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Mehr Privatsphäre für den "gläsernen" Kunden

14.04.2010
Möglich macht dies ein Vertrauenssiegel für RFID-Anwendungen. Es wurde im Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen entwickelt, in einem Projekt der industriellen Gemeinschaftsforschung, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über die AiF gefördert wurde.

Wie gefällt Ihnen die Vorstellung, den Supermarkt zu betreten, eine Einkaufsliste in ein am Einkaufswagen befestigtes Gerät einzutippen, sich von ihm durch den Laden navigieren zu lassen, die gesuchten Produkte auf diese Weise schnell zu finden, in den Wagen zu packen und anschließend den Laden zügig zu verlassen, ohne an der Kasse Schlange stehen zu müssen - denn auch das mühsame Ausladen aller Einkäufe auf das Förderband erübrigt sich.

Das alles ist inzwischen mit der RFID-Technologie möglich. RFID steht für Radio Frequency Identification und heißt auf Deutsch so viel wie Erkennung durch Funkwellen. Eine solche RFID-Anwendung würde den bisherigen Barcode auf Produkten ersetzen und das Einlesen mit Lesegeräten überflüssig machen. Ein direkter Kontakt mit der Ware wäre nicht mehr nötig, der mit dem Kunden allerdings auch nicht.

Denn Radiowellen reichen bekanntlich weit, zum Beispiel auch noch dann, wenn man mit den ins Auto gepackten Einkäufen am Parkplatz einen Unfall baut und anschließend leise verschwindet. Und genau da liegt das Problem: Die Möglichkeiten der RFID-Technologie sind sehr weit reichend - viel zu weit für unsere Vorstellung von Privatsphäre.

An diesem Punkt setzte das Forschungsprojekt an. Es wurde ein Vertrauenssiegel für RFID-Anwendungen entwickelt, das von unabhängigen Dritten, zum Beispiel dem TÜV, vergeben werden kann. Für die Entwicklungsphase wählte man Unternehmen aus der Textilbranche, die hochwertige Produkte anbieten. Gerade für Hersteller von Qualitätsprodukten kann ein solches System sehr nützlich sein, denn der Verbraucher kann sich vor dem Kauf über die Herkunft, die Qualität oder den ökologischen Wert eines Produktes an eigens dafür vorgesehenen Terminals informieren und so aufgeklärt eher zu einem teureren Kleidungsstück greifen. Eine Chance also für mittelständische Hersteller, Konfektionierer und Händler höherwertiger Textilien, die auch in Konkurrenz zu Discountern stehen.

Die RFID-Technologie steckt bei der Verwendung auf Einzelprodukten noch in den Anfängen, paradoxerweise trotz und gerade wegen der unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten. So setzt ein solches Vertrauenssiegel, wie am FIR entwickelt, Grenzen im Sinne des Datenschutzes und verschafft RFID-Anwendungen mehr Vertrauen vonseiten der Anwender. Damit könnte nun auch die Weiterentwicklung dieser neuen Technologie einen Anschub erfahren. Schließlich hat sich auch die GPS-Technik, die alle Voraussetzungen für ein perfektes Überwachungssystem erfüllte, rasant als Navigationssystem entwickelt, ohne die manch einer sich das Autofahren nicht mehr vorstellen kann.

Über die AiF
Die AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) fördert seit 1954 Forschung und Entwicklung zugunsten mittelständischer Unternehmen. Sie ist Träger der industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Als Dach eines Netzwerks mit rund 100 Forschungsvereinigungen bietet sie praxisnahe Innovationsberatung. Pro Jahr fließen über die AiF ca. 350 Millionen Euro öffentliche Mittel in mehrere Tausend Forschungsprojekte.
Ansprechpartner Projekt
FIR, Mirko Auerbach, E-Mail: mirko.auerbach@fir.rwth-aachen.de, Telefon: 0241 47705-504
Pressearbeit
AiF, Anita Widera, E-Mail: presse@aif.de, Telefon: 0221 37680-10

Anita Widera | idw
Weitere Informationen:
http://www.trusted-rfid.de
http://www.aif.de

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