Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Menschen durcheinander reden, versteht ein Computer nicht viel

11.01.2010
Warum hören sich Computerstimmen oft künstlich an? Wieso kann ein Roboter nicht einfach verstehen, aus welcher Richtung ein Mensch zu ihm spricht?

Und kann man die Spracherkennung von Computern verbessern, wenn man weiß, wie der Mensch selbst eine Sprache erlernt? Mit solchen Fragen beschäftigen sich junge Wissenschaftler aus ganz Europa, die sich vom 11. bis 14. Januar zu einer Tagung an der Universität des Saarlandes treffen. Neben Informatikern und Ingenieuren nehmen daran auch Geisteswissenschaftler sowie zwei Industriepartner teil.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden intensiv daran geforscht, wie man Sprache mit Computern verarbeiten kann. Dabei ging es zum einen darum, wie man geschriebene Texte von einer Computerstimme auf möglichst natürliche Weise wiedergeben kann. Man beschäftigte sich aber auch damit, wie gesprochene Sprache von Computer automatisch verstanden und verarbeitet werden kann.

Viele Fortschritte wurden dabei gemacht, von denen wir heute am Handy, in Computerspielen oder im Dialog mit Call-Centern profitieren. Was für die Computer aber weiterhin eine Herausforderung bleibt, ist zum einen, die Mehrdeutigkeit von Sprache und die vielfältigen Nuancen der menschlichen Stimme abzubilden. Zum anderen fällt es Spracherkennungssystemen schwer, im Stimmengewirr einer Menschenmenge einzelne Stimmen herauszufiltern und räumlich zu orten. Das spielt zum Beispiel bei Video-Konferenzen eine Rolle, bei denen Kameras automatisch zum Sprecher geschwenkt werden sollen.

Die Wissenschaftler, die jetzt in Saarbrücken an der internationalen Tagung teilnehmen werden, beschäftigen sich aus ganz verschiedenen Perspektiven mit der Sprachverarbeitung. Sie erhoffen sich neue Erkenntnisse durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit. So können zum Beispiel Informatiker von Sprachforschern profitieren, die untersuchen, wie Menschen eine Sprache erlernen und wie sie beim Sprechen nicht nur einzelne Vokale, sondern ganze Silben formulieren. Denn wenn es gelingt, die menschliche Sprachverarbeitung nachzubilden, kann die maschinelle Sprachverarbeitung natürlicher und besser werden. Dies interessiert auch den Elektronikkonzern Toshiba sowie die Firma Nuance, eines der führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Spracherkennung, deren Vertreter an der Tagung teilnehmen werden.

Die Tagung in Saarbrücken ist Teil des Scale-Projektes, das im Rahmen des Marie-Curie-Programms von der Europäischen Union gefördert und von Dietrich Klakow, Professor für Sprach- und Signalverarbeitung der Universität des Saarlandes, geleitet wird. Die Wissenschaftler des Scale-Projektes, das für "Speech Communication with Adaptive Learning" steht, beschäftigen sich damit, wie die maschinelle Sprachverarbeitung weiter verbessert werden kann. Das Marie-Curie Programm gibt jungen Wissenschaftlern die Chance, dass sie während ihrer Promotion gleichzeitig von zwei europäischen Universitäten betreut werden und an internationalen Forschungsprojekten teilnehmen können.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Dietrich Klakow
Dietrich.klakow@lsv.uni-saarland.de
Tel. 0681/302-58122
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Technische Angaben: MPEG Layer 2, 48 KHz, 64 KBit/s, mono (CDQ-1000-Modus). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-3610) richten.

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.scale.uni-saarland.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie