Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MediTrust und RUBTrust: Weltweit erster großflächiger Einsatz von Trusted-Computing-Technologie

11.05.2010
Sicherheit für Daten im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen: RUB-IT-Spezialisten werden gefördert

Vertrauenswürdige IT-Plattformen und Infrastrukturen für den Schutz personenbezogener Daten in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen sind Ziel der Projekt RUBTrust und MediTrust.

Die beiden Projekte werden im Rahmen des Programms „Wachstum für Bochum“ vom Land NRW, der Stadt Bochum sowie NOKIA mit insgesamt rund 3,5 Mio. Euro gefördert. Besonderes Augenmerk der Wissenschaftler liegt auf der sog. Usable Security: Das System muss weitestgehend ohne Benutzerinteraktion und -fachwissen auskommen.

„Denn jede Entscheidung, die der Benutzer oder Administrator treffen muss, ist ein potenzieller Schwachpunkt“, sagt Prof. Dr. Ahmad Reza Sadeghi (RUB-Lehrstuhl für Systemsicherheit am Horst Görtz Institut für Sicherheit in der Informationstechnik). Neben ihm sind die Hauptakteure das RUB-Dezernat für Informations- und Kommunikationsdienste sowie die Sirrix Security Technologies AG.

Sicherheit auf allen Ebenen

Für eine umfassende Systemsicherheit ist es unabdingbar, Sicherheitsaspekte auf mehreren Abstraktionsebenen wie Hardware, Betriebssystem und Applikation parallel zu berücksichtigen. Die technische Kernkomponente in den beiden Projekten ist die in Bochum entwickelte Sicherheitsarchitektur „TURAYA“ (Sirrix AG und Lehrstuhl für Systemsicherheit), welche die modernsten Virtualisierungstechnologien und Sicherheitskonzepte auf der Betriebssystem- und Hardwareebene effizient kombiniert. TURAYA kontrolliert Informationsflüsse zwischen Prozessen und isoliert sicherheitskritische Operationen und Anwendungen im laufenden Betrieb. „Der Ansatz kombiniert vielfältige Forschungsergebnisse aus den Bereichen Betriebssystemsicherheit, Virtualisierung und Kryptographie sowie hardwarebasierte Sicherheit“, so Prof. Sadeghi. „Darüber hinaus werden wir letzte offene Fragen wie die Integration sicherer Hardwarekomponenten in diesem Projekt adressieren“, erläutert Ammar Alkassar, Vorstandsvorsitzender der Sirrix AG. Die resultierende Sicherheitsinfrastruktur und Technologie kann insbesondere auch in Unternehmen eingesetzt werden.

Weltweit größte Fallstudie

Ziel des Teilprojekts RUBTrust ist der Schutz von personenbezogenen Studierenden- und Mitarbeiterdaten mittels eines Sicherheitskerns, welcher vor Angriffen aus dem Internet schützt. Mit rund 33.000 Studierenden und 4.000 Universitätsangestellten und Dozenten bietet die Ruhr-Universität Bochum ein ideales Umfeld, die entwickelte Lösung innerhalb einer großen Nutzergemeinde zu testen und zu evaluieren. Das Dezernat für Informations- und Kommunikationsdienste verspricht sich eine wesentliche Ergänzung des implementierten Sicherheitskonzepts, in dem nun auch die clientseitige Sicherheit einbezogen werden kann. „Wir werden in diesem Pilotprojekt zeigen, dass vertrauenswürdige IT-Infrastrukturen nicht nur die Sicherheit um Größenordnungen erhöhen, sondern auch die Effizienz der IT merklich steigern“, so Ammar Alkassar von der Sirrix AG. Das Projekt RUBTrust liefert somit weltweit die größte Fallstudie für den Einsatz der Trusted Computing Technologie, deren Ergebnisse und Erfahrungen für die Produktentwicklung von vielen Unternehmen von großer Bedeutung sind.

Lehrstuhl für Systemsicherheit

Der Lehrstuhl für Systemsicherheit beschäftigt sich mit dem Design und der Entwicklung von Sicherheitsarchitekturen und vertrauenswürdigen Infrastrukturen. Die Forschungsthemen am Lehrstuhl für Systemsicherheit decken die Sicherheitsaspekte auf verschiedenen Abstraktionsebenen (Applikation, Betriebssystem und Hardware) ab. Ein Schwerpunkt liegt derzeit im Bereich des Trusted Computing (TC), eine aufkommende Technologie, die für mehr Vertrauenswürdigkeit in IT-Systemen sorgen soll. Hierbei werden herkömmliche Computerplattformen um vertrauenswürdige Hard- und Softwarekomponenten erweitert, welche neue und nützliche Sicherheitsfunktionalitäten zur Verfügung stellen, um so höheren Sicherheitsanforderungen zu genügen. Der Lehrstuhl hat die Forschung in diesem Gebiet entscheidend international mitgeprägt.

Dezernat für Informations- und Kommunikationsdienste

Das Dezernat für Informations- und Kommunikationsdienste ist der IT-Dienstleister der Universitätsverwaltung. Es unterstützt alle zentralen und dezentralen Verwaltungsbereiche bei der Ausgestaltung und Optimierung der jeweiligen universitären Verwaltungsaufgaben mithilfe der Informationstechnik.

Sirrix AG security technologies

Das Spin-Off der Universität Saarbrücken verfügt über ein langjähriges Produktgeschäft mit eigener Hard- und Softwareentwicklung, entwickelt kryptographische Verfahren und Systeme, erstellt Gutachten und technische Studien zu komplexen Fragestellungen und bietet umfassende Beratungsleistungen an. Zu den Kompetenzen zählen Multi Level Security, Enterprise Rights Management, Data Leakage Prevention sowie die Verschlüsselung im IP, VoIP, TETRA und Mobilfunk. Zu den Produkten gehören VPN-Systeme, Sprachverschlüsselungssysteme und VoIP/ISDN-Baugruppen. Darüber hinaus ist die Sirrix AG Spezialist für die Sicherung von Kommunikationsinfrastrukturen und bietet mit der Sicherheitsplattform TURAYA™ eine vertrauenswürdige virtuelle Desktopumgebung. Die Sirrix AG ist Mitglied der Trusted Computing Group und der Initiative „IT-Security Made in Germany“.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ahmad-Reza Sadeghi, Lehrstuhl für Systemsicherheit, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24086, E-Mail: ahmad.sadeghi@trust.rub.de, Internet: http://www.trust.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.trust.rub.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Freie Elektronen in Sonnen-Protuberanzen untersucht

25.07.2017 | Physik Astronomie

Die turbulente Atmosphäre der Venus

25.07.2017 | Physik Astronomie