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Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) richten eine gemeinsame Infrastruktur für Forschungsdatenmanagement ein, die Forschung und Entwicklung auf höchstem Niveau ermöglicht. Beide Kieler Einrichtungen bündeln ihre Ressourcen im Sinne eines Joint Lab.

In Sachen Forschungsdatenmanagement gehen die ZBW und die CAU Kiel ab jetzt gemeinsame Wege. Beide Kieler Wissenschaftseinrichtungen eröffnen das Kiel Open Software and Data Lab (KOLab). KOLab ist ein Joint Lab auf Basis des Positionspapiers der Leibniz-Gemeinschaft für den Pakt für Forschung und Innovation. Beide Einrichtungen erforschen und entwickeln hier in den kommenden Jahren gemeinsam Systeme und Prozesse für den optimalen Umgang mit Forschungsdaten und der zugehörigen Software. Dazu werden gemeinsam Rechner- und Speicherkapazitäten in erheblichem Umfang angeschafft und am Rechenzentrum der Universität betrieben.


Grafik: ZBW

KOLab umfasst in seiner finalen Ausbaustufe 280 virtuelle Zentralprozessoreinheiten (CPUs), 1 Terabyte Arbeitsspeicher (RAM), 85 Terabyte Speicherkapazität und ist damit technisch ausreichend, um komplexe Fragestellungen von Small Data bis hin zu Big Data zu bearbeiten.

Das erste Projekt, das im KOLab gemeinschaftlich von der ZBW und der Software Engineering Group der CAU Kiel bearbeitet wird, ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Projekt „GeRDI – Generic Research Data Infrastructure“. GeRDI verfolgt das Ziel, eine verteilte und vernetzte Infrastruktur für Forschungsdaten (wissenschaftliche Cloud) aufzubauen, so dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler disziplinübergreifend Forschungsdaten recherchieren können.

Das Kiel Open Software and Data Lab wird künftig die gemeinsame Basis für Forschung und Entwicklung sein, um an weiteren Forschungsdatenprojekten zu arbeiten.

Wissenschaftliche Leiter von KOLab sind Professor Klaus Tochtermann (Direktor ZBW) und Professor Wilhelm Hasselbring (CAU Kiel). „Das Projekt wird dazu beitragen, völlig neuartige Forschungsergebnisse erzielen zu können“, kündigt Tochtermann an, der auch Informatikprofessor an der CAU Kiel ist. Die ZBW und die CAU befassen sich schon seit einigen Jahren mit der Umsetzung von Forschungsdaten-Projekten und forschen über Forschungsdaten.

Teilprojektleiter Professor Wilhelm Hasselbring vom Institut für Informatik der CAU Kiel bewertet GeRDI als „wegweisend für die Zusammenarbeit von Universitäten, Höchstleistungsrechenzentren und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. An der CAU Kiel verknüpfen wir in GeRDI im Kontext des Exzellenzclusters The Future Ocean wirtschaftswissenschaftliche und meereswissenschaftliche Daten für die Fischerei-Forschung. Die Forschungsarbeiten im CAU-Schwerpunkt Kiel Marine Science werden dadurch erheblich gestärkt und gewürdigt.“

Über GeRDI - Generic Research Data Infrastructure:
Gefördert wird das Verbundprojekt GeRDI (Generic Research Data Infrastructure) mit rund 3 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). An den Standorten Dresden, Kiel und München sollen zunächst Pilotsysteme installiert werden. In einer zweiten Phase soll der deutschlandweite Ausbau der wissenschaftlichen Cloud-Anwendung erfolgen. 1,6 Millionen Euro erhält dafür allein das Kieler Konsortium, dem die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angehören. Beteiligt sind außerdem die universitären Kieler Meereswissenschaften (Kiel Marine Science) und das GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. URL: http://www.gerdi-project.eu

Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Forschungsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Bände und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2016 wurden rund 4 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 140.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Drei Professuren und eine internationale Doktorandengruppe beschäftigen sich transdisziplinär mit dem Thema Digitalisierung der Wissenschaft. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Großprojekten, aus DFG-Projekten sowie aus dem Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie wurde mehrfach für ihre innovative Bibliotheksarbeit mit dem internationalen LIBER Award ausgezeichnet. 2014 wurde die ZBW zur „Bibliothek des Jahres“ gekürt.

Über die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Als einzige Volluniversität in Schleswig-Holstein, mit mehr als 26.000 Studierenden und über 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, bietet die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein fachübergreifendes akademisches Umfeld. Zwischen den Disziplinen ihrer acht Fakultäten entstehen permanent dynamische Schnittstellen, die sich in der Lehre und in einem integrativen Forschungsprofil widerspiegeln. An der Universität sind vier Forschungsschwerpunkte etabliert: Lebenswissenschaften, Meereswissenschaften, Nanowissenschaften und Oberflächenforschung sowie Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel. Jeder Schwerpunkt bündelt die Expertisen verschiedener Fakultäten aus den Natur- und Sozial-, Technik-, Rechts- und Geisteswissenschaften. Die Schwerpunkte bilden die universitäre Grundlage für die Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und „Entzündung an Grenzflächen“ sowie für die Graduiertenschule „Menschliche Entwicklung in Landschaften“. Parallel entstanden gemeinsame Forschungsinfra¬strukturen wie ein Reinraum, ein Labor für die Analyse alter DNA, eine Plattform für molekulare ln-vivo-Bildgebung oder Europas größte wissenschaftliche Next-Generation­Sequencing-Plattform. Ein gemeinsames Rechenzentrum stellt Hochleistungsrechnersysteme und Speicherdienste bereit und entwickelt ausgefeilte Konzepte für das Management von Forschungsdaten.

Mehr Informationen im Internet:
http://www.zbw.eu/de/ueber-uns/arbeitsschwerpunkte/forschungsdatenmanagement/
http://www.zbw.eu/de/forschung/
http://www.uni-kiel.de
http://www.gerdi-project.de/

Pressekontakt:
Dr. Doreen Siegfried, Pressesprecherin
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Düsternbrooker Weg 120, 24105 Kiel
Telefon: +49 (0)431 8814-455, Telefax: +49 (0)431 8814-520, mobil: +49 (0)172 251 48 91
E-Mail: d.siegfried@zbw.eu, Internet: http://www.zbw.eu

Dr. Boris Pawlowski, Pressesprecher
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Presse, Kommunikation und Marketing, Postanschrift: D-24098 Kiel
Telefon: +49 (0)431 880-2104, Telefax: +49 (0)431 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: http://www.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

http://www.zbw.eu/de/ueber-uns/arbeitsschwerpunkte/forschungsdatenmanagement/
http://www.zbw.eu/de/forschung/
http://www.uni-kiel.de
http://www.gerdi-project.de/

Dr. Doreen Siegfried | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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