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»Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz

12.01.2017

Die digitale Transformation aller Lebens- und Arbeitsbereiche erhöht die Anforderungen an die Sicherheit der Systeme und erfordert ein tieferes Verständnis des Zusammenwirkens von vernetzten Geräten und Anlagen durch Betreiber und Anwender. Das »Lernlabor Cybersicherheit« in Weiden bietet ein breites Weiterbildungsangebot für Industrie, Mittelstand und den öffentlichen Sektor. Am 13. Januar 2017 wird das Labor in Anwesenheit des Fraunhofer-Vorstands, der Hochschulleitung der OTH Amberg-Weiden sowie MdB Albert Rupprecht eröffnet.

Im Rahmen eines bundesweiten Programms zur Weiterbildung Cybersicherheit der Fraunhofer-Gesellschaft entsteht in der Oberpfalz ein Weiterbildungszentrum für die Themen der Sicherheit in und von vernetzten eingebetteten Systemen (Embedded Systems), der mobilen Systeme und des Internet of Things (IoT).


Lernen, wie ein Hacker tickt – mehr Sicherheit durch Ethical Hacking.

© Fraunhofer AISEC

An den Standorten der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden werden von den Experten des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC und der OTH konzeptionelle und praktische Schulungen im Bereich der IT-Sicherheit für Mitarbeiter aus Unternehmen und Behörden aller Branchen entwickelt und angeboten. Das Fraunhofer-Institut AISEC aus Garching bei München eröffnet hierzu einen eigenen Standort an der OTH in Weiden unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Aßmuth.

»Eine Charakteristik der digitalen Transformation ist die Zusammenführung von physischen Systemen mit virtuellen Objekten zu cyberphysischen Systemen (CPS). Die Grenze zwischen digitaler und physikalischer Welt schwindet und damit ein bisher verlässlicher Schutzwall. Die Angriffslandschaft hat sich dadurch in den letzten Jahren dramatisch verändert.

Attacken nehmen verstärkt bestimmte Organisationen oder Personen ins Visier und entziehen sich den üblichen Schutzmechanismen«, sagt Prof. Georg Rosenfeld, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle. »Mit deutschlandweit sechs Lernlaboren Cybersicherheit reagiert Fraunhofer im Verbund mit ausgewählten Hochschulen auf die Risiken der Digitalisierung und trägt dazu bei, dass ihre Chancen genutzt werden können.«

Mit den Augen eines Hackers sehen

Das Wissen und die Fähigkeit, Schwachstellen der eigenen Systeme zu identifizieren und zu beseitigen, eine Risikobewertung vorzunehmen oder einen Angriff zu erkennen und angemessen zu reagieren, ist in den meisten Unternehmen kaum vorhanden. Am neu gegründeten »Lernlabor Cybersicherheit« in Weiden können sich Mitarbeiter von Unternehmen praktische (hands-on) sowie analytische Kompetenzen aneignen, um später eigenständig eine Beurteilung des Sicherheitsniveaus vornehmen zu können.

»Wir stärken die Beurteilungskompetenz, indem wir die Teilnehmer in die Lage des Angreifers versetzen. Sie lernen das Vorgehen von Hackern kennen, lernen, wie man Sicherheitslücken aufspürt und wie wirksam – oder auch unwirksam bei falschem Einsatz – Abwehrmaßnahmen sein können«, erläutert Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer AISEC. Unter dem Stichwort «Ethical Hacking« sollen von den Teilnehmern reale Angriffe auf Geräte bzw. eingebettete Systeme, auf Netzwerke und Webserver durchgeführt werden.

»Wir möchten mit unseren Weiterbildungskursen sehr nah an die Lebens- und Arbeitswirklichkeit der teilnehmenden Unternehmen herankommen und die Security greifbar und begreifbar machen. Nur dadurch kann Wissen entstehen, das die Mitarbeiter zum Wohle ihres Unternehmens einsetzen können«, so Prof. Eckert weiter.

Mit dem Lernlabor eröffnet das Fraunhofer AISEC auch einen eigenen Standort unter der Leitung von Prof. Dr. Aßmuth. Mehrere Mitarbeiter sollen zukünftig maßgeschneiderte Kursangebote erstellen, die sich nicht ausschließlich an Security-Verantwortliche richten, sondern auch die Sicherheitskompetenz einer größeren Mitarbeiterschaft erhöhen. Aber auch ein Angebot für die Management-Ebene rund um die Themen der Sicherheit in und von vernetzten eingebetteten Systemen (Embedded Systems), der mobilen Systeme und des Internet of Things (IoT) ist vorgesehen, denn Sicherheit ist Chefsache.

Das Lernlabor in Weiden ist eines von sechs Lernlaboren Cybersicherheit, die die Fraunhofer-Gesellschaft derzeit an verschiedenen Standorten in Deutschland eröffnet. Ziel der Initiative ist vor allem, die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften in Behörden und Unternehmen zu verbessern und zugleich dem gravierenden Fachkräftemangel im Bereich IT-Sicherheit entgegenzuwirken. Um im Wettlauf mit Cyberkriminellen nicht ins Hintertreffen zu gelangen, muss Fach- und Führungspersonal ihnen in Kenntnissen und Fähigkeiten immer einen Schritt voraus sein.

Mit einem modularen, berufsbegleitenden Weiterbildungskonzept bringen Fraunhofer-Institute und Fachhochschulen neueste Erkenntnisse aus der Forschung in die Weiterbildungsangebote des Lernlabors Cybersicherheit. Die Kurse sind berufsbegleitend und modular aufgebaut. Jeder Teilnehmer wählt sich ein bestimmtes Thema, in dem er praxistaugliches Security-Know-how erwirbt und sich in hochwertigen Laboren mit aktueller IT-Infrastruktur umfassend qualifiziert.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Fraunhofer-Initiative, die alle sechs Lernlabore umfasst, mit einem jährlichen Betrag von sechs Millionen Euro. Organisation und Steuerung der Lernlabore Cybersicherheit obliegt der Fraunhofer Academy, der Weiterbildungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Informationen:

https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2017/januar/mit-sicherhe...

Britta Widmann | Fraunhofer-Gesellschaft

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