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„Komm, wir schauen das Spiel im Auto weiter“

09.07.2010
Unter der Leitung der Fraunhofer ESK erforscht ein Konsortium bestehend aus Audi, der BMW Forschung und Technik GmbH, Loewe, SpaceNet und den Forschungsinstituten IRT und Fraunhofer IIS, wie in Zukunft Medien individueller und geräteübergreifend genutzt werden können. Nach Vorstellung der Forscher sollen künftig Bild und Ton vom heimischen Mediaserver nahtlos nicht nur auf dem Fernseher sondern auch auf Smartphones und im Auto abgespielt werden.

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Stellen Sie sich vor, Sie schauen sich gerade eben die Live-Übertragung eines Fußballspiels oder die aufgezeichnete Folge Ihrer Lieblingsserie an. Unangenehm wäre es, an dieser Stelle unterbrechen zu müssen, weil man beispielsweise einen Termin hat. Künftig können deshalb Audio- und Videoinhalte ganz einfach unterwegs weiter konsumiert werden.


Das Forschungsprojekt „Multimedialer Inhalt folgt Person“ untersucht, wie Bild und Ton nicht nur auf dem Fernseher, sondern auch auf mobilen Endgeräten und im Fahrzeug durch Anbindung an den Media-Heimserver genutzt werden können. Die technische Lösung bezieht einen Mediaserver und einen Profilserver – beide mit geschütztem Zugriff – ein. Der Mediaserver verwaltet dabei die Medien und Abspiellisten. Von dort werden die Daten dann auf die jeweiligen Endgeräte gespielt – per Funk, einem USB-Stick oder einem anderen Massenspeicher. Die Herausforderung dabei ist, dass die Daten auf das Display und die Fähigkeiten des Endgeräts angepasst werden. Dies bedeutet, dass der Film zum Beispiel auf dem Fernseher im 16:9-Format in Full HD angezeigt wird, auf dem Handy jedoch im 3GP-Format. Diese Transcodierung erfolgt automatisch unter Erfassung des Kontextes und passt die Medien den verschiedenen Endgeräten an.

Die parallele Nutzung eines Profilservers erlaubt es unter ande-rem, einen Film unterwegs nahtlos weiter anzusehen – und zwar genau von der Stelle an, an der die Wiedergabe zuhause unterbrochen wurde.

Das Forschungsprojekt untersucht vor allem drei Szenarien: Zunächst geht es um das „Zu-Ende-Sehen“ von Filmen und Fernsehsendungen. Dabei werden die eigentlichen Filmdaten und die Information, an welcher Stelle unterbrochen wurde, getrennt übertragen. Via WLAN oder USB-Stick werden die Filmdaten auf den Player im Auto oder auf das mobile Endgerät übertragen. Parallel dazu ruft dieses vom Profilserver den Zeitpunkt ab, an dem die Ausstrahlung unterbrochen wurde. Der Zuschauer sieht dadurch einfach komfortabel weiter.

Als eine weitere Möglichkeit kann man eine Playlist für Audio- und Videoinhalte vom Mediaserver abrufen. Dieser überträgt und transcodiert die Inhalte automatisch, sodass der Benutzer jedes seiner Geräte zur Wiedergabe nutzen kann. Zuletzt be-trachten die Forscher das Weitersehen von Live-Übertragungen auf allen Endgeräten.

Mit den Forschungsergebnissen, die voraussichtlich in 2012 vorliegen, erhalten die Produkte der beteiligten Hersteller einen deutlichen Innovationsvorsprung. Das Projekt „Multimedialer Inhalt folgt Person“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Technologie, Verkehr und Infrastruktur gefördert und wurde von den Clustern audiovisuelle Medien und BICCNet initiiert.


Die Projektpartner

BMW Forschung und Technik GmbH

Die BMW Forschung und Technik GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der BMW Group und verantwortet seit 2003 die Forschungsthemen VehicleTechnology, CleanEnergy (Wasserstofftechnik), EfficientDynamics (intelligentes Energiemanagement/alternative Antriebe), ConnectedDrive (Fahrerassistenz/aktive Sicherheit) und ITDrive (IT-Architektur und Kommunikationstechnologie). Die rechtliche Eigenständigkeit als GmbH garantiert kreativen Freiraum und ein Maximum an Flexibilität. Der weltweite Zugang zu Trends und Technologien wird durch ein international etabliertes Netzwerk mit den Stützpunkten Palo Alto und Clemson (USA), Tokio (Japan) sowie den Liason Offices mit Eurécom (Sophia Antipolis, Frankreich) und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH, Saarbrücken) sichergestellt.
http://www.bmw.de


Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK

Die Fraunhofer ESK betreibt angewandte Forschung und gliedert sich in die Geschäftsfelder Enterprise & Carrier Communications, Automotive und Industrial Communications. Ihren Kunden – Unternehmen der Telekommunikationsbranche, Anwendern von Kommunikationslösungen und Automobilherstellern und Zulieferern – bietet sie F&E-Dienstleistungen basierend auf den Kompetenzfeldern Adaptive Communication Systems und Software Methodology.
http://www.esk.fraunhofer.de


Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth, Ilmenau und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Entwicklung der Audiocodierverfahren mp3 und MPEG AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden. In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen und entwickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten: Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale Kinotechnik, Entwurfsautomatisierung, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras, Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und Medizintechnik sowie Supply Chain Services.
Mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Ver-tragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von über 90 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von weniger als 25 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.
http://www.iis.fraunhofer.de


Institut für Rundfunktechnik (IRT)

Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) ist die zentrale gemeinnützige Forschungs- und Entwicklungseinrichtung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und der Schweiz. Das IRT arbeitet an innovativen und praxisnahen Lösungen für mehr Qualität in Rundfunk, Fernsehen und den neuen Medien – Qualität, die am Ende den Nutzern zu Gute kommt. Das IRT sieht sich dabei insbesondere als technischer Berater für die Rundfunkanstalten und für die Industrie. Dazu gehören internationale Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Kunden im Bereich Rundfunk, Medien, Kommunikations- und Informationstechnik sowie vielfältige Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
http://www.irt.de


Loewe

Ausgezeichnetes Design, innovative Technik und höchste Qualität sind typisch für die Produkte, die unter der Premiummarke Loewe angeboten werden. Technologische Highlights: Home Entertainment Systeme mit hochauflösender Bildqualität, integriertem Festplattenrecorder und der Empfangsmöglichkeit für digitales Fernsehen. Der Umsatz des 1923 in Berlin gegründeten börsennotierten Unternehmens lag 2009 bei 324 Mio. Euro und das EBIT bei 13,5 Mio. Euro. Loewe produziert und vertreibt Fernsehgeräte, Bluray Player, DVD-Recorder, Audiokomponenten sowie Multiroom-Lösungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und ist international in 50 Ländern präsent.
http://www.loewe.de


SpaceNet AG

Die SpaceNet AG zählt als einer der ersten deutschen Internetprovider für Geschäftskunden zu den Pionieren der Internet-Dienstleister. Ihr Lösungsportfolio reicht vom Internetzugang über Hosting, Sicherheits- und Mail-Lösungen bis hin zum individuellen Webauftritt. Zu den ca. 2.000 Geschäftskunden zählen Antenne Bayern, die Lokalisten und der Münchner Verkehrs-und Tarifverbund (MVV). Das Münchener Unternehmen beschäftigt 80 Mitarbeiter und ist nach dem Sicherheitsstandard ISO 27001 zertifiziert.
http://www.Space.Net

Quelle: Fraunhofer
Weitere Informationen: www.esk.fraunhofer.de

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