Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleiner und preiswerter: Der mobile Notfallassistent des Fraunhofer IPA wird markttauglich

23.04.2013
Mobiles Kommunikationssystem zum Preis eines guten Roboterstaubsaugers: Mehr Sicherheit und Lebensqualität zu Hause für ältere und hilfsbedürftige Personen.
Ein mobiles Notfallassistenzsystem, das einen selbständig navigierenden interaktiven Serviceroboter mit einem stationären Sensorsystem koppelt, um älteren und gebrechlichen Menschen mit Unterstützung von außen ein längeres Leben mit höherer Qualität im eigenen Heim zu ermöglichen – auf der REHACARE 2012 hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Fraunhofer IPA


Fraunhofer IPA

diese Lösung für den Notfalldienst von morgen präsentiert.

Seither haben die Fraunhofer-Forscher das System einen großen Schritt weiter in Richtung Markt- und Serientauglichkeit entwickelt: »MobiNa« ist kleiner und beweglicher geworden und dient seinem Besitzer nicht nur als zuverlässiger Helfer in Notsituationen, sondern als überall und jederzeit verfügbares mobiles Kommunikationssystem – auf einer robusten und einfachen Plattform, die kostengünstig reproduziert werden kann.

»MobiNa ist als mobiles Kommunikationssystem gedacht, das in der Preisklasse anspruchsvoller Unterhaltungselektronik oder eines höherwertigen Roboterstaubsaugers für jeden, der es braucht, erschwinglich wird«, sagt Dr. Birgit Graf, Gruppenleiterin Haushalts- und Assistenzrobotik am Fraunhofer IPA. Im Alltag dient »MobiNa« als »Tablet-Computer auf Rädern« mit Videotelefonie-Funktion, mit dem man auch mal mit den Enkeln skypen oder sich an die Medikamenteneinnahme erinnern lassen kann; im Notfall prüft der mobile Assistent, der in Verbindung mit einem in der Wohnung installierten stationären Sensor- und Kamerasystem arbeitet, die Lage und nimmt bei Bedarf selbständig Kontakt zu einer Notfallzentrale auf.

Gegenüber bisher üblichen Hausnotrufsystemen bietet ein mobiles Kommunikationssystem wie »MobiNa« klare Vorteile, erläutert Ralf Simon King, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gruppe Haushalts- und Assistenzrobotik am Fraunhofer IPA und verantwortlicher Produktgestalter von MobiNa. Einen konventionellen Notrufknopf muss der Benutzer ständig mitführen; »MobiNa« dagegen prüft zuerst selbsttätig, wenn die Lage des hilfebedürftigen Menschen unklar ist, und stellt gegebenenfalls per Videotelefon sofort Kontakt zu einem menschlichen Ansprechpartner in der Notrufzentrale her, der die Situation einschätzen, Zuspruch geben und in kritischen Fällen einen Notdienst alarmieren kann. »So werden überflüssige Einsätze und Fehlalarme gleichermaßen wirkungsvoll vermieden«, meint Ralf Simon King.

An der Qualität der zur Verfügung gestellten Funktionen wurden gegenüber der auf der REHACARE vorgestellten Lösung auf Basis des Fraunhofer-»Care-O-bot 3« keine Abstriche gemacht; »MobiNa« arbeitet mit derselben Software, ist aber durch die Spezialisierung auf die Kommunikation wesentlich kostengünstiger und damit auch produktnäher geworden. Der intuitiven Interaktion mit dem Roboter wurde dabei eine besondere Bedeutung zugemessen: Das Display ist neigbar, an zwei Handgriffen kann man ihn bei Bedarf auch mal auf die Seite stellen. Außerdem verfügt »MobiNa« über eine LED-Licht-Anzeige, mit der er seinen Status signalisiert, wenn er beispielsweise ein Problem erkannt hat. Auch für den Fall, dass er nachts eingreifen muss, kann er dem Benutzer damit Licht spenden und damit den zugeschalteten Servicemitarbeitern die Sicherheit geben, die Situation besser einschätzen zu können.

Das handliche Design, das robust daherkommt, aber weder kantig noch zu filigran, folgt nicht nur praktischen Erwägungen, es entspricht auch den Wünschen des Zielpublikums, meint Ralf Simon King. Vor der Weiterentwicklung durchgeführte Umfragen hätten ergeben, dass ältere und hilfebedürftige Personen einen Roboter in Menschengestalt ablehnen, dementsprechend wurde ein funktionales Design gewählt; gerät der Assistent zu groß, wird er zudem als Fremdkörper in der Wohnung empfunden.

Die Fraunhofer-Forscher suchen derzeit nach interessierten Firmen als Kooperationspartner für die Entwicklung des »MobiNa« zur Serienreife. Umfangreiche Labortests wurden hierzu bereits durchgeführt, Testreihen in realistischen Anwendungssituationen werden als nächstes folgen, um eine benutzerzentrierte und den Anforderungen der
Praxis entsprechende Produktentwicklung sicher zu stellen.

Vom Mai bis September 2013 wird MobiNa auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft im Rahmen einer Ausstellung über den demographischen Wandel in zahlreichen deutschen Städten zu sehen sein.

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik