Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT-Frühwarnsystem - Den Hackern das Handwerk legen

25.02.2009
Sieben Projektpartner aus Unternehmen und Wissenschaft entwickeln IT-Frühwarnsystem mit Methoden der Künstlichen Intelligenz.

Angriffe auf die IT-Systeme von Unternehmen werden immer professioneller. Datenspionage hat längst die Dimension von organisierter Kriminalität angenommen.

Neben der stärkeren Sensibilisierung von Mitarbeitern für die Gefahren geht es strukturell um die Frage, wie sich Angriffe von professionellen Datenspionen bereits im Voraus erkennen lassen. Quasi eine Alarmanlage hinter der Firewall will das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Universität Bremen jetzt in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund drei Millionen Euro geförderten Projekt "FIDeS" (Frühwarn- und Intrusion Detection System) mit den Partnern Institut für Internet-Sicherheit, T-Systems, ZF Friedrichshafen AG, nicos AG, algorithmica technologies GmbH und mobile solution group GmbH entwickeln.

"Wir betreiben hier, ausgehend von den konkreten Anforderungen beteiligter Unternehmen wie T-Systems oder dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG, anwendungsorientierte Forschung. Ein Ziel ist ein sinnvoller Prototyp, der später - möglicherweise verbunden mit einer Firmengründung, einem Spin-Off - zu einem Produkt ausgebaut werden kann", erklärt der technische Projektleiter Dr.Karsten Sohr vom TZI.

Das Institut für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen bringt als wissenschaftlicher Hochschulpartner das bereits bewährte Internet-Analyse-System ein, das die Daten verschiedener Internetprotokolle streng anonymisiert nach den Richtlinien des Datenschutzes erfasst und auswertet.

Bei großen Unternehmen können das Millionen von Transaktionen in der Minute sein. "Die Herausforderung des Projektes ist es, diese verschiedenen Protokollquellen in der Analyse zusammenzuführen und Angriffe von systeminternen Abweichungen zu unterscheiden", berichtet Professor Norbert Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit.

"Wir untersuchen dabei nicht nur gängige Protokolle wie HTTP oder SMTP, sondern auch neue Technologien wie Voice over IP oder die serviceorientierte Architektur (SOA), eine moderne Softwarearchitektur, die primär von Unternehmen eingesetzt wird."

Drei Jahre haben die Bremer Wissenschaftler mit ihren Partnern Zeit, dieses Problem zu lösen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn jeder Angriff kündigt sich an und kommt keineswegs schlagartig aus dem Nichts. Es geht darum, ihn im Getümmel von Millionen Transaktionen identifizieren zu können.

Dafür setzt Sohr mit seinem Team, das im Rahmen des Projektes um vier Mitarbeiter aufgestockt wird, auf die Verfahren der Künstlichen Intelligenz, die sich für die Erstellung hochkomplexer Prognosen hervorragend eignen. "Wir wollen den Sicherheitsverantwortlichen in den Unternehmen das Leben leichter machen. Sie sollen frühzeitig ein Werkzeug an die Hand bekommen, das ihnen Hilfestellung bei der Entscheidung gibt, ob ein Angriff von außen vorliegt oder nicht", erläutert Otthein Herzog, Professor für Künstliche Intelligenz und TZI-Sprecher das zweite wichtige Projektziel.

"Wir wollen weitere Partner für das Projekt gewinnen, die uns helfen, praxisorientierte Anforderungsprofile zu erstellen" erklärt Sohr. Das könnten mittlere und große Unternehmen aus allen Branchen sein.

Bereits mit im Boot ist die ZF Friedrichshafen AG - ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 119 Produktionsgesellschaften in 25 Ländern. Zum Produktprogramm gehören Getriebe und Lenkungen sowie Fahrwerkkomponenten und komplette Achssysteme und -module. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 60.000 Mitarbeiter und ist dezentral aufgestellt.

Die ZF-Unternehmensbereiche und -Geschäftsfelder agieren operativ selbständig und flexibel am Markt. Daraus ergibt sich eine besondere Bedeutung der IT-Sicherheit. "Wir wollen unser geistiges Eigentum sichern, das Know-how erweitern und nach Möglichkeit eine Software exakt nach unserem Bedarf erhalten", benennt Vorstandsmitglied Willi Berchtold, verantwortlich für den Bereich Informatik, die zentralen Gründe für das Engagement im Projekt "FIDeS".

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Dr. Karsten Sohr
Tel. 0421/218-63922
E-Mail: sohr@tzi.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.tzi.de
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise