Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Rohstoffe durch Schwarmintelligenz fördern

20.01.2014
Informatiker der Universitäten Jena und Adelaide erforschen biologisch-inspirierte Suchverfahren

Biologisch-inspirierte Suchverfahren – volkstümlich auch „Schwarmintelligenz“ genannt – bezeichnen in der Informatik Lösungsverfahren, die der Natur abgeschaut sind, wenn dort Gruppen gemeinsam ein Ziel verfolgen.


Prof. Dr. Tobias Friedrich von der Universität Jena will in zwei neuen Forschungsvorhaben biologisch-inspirierte Suchverfahren optimieren.

Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

Vorbilder sind beispielsweise Ameisenscharen oder Bienenschwärme. Das Nachbilden der Natur im Computer kann für die Menschheit sehr nützlich sein, etwa für die Bergbauindustrie oder für eine gute Auslastung von Windparks.

Derartige Schwarmverfahren werden Wissenschaftler der Universitäten Jena und Adelaide (Australien) in den nächsten drei Jahren gemeinsam erforschen. Zwei neue Projekte werden vom Australischen Forschungsrat (ARC) mit 300.000 Australischen Dollar (rd. 200.000 Euro) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 160.000 Euro gefördert.

„Womit mein Kollege Professor Frank Neumann und ich uns beschäftigen wollen, ist die Optimierung besonders komplizierter Zielfunktionen, die nicht durch eine geschlossene mathematische Gleichung beschrieben werden können“, sagt Prof. Dr. Tobias Friedrich von der Universität Jena.

Damit beispielsweise im Bergbau möglichst viele Rohstoffe abgetragen werden können, ohne dass etwas einstürzt, müssen Berechnungen durchgeführt werden, die man anders nicht zu fassen bekäme, erläutert der Lehrstuhlinhaber für Theoretische Informatik. Alles dies laufe über biologisch-inspirierte Suchverfahren, die gleichsam nach dem Darwin’schen Prinzip eines ,Survival of the Fittest‘ funktionieren:

„Die guten Lösungen behalte ich, die schlechten sortiere ich aus. Mit der Zeit bekomme ich immer bessere Lösungen“, veranschaulicht der Jenaer Informatiker. „Wie in der Evolution“ sei das.

Durch die Kooperation der Universitäten Jena und Adelaide soll nun das theoretische Verständnis und das Design biologisch-inspirierter Suchverfahren für komplexe kombinatorische Optimierungsprobleme verbessert werden.

Im Laufe der beiden neuen Forschungsprojekte stehen ebenfalls gegenseitige Besuche auf der Agenda. So wird Prof. Friedrich die vorlesungsfreie Zeit im Februar/März für einen Besuch in Adelaide nutzen.

Kontakt:
Prof. Dr. Tobias Friedrich
Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2
07743 Jena
Tel.: 03641 / 946321
E-Mail: friedrich[at]uni-jena.de

Constanze Alt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena-de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits
15.12.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neues Epidemie-Management-System bekämpft Affenpocken-Ausbruch in Nigeria
15.12.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik