Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Künstliche Intelligenz soll Super Mario meistern

07.08.2009
Erkenntnisse könnten in neuen Spielen Verwendung finden

Fortschritte im Bereich der Programmierung künstlicher Intelligenzen versprechen sich Forscher der IT-Universität Kopenhagen von einem kürzlich ins Leben gerufenen Wettbewerb, der noch bis Ende August läuft.

Die Organisatoren Sergey Karakovskiy und Julian Togelius suchen im Rahmen des "Mario AI"-Wettbewerbs jene künstlichen Intelligenzen (KI), welche die besten Ergebnisse beim Spielen des Nintendo-Klassikers Super Mario Bros liefern, um dann die optimale KI für das Spiel zu entwickeln.

Für das Projekt wird eine in Java nachgebaute Version des Konsolenspiels namens "Infinite Mario Bros" http://www.mojang.com/notch/mario verwendet. Den besten Einsendungen winken bescheidene Geldpreise in Höhen zwischen 50 und 500 Dollar. "Wir erhoffen uns durch den Wettbewerb neue Erkenntnisse im Bereich lernender, sich weiterentwickelnder Software", erklärt Togelius gegenüber New Scientist seine Motivation. Der KI-Fachmann hatte zuvor bereits ähnliche Projekte für Autorennspiele abgewickelt, und damit das Interesse der Computerspieleindustrie auf sich gezogen.

Die Software, die als Resultat des Wettbewerbs entwickelt wird, soll das Spiel meistern, indem sie es immer wieder spielt. Aus Fehlern, etwa wenn die Software Mario in einen Abgrund steuert oder in Gegner laufen lässt, soll die künstliche Intelligenz lernen, um beim nächsten Versuch nicht wieder zu scheitern. Dabei hoffen die Forscher, verschiedene Ansätze für solche Programme berücksichtigen zu können. Manche Programmierer vertrauen bei ihren künstlichen Intelligenzen eher auf bekannte mathematische Techniken, die verschiedene Faktoren berücksichtigen und zueinander in Beziehung setzen, andere bevorzugen einen experimentelleren Ansatz. Sie modifizieren und entwickeln ihren Quellcode immer weiter, bis sie das Optimum erreichen. "Der Vorteil bei unserem Wettbewerb ist, dass man die verschiedenen Herangehensweisen im direkten Vergleich betrachten kann", sagt Togelius. Im Rahmen des Wettkampfs soll letzten Endes die für den Nintendo-Klassiker perfekte künstliche Intelligenz entstehen. Die Organisatoren rechnen damit, dass man aus vielen leicht unterschiedlichen Programmen die besten Ansätze auswählen werde, um sie zu einer einzelnen KI zusammenzufügen.

Spiele als Testfeld für künstliche Intelligenzen sind nichts Neues. Bereits letztes Jahr stellten ungarische Forscher (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080124001/) eine KI vor, die menschlichen Spielern im Spieleklassiker Pac-Man überlegen war. "Spiele eignen sich meiner Meinung nach hervorragend, um aufwändige künstliche Intelligenzen zu testen. Ich kann mir dafür gar nichts Besseres vorstellen, wobei es natürlich auf die Art des Spiels ankommt", so der für die Pac-Man-KI verantwortliche András Lörincz, Forscher an der Fakultät für Informatik der Eötvös Loránd Universität http://www.inf.elte.hu in Budapest, gegenüber pressetext. Super Mario eigne sich besonders wegen der breiten Palette an Fähigkeiten, die es von KIs fordert, gut als Testfeld. Die KI-Programme müssen im Jump-and-Run-Genre auf verschiedene Gegner, Abgründe und Sackgassen reagieren und vorausschauende Entscheidungen treffen.

"Adaptive Kommunikation, also das Lernen der Software, ist von zentraler Bedeutung für zukünftige hochentwickelte künstliche Intelligenz", so Lörincz. Bisherige Lösungen basierten zumeist auf vordefinierten Regeln. Lernende KIs würden einen Wendepunkt in der Entwicklung darstellen. Zukünftig könnten durch adaptive KIs Spiele ermöglicht werden, in denen der Spieler nicht mehr feststellen kann, ob er gerade gegen einen Menschen oder den Computer spielt. Adaptive künstliche Intelligenz, so der Fachmann, könnte in Zukunft den Entwicklungsaufwand von Spielen verringern und gleichzeitig den Spielspaß erhöhen.

Dominik Erlinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.itu.dk
http://julian.togelius.com/mariocompetition2009

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Intelligente Videoüberwachung für mehr Privatsphäre und Datenschutz
16.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips
16.01.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften