeschlossen sein werden. Damit diese nicht von den Vorzügen des Technologiefortschritts ausgeschlossen werden, müsse die industrialisierte Welt sich aktiv um sie bemühen und diese mit ins Boot nehmen. Dies sei der beste Weg, um Terroristen und Piraten zu verhindern.

Generationenkonflikt bald Vergangenheit

Der Weg ins Jahr 2030 ist laut Hammond von einigen Herausforderungen geprägt. Neben dem Klimawandel und der Bevölkerungsexplosion auf über acht Mrd. Menschen müsse das Energieproblem in den Griff bekommen werden. "Elektroautos, die letztlich wieder auf Energie aus fossilen Quellen setzen, sind nicht die Zukunft. Wir müssen einfach lernen, die natürlicherweise vorhandenen Energiemassen für unsere Zwecke zu nutzen", meint Hammond.

Dass der bereits kräftig spürbare Generationenkonflikt zwischen den im digitalen Zeitalter Aufgewachsenen und den "digitalen Immigranten" sich noch verschärfen wird, glaubt der Zukunftsforscher hingegen nicht. "Dass ältere Leute sich mit Computern schwer tun, hängt damit zusammen, dass die heutigen Systeme immer noch dumm sind und viel zu unselbstständig agieren. Darüber hinaus muss man sich immer noch mit fürchterlichen User Interfaces herumschlagen, die jegliche intuitive Bedienbarkeit verunmöglichen. Dieses Problem wird bis 2030 gelöst sein", sagt Hammond gegenüber pressetext.

Innovationsfähigkeit nimmt rasant zu

Eine Verlangsamung der Technologieentwicklung ist laut Hammond jedenfalls nicht in Sicht - im Gegenteil. Für das Erreichen aller technologischen Fortschritte der vergangenen 20 Jahre würde man aus heutiger Sicht nur mehr acht Jahre benötigen. "Die Entwicklung beschleunigt sich auf exponentielle Weise", so Hammond.

Die Technologiekonferenz Techforce 2010 http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?StID=539236&AngID=1 fand zum ersten Mal statt. Neben Hammond beteiligten sich eine Reihe von internationalen Wissenschaftlern, Unternehmern und Persönlichkeiten an den Diskussionen über die Technologiezukunft. Als Gastgeber fungierte die österreichische Außenwirtschaft (AWO), eröffnet wurde die Veranstaltung von Bundesministerin Beatrix Karl.

Martin Jan Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rayhammond.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften