Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kamera-Revolution: Ganzer Bildbereich im Fokus

06.05.2010
Nahe und ferne Objekte werden gleichzeitig scharf abgebildet

Forscher an der University of Toronto (UT) haben ein Video-Kamerasystem entwickelt, das ihrer Ansicht nach die ganze Branche revolutionieren wird. Denn mithilfe der "Omni-focus Video Camera" können Objekte im Nah- und Fernbereich gleichzeitig scharf abgebildet werden. Dadurch wird es beispielsweise möglich, dass bei einer Konzertübertragung sowohl der Sänger im Vordergrund als auch die Band im Hintergrund gleichzeitig im Fokus sind.

Noch ist das System in der Entwicklungsphase. Doch der hinter dem Projekt stehende Keigo Iizuka, Professor am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der UT, ortet potenzielle Anwendungsmöglichkeiten nicht nur in der Unterhaltungsindustrie, sondern beispielsweise auch in der Medizin. Die Grundlage für die Entwicklung bildet dabei eine neue Methode zur Distanzermittlung.

Entfernungsbestimmung für Schärfe

Der Ansatz macht sich eine Ausbreitungseigenschaft des Lichts zunutze. "Die Intensität einer Punktquelle nimmt umgekehrt proportional zum Quadrat der Ausbreitungsdistanz ab. Diese Variation mit der Entfernung hat sich als auseichend erwiesen, um hochauflösende Tiefenmessungen zu ermöglichen", erklärt Iizuka. Er hat unter Zuhilfenahme dieser Tatsache die "Divcam" (Divergence-ratio Axi-vision Camera) entwickelt, mit der Entfernungen unabhängig von Oberflächentexturen ermittelt werden können.

Eine solche Divcam bildet das Kernstück der Omni-focus Video Camera. Außerdem sind darin mehrere Videokameras verbaut, die jeweils für unterschiedliche Entfernungen scharf gestellt werden. Mithilfe der Divcam wird in Echtzeit ermittelt, wie weit jeder Pixel im Bildbereich vom System entfernt ist. Mittels eines Softwaretools, das auf einer Entwicklung des Unternehmens Wilkes Associates http://www.wilkesassociates.com beruht, werden dann für die Ausgabe Pixel der jeweils geeignetsten Einzelkamera zusammengesetzt. So entsteht ein Bild, das überall scharf ist.

Anwendungspotenzial

Grundsätzlich könnte eine Kamera, die Objekte unabhängig von der Entfernung scharf abbildet, in vielen Bereich von industriellen Anwendungen in der Fertigung über Sicherheitssysteme bis hin zur Unterhaltungselektronik Anwendung finden, so die Entwickler der Omni-focus Video Camera. Einen möglichen Forschungsschwerpunkt sieht Iizuka dabei in Zukunft im Bereich der TV-Kameras wie eben für Konzertübertragungen.

Außerdem ortet der UT-Professor großes Potenzial in der Medizin und speziell Chirurgie. "Ich würde das Prinzip der Omni-focus Video Camera gerne auf ein Laparoskop anwenden", sagt er. Das ist ein Endoskop zur Bachhöhlenspiegelung. "Es wäre für OP-Ärzte hilfreich, wenn sie das ganze Blickfeld gut erkennen können, ohne die Optik zu bewegen, insbesondere bei großen Läsionen", erklärt Iizuka.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.utoronto.ca

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten
22.08.2017 | Fraunhofer IPM

nachricht Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement
21.08.2017 | ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen