Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit auf Flughäfen

26.05.2010
Vom 8. – 13. Juni zeigt das Fraunhofer IOSB auf der Berlin Airshow ILA neue Technologien und Systeme, die zukünftig für mehr Sicherheit auf Flughäfen sorgen und das Sicherheitspersonal entlasten könnten. Auf dem Fraunhofer-Stand in Halle 7, Stand 403.

„Intelligente“ Videoüberwachung für kritische Infrastrukturen



CASAM: Mit dem Sensorkopf an der Unterseite des Flugzeugs wird beim Start- und Landeanflug das Rollfeld überwacht.


Mehr Sicherheit auf Flughäfen oder anderen großen Liegenschaften ist das Ziel des neuen Videoüberwachungssystem NEST (Network Enabled Surveillance and Tracking), das das Fraunhofer IOSB dieses Jahr auf der ILA in Berlin vorstellen wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Videoüberwachungssystemen, wo für jede Kamera auch ein Monitor geschaltet ist, ist das neue System in der Lage, Überwachungsaufträge über ein Kameranetzwerk direkt an die Kameras zu schicken, die für diesen Bereich zuständig sind. Fährt z. B. ein Lieferfahrzeug in das Flughafengelände ein, wird es an der Einfahrt erfasst und im System der Zielort des Fahrzeugs eingegeben. Auf der Strecke zum Ziel verfolgen die Kameras das Fahrzeug automatisch und registrieren, ob die Route und der Zielort eingehalten werden.

Verlässt das Fahrzeug seine Route und taucht in einem nicht autorisierten Bereich auf, wird ein Alarm ausgelöst. Verläuft alles korrekt, wird der Überwachungsauftrag gelöscht und das Sicherheitspersonal muss sich nicht weiter kümmern. Das Sicherheitspersonal erhält also auf seinem Monitor nur dann eine Meldung, wenn etwas außerplanmäßig läuft. So wird es möglich, aus der „Monitorwand“ einen normalen PC-Arbeitsplatz zu machen und das Personal muss nicht stundenlang seine Aufmerksamkeit auf eine Vielzahl von Bildschirmen richten. Das System ist natürlich genauso in der Lage in Innenbereichen eingesetzt zu werden.

Warnsensoren für die zivile Luftfahrt, mehr Sicherheit gegen asymmetrische,
terroristische Bedrohung
Speziell zur Terrorabwehr auf zivilen und militärischen Flughäfen wurde das EU Projekt CASAM (Civil Aircraft Security Against MANPADS) initiiert und inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Momentan befinden sich schätzungsweise 15000 „Manpads“ (Man portable Air Defence Systems - Schultergestützte Luftabwehr-Raketen-Systeme) u. a. im Besitz von Terroristen. Die Entwicklung entsprechender Schutzsysteme (Warnsystem plus Gegenmaßnahme) für die zivile Luftfahrt wird auf Grund dieser Sachlage weltweit stark vorangetrieben. Ziel ist die Entwicklung eines innovativen Warnsystems für den zivilen Markt, welches Raketen-Warner und Gegenmaßnahme kombiniert. Ein derartiges System soll an der Unterseite eines Flugzeuges angebracht werden, um die Plattform - gerade bei Start und Landung - gegen den Angriff mit Boden-Luft-Raketen zu schützen. Raketen-Warnsensoren tasten dabei kontinuierlich den Luftraum unterhalb des Flugzeuges ab. Wird eine Bedrohung detektiert, so übernimmt ein Laser-System (DIRCM - Directed IR-Counter Measure), die Aufgabe der Störung des Ziel-Suchkopfs, um die angreifende Rakete abzulenken und sie somit unschädlich zu machen.

Neuartige Brille mit verblüffenden Eigenschaften

Einen Blick in die Zukunft kann man durch die ganz besondere Brille iStar werfen. Diese Brille verknüpft für den Träger die reale Welt mit einer eingeblendeten virtuellen Welt. Sie verfügt

über zwei Eigenschaften, die sie prädestiniert, als Interaktionsschnittstelle zwischen Mensch und maschinellem System zu fungieren: Zum einen erlaubt die Brille das Augmentieren, also das Überblenden von Informationen. Zum anderen reagiert die Brille auf die Augenbewegung und Blickrichtung des Trägers. Die Rede ist von iSTAR (interactive See-Through Augmented-Reality), einer intelligenten Hightech-Brille, die derzeit in den Köpfen, Labors und Werkstätten von vier Fraunhofer-Instituten entsteht. Ein elementares, technologisches Highlight des Brillendesigns ist die Realisierung eines OLED (Organische Leuchtdioden) Mikrodisplays mit eingebetteten CMOS-Sensoren (aktiver Pixelsensor): Während die OLEDs als Lichtquelle für die Informationsdarstellung dienen, bieten die CMOS-Sensoren, die auf dem Chip zwischen den OLEDs platziert sind, die Grundlage zur automatischen Beobachtung der Augen. Nur durch diese hochinnovative »zwei-in-eins «-Strategie wurde die Konstruktion der iSTAR-Brille als leichtes, kompaktes und damit trägerfreundliches »head mounted system« möglich. Das ehrgeizige, aber erklärte Ziel ist ein System, das den Informationsbedarf des Brillenträgers an dessen Augen ablesen kann. Die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig: vom Chirurg bis zum Automechaniker, vom Taxifahrer bis zum Sicherheitspersonal, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ein erster Prototyp ist auf der ILA zu sehen.

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/34586/

Weitere Berichte zu: Brille CMOS-Sensor Gegenmaßnahme ILA IOSB Luftfahrt OLED Route Videoüberwachungssystem Warnsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften