Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ManuCloud: Infrastruktur für IT-Integration

13.09.2013
Infrastruktur für IT-Integration von der Anlage bis zum unternehmensübergreifenden Produktionsnetzwerk

In dem jetzt abgeschlossenen EU-Projekt haben die Partner Fraunhofer IPA, acp-IT, nxtControl und die University of Strathclyde eine Webplattform entwickelt, auf der kundenkonfigurierbare Produkte verschiedener zusammenarbeitender Fertigungsunternehmen angeboten werden können.

Dass der Kunde König ist, gilt schon lange nicht mehr nur für den Service. Selbst seinen neuen PKW kann der Kunde nach seinen Wünschen bestellen. Lackierung, Motor, Bereifung, Innenausstattung etc. – die Varianten werden immer zahlreicher, denn die Nachfrage nach kundenspezifischen Produkten, speziell für hochpreisige Güter oder Hightech-Produkte wie Automobile, Photovoltaik-Elemente oder Unterhaltungselektronik steigt.

In der Konsequenz heißt das für deren Herstellung: Fertigungsumgebungen müssen flexibel werden. Insbesondere auch in diesen Industrie-Branchen werden die Produkte nicht an einzelnen Standorten, sondern üblicherweise in Produktionsnetzwerken gefertigt. Daraus folgt eine zusätzliche Herausforderung. Die Individualisierung von Produkten betrifft in den meisten Fällen nicht nur eine Fabrik, sondern beeinflusst dementsprechend große Teile der zugehörigen Lieferketten.

Eine ganze Reihe von Maßnahmen wird dadurch notwendig. So müssen auch die Abhängigkeiten der Teilprodukte oder -prozesse und ihre Konfigurationsmöglichkeiten während des Produktdesigns und Supply Chain Managements berücksichtigt werden. Einzelne Hersteller und Standorte müssen dafür eng zusammenarbeiten und Informationen über Produktspezifikationen, Lieferzeiten und andere Produktions- und Logistikdaten miteinander abstimmen. Das verursacht natürlich Aufwände bei allen Beteiligten und kann gegebenenfalls Rückmeldungen und Lieferungen an den Endkunden verzögern.

Um dem entgegenzuwirken, haben im Rahmen des dreijährigen EU-geförderten Projekts ManuCloud das Fraunhofer IPA, acp-IT, nxtControl und die University of Strathclyde eine Webplattform entwickelt, die es ermöglicht, kundenkonfigurierbare Produkte auf Basis standortübergreifender Kollaboration zwischen Fertigungsunternehmen anzubieten.

Dabei haben die Wissenschaftler Service-Ansätze aus dem Cloud Computing wie Software-as-a-Service auf den Produktionsbereich übertragen und in einem Cloud-Manufacturing-Konzept umgesetzt. Mit diesem Manufacturing-as-a-Service ist die Integration von Produktionsnetzwerken auf IT-Ebene (teil-)automatisiert.

Im Detail bedeutet das, dass die entwickelte Webplattform zusätzlich zum Austausch von Informationen auf der betriebswirtschaftlichen Ebene als Integrationswerkzeug für Produktspezifikationen und Produktions-IT dient. Dafür werden Produkte und Prozessfähigkeiten in Form von Fertigungsdienstbeschreibungen abgebildet, die aus Fabrik-internen IT-Systemen wie MES (Manufacturing Execution System) extrahiert werden. Dies kann konsistent durch alle Fabrik-internen IT-Ebenen geschehen, angefangen bei der Beschreibung von Anlagenfähigkeiten, die Schritt für Schritt zu Fertigungsdiensten auf Fabrikebene zusammengefasst werden.

Die Fertigungsdienstbeschreibungen beinhalten unter anderem auch die Konfigurationsmöglichkeiten, die für die individuelle Spezifikation jedes (Teil-)Produkts oder Prozesses verwendet werden. Sie können in Form einer Baumstruktur zu Endprodukten kombiniert werden. Die Baumstruktur spiegelt dabei auch die Struktur des zugehörigen Produktionsnetzwerks wider.

Mit Hilfe eines Produktkonfigurators können jetzt auf Basis dieser Endprodukte-Beschreibungen Produkte kundenspezifisch konfiguriert werden. Dieser Konfigurator übernimmt automatisch die Eigenschaften und Konfigurationsmöglichkeiten für beliebige Produktbeschreibungen. Er ist damit ein generisches Werkzeug, das für die Individualisierung aller Produkte, die über die Plattform angeboten werden, verwendet werden kann.

Auf die Konfiguration und Bestellung eines Produkts folgt dessen Fertigung, die von der Plattform durch der Fabrikebene zugeordnete Steuerungsfunktionalitäten und fabrikübergreifende Orchestrierungsmechanismen unterstützt wird. Beispiele dafür sind die Nachverfolgung des Produktionsstatus, die Speicherung und Auswertung von Messergebnissen bis hin zur Optimierung der Teilprodukt oder -prozess-Konfigurationen, basierend auf vorangegangenen Prozessergebnissen.

Die so implementierte durchgängige Produktion »on demand« ermöglicht es der Industrie, in Zukunft noch besser auf Kundenwünsche einzugehen.

Über das ManuCloud Konsortium:
Das ManuCloud Konsortium setzt sich aus 9 Partner aus vier europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Ungarn, Großbritannien) zusammen:

acp-IT GmbH, Robert Bosch GmbH, Fraunhofer (Koordinator des Projekts), HELIATEK GmbH, Tridonic Dresden GmbH & Co. KG, nxtControl GmbH, Computer- und Autmation Institut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, University of Strathclyde und GSS Gebäudesolarsysteme GmbH.

Das Projekt wurde gefördert durch das 7. Rahmenprogramm der EU mit der Fördernummer 260142.

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/
http://www.manucloud-project.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie