Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KIT baut European Open Science Cloud mit auf

19.02.2018

Mit der European Open Science Cloud (EOSC) entsteht seit Anfang des Jahres eine europaweite Cloud-Plattform, auf der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsdaten speichern, teilen, nutzen und wiederverwenden können. Da wissenschaftliche Datenmengen teilweise riesig ausfallen, ist spezielles Know-How für den Aufbau und Verwaltung der Big-Data-Cloud-Infrastruktur gefragt. Seine langjährige Expertise in der Verwaltung großer Datenmengen bringt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) an mehreren Stellen ein, etwa beim Sicherheitskonzept.

Insbesondere verantwortet das KIT das IT-Service Management, also beispielsweise den Aufbau eines Servicekatalogs, von Support-Prozessen und -Tools sowie eines Service Desks, der zentralen Anlaufstelle für Nutzeranfragen.


Das KIT beteiligt sich aktiv am Aufbau einer europäischen Big-Data-Cloud-Infrastruktur zum Austausch wissenschaftlicher Daten.

Foto: Andreas Drollinger

Die Europäische Kommission investiert in den nächsten Jahren mehrere Hundert Millionen Euro in den Aufbau einer Cloud-Infrastruktur, deren Ziel es ist, einen einfachen, disziplin- und länderübergreifenden Austausch wissenschaftlicher Daten zu ermöglichen, um die europäische Zusammenarbeit in der Wissenschaft zu unterstützen und den etwa 1,7 Millionen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa bessere Bedingungen und IT-Dienste zur Transformation von Daten zu Wissen zur Verfügung zu stellen. Hierfür arbeiten mehr als 75 Forschungspartner zusammen.

Das Steinbuch Centre for Coputing (SCC) am KIT verfügt über langjährige Erfahrung im Management sehr großer wissenschaftlicher Datenmengen, etwa mit GridKa für den weltweit größten Teilchenbeschleuniger, den Large Hadron Collider (LHC), am CERN in Genf oder auch durch die Koordination der Helmholtz-Data Facility (HDF). In der HDF werden bereits jetzt Forschungsdaten der Helmholtz-Gemeinschaft gespeichert, so wie es die EOSC für ganz Europa plant.

„Diese Erfahrung bringen wir als verlässlicher Partner zum Aufbau der EOSC und in die EU-Projekte EOSC-hub und EOSCpilot ein“, sagt Professor Achim Streit, Direktor des SCC am KIT. Insbesondere beschäftigt sich das KIT mit Fragen zur Sicherheit, also der Authentifinzierung und der Authorisierung in der Dienst-Infrastruktur der EOSC.

„In einer föderierten Forschungscloud, die für ganz Europa geschaffen wird – also einer Cloud, die viele unterschiedliche, bereits existierende Dienst-Infrastrukturen sowie deren Nutzer zusammenbringen wird – muss sichergestellt werden, dass nur diejenigen Personen und Einrichtungen Zugriff auf Dienste und Daten haben, die auch Zugriff haben sollen“, sagt Streit.

Genau diese Unterschiedlichkeit der bereits existierenden Infrastrukturen macht die angestrebte einheitliche Lösung zu einer Herausforderung: In den verschiedenen Wissenschaftsdiziplinen herrschen unterschiedliche Kulturen, die zusammengebracht werden müssen. Um etwa die Auffindbarkeit der Daten zu garantieren, müssen die Metadaten der gespeicherten Datensätze über alle Speichersysteme (Repositorien) einheitlich gestaltet sein.

Rund um das zentrale Angebot des Speicherns und den Austausch der Daten wird eine unterstützende Service-Infrastruktur entstehen, die etwa Dateitransfer-Lösungen für sehr große Datenmengen, oder auch den Anschluss an Hochleistungsrechner beinhaltet, so dass die Daten direkt analysiert werden können. Auch hier bringt sich das KIT ein und verantwortet ein Arbeitspaket zum IT-Service-Management.

„Wir haben zertifizierte Experten und eine mehr als 15-jährige Expertise in der Entwicklung, dem Aufbau und Betrieb föderierter IT-Infrastrukturen und -Dienste. Wir freuen uns und sind stolz, dass wir gebeten wurden, dieses wichtige Arbeitspaket im EOSC-hub Projekt zu leiten“, führt Streit weiter aus. Zu diesen Aufgaben gehört etwa auch die Etablierung eines EOSC-weiten Helpdesk- und Ticketingsystems auf Basis von GGUS (Global Grid User Support) als zentrale Anlaufstellen für Nutzeranfragen, ähnlich dem, was das KIT für das weltweite LHC-Computing bereits seit mehr als einem Jahrzent anbietet.

Seine Expertise auf dem Feld des Big-Data-Managements stellt das KIT in mehreren Infrastruktur-Projekten für große Datenmengen unter Beweis: Das Smart Data Innovation Lab SDIL stellt bundesweit eine Forschungsplattform mit modernsten Analysefunktionen für Unternehmen bereit. Das Smart Data Solution Center Baden-Württemberg SDSC unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region beim Zugang zu Smart-Data-Technologien.

Das Datenzentrum GridKa ist Teil des weltweit verteilten Netzwerkes für das europäische Teilchenbeschleunigerzentrum CERN. Mit der Large-Scale Data Facility – LSDF für die Wissenschaft im Land Baden-Württemberg und der Initiative Large-Scale Data Management and Analysis – LSDMA der Helmholtz-Gemeinschaft hat das KIT bereits entscheidende Grundlagen für die Koordinatorrolle der Helmholtz Data Federation gelegt. Darüber hinaus befassen sich Informatik-Institute am KIT mit datenintensivem Rechnen, Algorithm Engineering for Big Data und Datensicherheit.

Details zum KIT-Zentrum Information · Systeme · Technologien (in englischer Sprache): www.kcist.kit.edu

Monika Landgraf | Karlsruher Institut für Technologie

Weitere Berichte zu: Cloud Data European Open Science Cloud GridKa KIT Karlsruher Institut Smart Data

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics