Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maschinenmängel schnell und vollständig kommunizieren

23.05.2016

In vielen Unternehmen werden Beobachtungen an Maschinen und Anlagen nicht optimal weitergegeben. Z. B. melden verschiedene Mitarbeiter einem Verantwortlichen mehrfach den gleichen Defekt oder geben die Nachricht mit einem deutlichen Zeitverzug weiter. Oft sind die Informationen auch unzureichend und das Problem lässt sich nicht auf Anhieb finden. Mit »FlexNote« haben die IPA-Wissenschaftler ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das Mängel und Optimierungsvorschläge transparent, schnell und zielgerichtet weitergibt.

Bei FlexNote handelt es sich um eine Kombination aus einem mobilen Endgerät und einer Cloud-Applikation. Sobald ein Mitarbeiter in der Produktion eine Schwachstelle, z. B. eine Leckage oder ein fehlerhaftes Bauteil entdeckt, kann er mit seinem Smartphone oder Tablet ein Bild des betroffenen Bereichs aufnehmen.


Mit »FlexNote« haben die IPA-Wissenschaftler ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das Mängel und Optimierungsvorschläge in der Produktion transparent, schnell und zielgerichtet weitergibt.

Quelle: Fraunhofer IPA, Foto: Rainer Bez

Gleichzeitig kann er den Fehler in der Aufnahme markieren und schriftlich oder mündlich eine Nachricht dazu verfassen sowie weitere Menüpunkte zur Kategorisierung auswählen. Da er sich zuvor mit dem Endgerät an der Maschine anmelden muss, wird auch deren Position exakt ermittelt. Die gesamte Meldung – der Anwender, das markierte Bild, die Nachricht und der Standpunkt – werden gebündelt gespeichert.

»Dabei kommt der Augmented-Reality-Ansatz zum Tragen. Digitale Informationen und das Live-Bild überlagern sich und werden positionsgetreu an der Maschine wieder eingeblendet«, erläutert Marcus Defranceski, Gruppenleiter am Fraunhofer IPA.

FlexNote bündelt alle Informationen, die zur Fehlerbehebung nötig sind

Im nächsten Schritt wird die Beobachtung automatisiert weitergegeben. Benachrichtigungen erhalten sowohl der Mitarbeiter selbst als auch der Maschinenverantwortliche. Weiterhin ist auf der Maschine sichtbar hinterlegt, welche Feststellungen bereits erfasst wurden. Zuletzt wird die Meldung in einem zentralen IT-System, z. B. auf einem Server des Unternehmens oder in einer externen Cloud gespeichert.

»Mit FlexNote lassen sich Beobachtungen in Produktionen schneller, zuverlässiger und zielgerichteter weitergeben«, fasst Defranceski die Vorteile zusammen. Die Maschinenbetreuer erhalten eine übersichtliche Auflistung, welchen Meldungen sie nachgehen müssen. Weiterhin sehen die anderen Mitarbeiter, welche Mängel bereits aufgenommen wurden. Die Gefahr von Mehrfachmeldungen sinkt ebenso wie das Risiko, dass Informationen beim falschen Ansprechpartner landen und untergehen.

Da das Live-Bild in Verbindung mit der digitalen Text- oder Sprachnachricht und dem
exakten Maschinenstandpunkt weitergegeben werden, sind weniger Rückfragen nötig. Zuletzt geht die Kommunikation schneller vonstatten, da alle relevanten Informationen gebündelt aufgenommen und weitergegeben werden.

Aufzeichnungen zur langfristigen Verbesserung von Maschinen nutzbar

Neben einer optimierten Kommunikation von Schwachstellen erlaubt FlexNote, Maschinen und Anlagen langfristig zu verbessern. »Da die Meldungen im zentralen IT-System hinterlegt sind, lassen sich sämtliche Erfahrungen über ein Objekt weitergeben.

Dadurch ist es möglich, Zusammenhänge bei Fehlern zu ermitteln und standortunabhängig Erfahrungen von einer Anlage auf eine andere zu übertragen«, informiert Defranceski. Weiterhin sehe man auf diese Weise, an welchen Teilen der Maschine die meisten Schwachstellen auftreten. Somit können Hersteller beim Neudesign gleich vorbeugen.

Kein Zugriff auf Unternehmenssoftware erforderlich

Ein weiterer Vorteil: FlexNote kann entkoppelt von der IT-Infrastruktur des Unternehmens laufen. Dadurch erhalten Nutzer keinen Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Weiterhin müssen Maschinen- und Anlagen nicht erst angebunden we rden.

»Die Anwendung lässt sich somit auch von Dienstleistern als Service nutzen. Außerdem ist kein hoher Installationsaufwand erforderlich«, fügt Defranceski hinzu. Potenziale bietet FlexNote für jedes Unternehmen, das Maschinen oder teilautomatisierte Arbeitsplätze einsetzt. Die IPA-Wissenschaftler haben bereits einen Prototyp realisiert. Ab Oktober 2016 soll die Innovation industriell umgesetzt werden.

Ramona Hönl | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie