Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernvideos im Internet für jeden künftig leichter zu finden

26.02.2010
Symposium des Hasso-Plattner-Instituts

Internetnutzer werden künftig multimediale Lerninhalte dank modernster Methoden der Sprach- und Bildauswertung sowie der semantischen Suche viel leichter finden können als bisher. Das ist das Fazit eines zweitägigen Tele-Teaching-Symposiums des Hasso-Plattner-Instituts. Gut 60 Wissenschaftler und andere Experten aus dem In- und Ausland hatten sich in Potsdam über künftige Entwicklungen im E-Learning ausgetauscht.

Die Tagung zeigte: Um die explosionsartig wachsende Zahl von Uni-Lernvideos im Internet für den Nutzer erschließen zu können, arbeiten führende Forscher daran, die audiovisuellen Inhalte automatisch mit Metadaten anreichern zu lassen, also mit textlichen Inhaltsangaben. Diese können dann durch eine Software ausgewertet und für das Erstellen eines Indexes genutzt werden, der beim Auffinden bestimmter Sequenzen der Lernvideos hilft.

"Auf unserer eigenen Tele-Teaching-Plattform http://www.tele-task.de binden wir jetzt sogar die Gemeinschaft der E-Learner ein, um Aufzeichnungen von Vorlesungen online mit eigenen Kommentaren und Anmerkungen versehen zu lassen", berichtete HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Das helfe nicht nur beim Generieren von Metadaten, sondern schaffe auch noch einen zusätzlichen Nutzen für die Studierenden.

Was aber, wenn der Suchende das Themengebiet noch nicht kennt oder gar nicht genau weiß, welche einzelnen Inhalte er in Lernvideos finden will? "Für diese Situationen werden mehrstufige semantische Technologien entwickelt. Sie können helfen, die gefundenen Dokumente inhaltlich zu ordnen, zu untergliedern, innere Zusammenhänge aufzudecken und naheliegende Querverweise sowie Suchempfehlungen auszusprechen", erläuterte Meinel. Den Suchenden sei es somit möglich, am Ende des explorativen Suchprozesses Informationen zu entdecken, von deren Existenz sie bislang nichts wussten.

Generell werde es immer beliebter, neues Wissen kostenlos per Uni-Lernvideo aus dem Internet abzurufen, hieß es auf dem HPI-Symposium. Der Gastgeber registrierte seit Januar 2009 allein 1,35 Millionen Zugriffe auf seine Vorlesungs-Podcasts über die Plattform iTunes U von Apple (http://itunes.hpi.uni-potsdam.de). Die dort mittlerweile verfügbaren 3.900 Kurzvideos zu Themen der Informationstechnologie wurden nach HPI-Angaben bis zu 80.000 Mal pro Woche herunter geladen. Das HPI gehört zu den ersten vier Elite-Einrichtungen in Deutschland, die Lehrinhalte im Uni-Bereich der internationalen Plattform des Unternehmens Apple zugänglich machen. Nutzen können dieses Angebot alle Interessierten - nicht bloß Studierende.

Auf seinem eigenen Tele-Teaching-Portal www.tele-task.de registrierte das Institut im Jahr 2009 sogar eine Verdoppelung der Zugriffe von drei auf sechs Millionen. Dort werden 2.800 Video-Aufzeichnungen kompletter Vorlesungen und 5.200 Video-Podcasts mit einzelnen Vorlesungsabschnitten angeboten. Sie stammen von 760 Dozenten und sind ebenfalls frei für jedermann verfügbar.

HPI-Videos und -Podcasts zeigen zusätzlich zum Vortragenden auch dessen jeweilige Laptop- oder Tafel-Präsentation. Bislang übertragen herkömmliche Lernvideos lediglich Bilder vom Redner selbst plus seine Sprache oder kommentierte Präsentationsfolien. Das HPI hingegen verwendet eine selbst entwickelte Bild-im-Bild-Technik, die auf das kleine Display des iPods und anderer mobiler Video-Abspielgeräte angepasst sind.

Stichworte: Tele-Teaching und E-Lectures

Über seine Plattform Tele-Task und über itunes U (Apple) gibt das Institut jedem die Möglichkeit, aktuelle IT-Lernstoffe nach individuellem Bedürfnis auszuwählen, auf den Computer herunter zu laden und auf mobilen Geräten abzuspielen. Mit diesem Tele-Teaching, das auf Vorlesungsaufzeichnungen ("E-Lectures") zurückgreift, stillt das HPI das wachsende Bedürfnis nach professionellem, branchenspezifischem Wissenstransfer. Derzeit stark im Kommen: das flexible Lernen unterwegs. Wer sich aktuelle Uni-Podcasts auf sein kleines, mobiles Abspielgerät lädt, kann sie dann im Bus, im Wartezimmer oder draußen im Park anschauen - immer, wenn Zeit und Lust dazu da sind. Die frischen Inhalte können entweder einzeln herunter geladen oder als laufender Kurs oder Vorlesungsreihe per Mausklick abonniert werden, zum Beispiel zur gezielten Vertiefung vor Prüfungen oder zum Auffüllen von Wissenslücken.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.tele-task.de
http://itunes.hpi.uni-potsdam.de
http://www.hpi.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise