Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf gegen den Bot

19.03.2013
Göttinger Doktorand entwickelt neues System zur Erkennung von Schadsoftware im Internet

Bot-Netzwerke gehören zu den größten Sicherheitsproblemen im IT-Bereich – sie sind verantwortlich für Spam, Identitätsdiebstahl und sogenannte Denial-of-Service-Attacken. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun in Zusammenarbeit mit der University of California in Santa Barbara ein neues System zur Erkennung solcher Schadsoftware im Internet entwickelt.

Im Gegensatz zu bisherigen Systemen stellt der Göttinger „BotFinder“ eine geringere Belastung für das Netzwerk dar und ist in der Lage, auch verschlüsselte Daten zu analysieren. Zudem dringt es deutlich weniger in die Privatsphäre der betroffenen Nutzer ein.

Bot-Netzwerke werden von einer Software gesteuert, die einen infizierten Computer an ein großes, unter krimineller Kontrolle stehendes Netzwerk anbindet. Klassische auf einem Computer installierte Virenscanner erfordern regelmäßige Aktualisierungen durch den Nutzer und sind nur bedingt in der Lage, Bot-Infektionen überhaupt zu erkennen. Netzwerkbasierte Systeme versuchen, den Datentransfer zwischen dem infizierten Rechner und dem Kontrollserver des Bot-Netzwerkes zu finden und auszuwerten. Bislang war es erforderlich, dass dabei jedes Datenpaket genau untersucht und der gesamte Inhalt ausgewertet wurde – eine sehr aufwändige Methode, die außerdem bei verschlüsselten Übertragungen nicht funktioniert.

„BotFinder“ hingegen ist in der Lage, Bot-Infektionen durch eine statistische Analyse des Datenverkehrs zu erkennen. „Wir benötigen keine inhaltliche Untersuchung der einzelnen Pakete mehr, sondern ermitteln statistische Schlüsselfaktoren, die den Datenverkehr infizierter Rechner von dem normaler Computer unterscheiden“, erläutert Dr. Florian Tegeler, der das System im Rahmen seiner Doktorarbeit in der Netzwerkgruppe am Institut für Informatik der Universität Göttingen entwickelte. BotFinder nutzt Techniken des maschinellen Lernens und erzeugt Modelle des Datenverkehrs mit dem Bot-Netzwerk. „Unsere Tests haben gezeigt, dass BotFinder eine hohe Erkennungsrate bei niedriger Fehlerquote aufwies“, so Dr. Tegeler. „Darüber hinaus arbeitet es leistungsstärker als bisherige netzwerkbasierte Lösungen.“

Kontaktadresse:
Dr. Florian Tegeler
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Mathematik und Informatik – Institut für Informatik
Goldschmidtstraße 7, 37077 Göttingen, Telefon (0551) 39-172057
E-Mail: ftegeler@informatik.uni-goettingen.de

Thomas Richter | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de
http://www.net.informatik.uni-goettingen.de/people/florian_tegeler?lang=de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Modellfabrik Industrie 4.0: Forschungs- und Trainingsplattform für Wissenschaft und Wirtschaft
28.03.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten