Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Energieeffizienz in der IT

02.08.2010
Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschungsprojekt der Universität Passau

Mit dem Projekt "Steigerung der Energieeffizienz von G-Lab" will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kompetenz deutscher Forschungsinstitutionen für die Planung und Realisierung des "Future Internet" fördern. Der Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation (Prof. Dr. Hermann de Meer) ist mit dem Teilprojekt "Modellierung von energieeffizienten Infrastrukturen" daran beteiligt und erhält eine Förderung von knapp 423.000 Euro.

Energieeffizienz
Das Thema Energieeffizienz in der IT ist auf allen Ebenen ein "Mega-Thema": Die Bundesregierung hat ihre Förderung in diesem Bereich massiv verstärkt, auch die EU fördert entsprechende Projekte. "Um Energieeffizienz in IT-Infrastrukturen wie Rechenzentren oder dem Internet zu erreichen, muss ein Paradigmenwechsel stattfinden", erklärt Prof. Hermann de Meer, der das Forschungsprojekt an der Universität Passau leitet, seinen Ansatz. Im Ressourcenmanagement heutiger IT-Infrastrukturen gelte das Prinzip "vorgegebener Input, maximaler Output": Die vorgegebenen Ressourcen, also verfügbare Hardware und Energie werden so genutzt, dass das Ergebnis (z. B. QoS, Sicherheit oder Durchsatz) maximiert wird. Will man aber einen energieeffizienten Betrieb der verfügbaren Hardware erreichen, muss das Ressourcenmanagement abgeändert werden: Das Ziel, der Output, muss vorgegeben werden – und dieses Ziel muss mit minimalem Input erreicht werden. "Bei diesem Ansatz wird ein vorab definiertes Ergebnis (z. B. ein bestimmter Grad an QoS) durch den Einsatz einer minimalen Menge von Ressourcen (Hardware und Energie) erbracht.

Im G-Lab Projekt stärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kompetenz deutscher Forschungsinstitutionen für die Planung und Realisierung des Future Internet. Dafür werden verteilte Systeme und Netzwerkapplikationen berücksichtigt. Der Lehrstuhl leitet das Projekt „Improving the Sustainability of G-Lab Through Increased Energy Efficiency”. Hier werden methodische Grundlagen für den energiesparenden Betrieb verteilter Infrastrukturen, Rechenzentren und dem Future Internet gelegt.

Tagung e-Energy fand im April in Passau statt
Unabhängig von der Förderung durch das Bundesforschungsministerium, aber in engem thematischen Zusammenhang, hat der Lehrstuhl von Prof. Dr. Hermann de Meer im April die internationale Tagung e-Energy veranstaltet. Es war die erste internationale Tagung zum Themenbereich energieeffiziente Datenverarbeitung und energieeffiziente Rechnernetze. 28 Autorinnen und Autoren aktueller wissenschaftlicher Aufsätze aus zwölf Ländern präsentierten ihre Forschungsergebnisse und diskutierten mit Tagungsteilnehmern über Technologien zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der IT. Die Themenliste umfasste Server und IT-Infrastrukturen, den Betrieb von Rechenzentren, Bereitstellung von weltweit erreichbaren Diensten, IT-Systeme in Haushalten und Büro-Umgebungen, Sensor-Netzwerke und zukünftige Netzwerke wie das Future Internet. "Die e-Energy 2010 war damit die weltweit erste Informatiktagung, die sich explizit mit dem Thema der Energieeffizienz beschäftigt hat", sagt Prof. Dr. Hermann de Meer.
Forschung auch auf internationaler Ebene
Neben der Forschung auf nationaler Ebene im Projekt G-Lab_Ener-G ist der Lehrstuhl für Rechnernetze und Rechnerkommunikation auch im EU-Forschungsprojekt "Federated IT for a sustainable environmental impact (FIT4Green)" aktiv. Ziel dieses Projekts ist es, eine Energieeinsparung von mindestens 20 % in verschiedenen Typen von Rechenzentren zu erreichen, u. a. in Cloud und Supercomputing Umgebungen. Dabei wird die Funktionalität vorhandener Managementlösungen um Energy Awareness erweitert, wobei neben effizienterer Nutzung von Ressourcen auch zusätzliches Konsolidierungspotential entsteht.
IT-Sicherheit und Energieeffizienz
Auch im Rahmen Kompetenzpartnerschaft IT-Sicherheit zwischen Passau und Regensburg, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird, spielt das Thema Energieeffizienz eine wichtige Rolle: Im Bereich der Anwendungsforschung werden autonome Systeme und deren Energieeffizienz betrachtet, um den zunehmenden Energiekosten und Kühlbedarf in komplexen Systemen entgegenzuwirken. Ebenfalls wird der Wissenstransfer in die Industrie, die Demonstration praktischer Anwendungen sowie die Aus- und Weiterbildung gefördert. In Form von Kooperationsprojekten werden gemeinsam mit regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen Awareness für Security und Energieeffizienz verbessert.

Hinweis an die Redaktionen: Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Hermann de Meer, Tel. 0851 509-3050, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851 509-1430.

Birgit Schwenger | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht KogniHome feiert die Wohnung der Zukunft
26.06.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie