Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kieler Weltrekord in effizienter Datenübertragung

10.11.2011
Von der Theorie zur Praxis kann es ein weiter Weg sein. Den Abstand zwischen realisierbaren Datenraten und der theoretisch möglichen Datenrate hat eine Arbeitsgruppe von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) jetzt auf Weltrekordniveau reduziert.
Damit steht die Grundlage für die 5. Mobilfunkgeneration, die höchste Datendurchsatzraten erfordern wird. Zukunftsvisionen wie ein mobiles Röntgengerät oder Kapseln, die ein EEG ohne Umwege aus dem Gehirn senden, kommen der Umsetzung damit ein erhebliches Stück näher. Außerdem bedeutet der Weltrekord, dass bei gleicher Mobilfunknutzung weniger Elektrosmog entsteht.

Die unscheinbare Zahl von einem Dezibel beschreibt, was bisher nur Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Informations- und Codierungstheorie gelungen ist: Sie haben das Übertragungssignal von Telefongesprächen durch eine Kombination von Modulation und Codierung fehlertoleranter gemacht. So lässt sich die benötigte Sendeleistung bei höherer Datenrate minimieren.
Wenn mehrere Mobilfunkanwendungen wie Telefonieren, Videoaufnahmen oder Textnachrichten gleichzeitig genutzt werden, bleibt bekanntlich nur wenig Freiraum auf der Breitband-Autobahn. Bereits vorhandene Forschungsergebnisse erlauben es, unterschiedliche Datenströme aufzusummieren und so weniger Bandbreite in Anspruch zu nehmen. „Das Problem war bisher aber die eindeutige Entschlüsselung der Datenströme auf der Empfängerseite“, erklärt Arbeitsgruppenleiter Professor Peter Adam Höher. Damit der Empfänger am Ende die richtige Information ausgibt, haben die Kieler Forschenden eine denkbar unkomplizierte Methode erfunden: „Zu den Nullen und Einsen der eigentlichen Information kommen weitere hinzu, die sich über einen festgelegten Code aus den informationstragenden Bits errechnen. Der Code muss nur noch im Empfänger bekannt sein und schon gehören Mehrdeutigkeiten bei der Datenübertragung der Vergangenheit an“, so Höher.

Die Arbeitsgruppe beteiligt sich am internationalen Masterstudiengang „Digital Communications“ der Technischen Fakultät der CAU. Neueste Mobilfunksysteme, immer schnellere optische Datenübertragungssysteme oder 3D-Fernsehen fürs Wohnzimmer stehen hier auf dem Studienplan. Aber auch Radar- oder Unterwassernavigation gehören zur vielfältigen Ausbildung. Aus aller Welt kommen Graduierte an die Kieler Universität, um an den praxisnahen Projekten mitzuwirken. In diesem dynamischen Umfeld gedeiht der wissenschaftliche Nachwuchs hervorragend: Allein im aktuellen Wintersemester, 2011/12, sind knapp 50 Studierende aus Ägypten bis Vietnam immatrikuliert.

Ein Bild steht zum Download bereit:
www.uni-kiel.de/download/pm/2011/2011-182-1.jpg
Bildunterschrift: Codierte Daten: Kieler legen neuen Maßstab in effizienter Datenübertragung an.
Foto: Jürgen Haacks, Copyright: CAU

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse und Kommunikation, Dr. Boris Pawlowski, Text: Claudia Eulitz
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de

Claudia Eulitz | Uni Kiel
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: CAU Datenrate Datenströme Datenübertragung Röntgengerät Weltrekord

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie