Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intuitiv, günstig und von hoher Qualität

24.06.2010
Kompliziert, teuer und aufwendig – das muss nicht sein. Es gibt eine intuitiv bedienbare, kostenfreie und gerade für kleine und mittlere Unternehmen gut einsetzbare Alternative: Professor Dr.-Ing. Frank Rieg, Inhaber des Lehrstuhls für Konstruktionslehre und CAD an der Universität Bayreuth, und sein zehnköpfiges Team stellten die als Freeware über das Internet verfügbare, aktuellste Version des Finite-Elemente-Programms Z88 Aurora jetzt der Öffent-lichkeit vor.

Wenn Designer und Ingenieure Maschinen oder Bauteile konstruieren, wenn sie Konsumgüter entwerfen, Leichtbau betreiben oder auch vor der Aufgabe stehen, Ressourcen einzusparen, gehören Finite-Elemente-Programme inzwischen zu ihren wichtigsten Werkzeugen. Die Finite-Elemente-Analyse ist eine computergestützte Methode zur Festigkeitsberechnung.

Dabei wird ein Bauteil in viele kleine Teile, eben in finite Elemente, unterteilt, um Belastungen beim Betrieb des Teils zu analysieren. Mit Hilfe von Differentialgleichungen, die der Computer berechnet, erhalten Konstrukteure und Designer vor allem aus den Branchen Fahrzeugbau, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau, Konsumgüter und regenerative Energien detaillierte Informationen über Verformungen und Spannungen infolge der Beanspruchung durch äußere Kräfte: Hält das Bauteil den Belastungen stand? Kann Material eingespart werden? Ist das Design besser als das Vorherige? In der Folge lässt sich mit der Finite-Elemente-Analyse der teure Bau von Prototypen reduzieren, lassen sich aufwendige Versuche minimieren und belastbare Aussagen über die Haltbarkeit von Konstruktionen treffen.

Ganz sicher würden längst schon viel mehr Firmen und gerade auch kleinere und mittlere Unternehmen die Finite-Elemente-Analyse anwenden, sprächen da nicht ein paar gewichtige Argumente dagegen: Finite-Elemente-Programme, die zumeist aus us-amerikanischer Softwareherstellung kommen, sind in der Anschaffung und bei den Lizenzgebühren teuer. Sie sind nicht eben einfach zu erlernen und zu bedienen. Und sie sind in der Regel in englischer Sprache verfasst.

Der Bayreuther Universitätsprofessor Dr.-Ing. Frank Rieg und sein Team machen an dieser Stelle alles anders: Z 88 Aurora spricht deutsch. Es ist intuitiv bedienbar, mit einem umfangreichen und übersichtlichen Handbuch sowie mit Video-Tutorials und Online-Hilfen ausgestattet. Es ist an den Benutzer und den Arbeitskontext anpassbar. Es ist einfach zu installieren und funktioniert auf handelsüblichen PCs. Und es ist kostenfrei über das Internet zu beziehen. Bei all diesen Vorteilen war dem Entwicklerteam dennoch klar: Die Anwender würden inhaltliche Qualitätsabstriche nicht hinnehmen. Hinter den Leistungsmerkmalen anderer, kommerzieller Finite-Elemente-Programme darf Z 88 Aurora nicht zurück-bleiben.

Tut es auch nicht: Dass die Qualität des mit finanzieller Unterstützung der Oberfrankenstiftung weiterentwickelten Softwarepakets stimmt, zeigen die Downloads im Internet. Über 500 Zugriffe pro Tag aus der ganzen Welt sehen die Bayreuther Entwickler als Bestätigung dafür, dass Z 88 Aurora in der Praxis ankommt. Davon überzeugten sich bei der Präsentation der neusten Version auch Experten aus der Wirtschaft, der Politik, der Verwaltung und aus den Reihen der Universität Bayreuth. Regierungspräsident Wilhelm Wenning zeigte sich ebenso wie der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth Dr. Michael Hohl beeindruckt von dem Angebot, dass der Lehrstuhl für Konstruktionslehre der gesamten Konstrukteursszene macht. „Z 88 Aurora ist eine Innovationsrevolution aus Oberfranken, die Konstruktikonsprozesse gerade in kleineren und mittleren Unternehmen auf eine neue Basis stellen kann und diese deutlich verbilligt“, so der Oberbürgermeister.

Auch die Universität Bayreuth profitiert erheblich von der Entwicklung, die auf 150.000 Zeilen Quellcode basiert: Ihre Absolventen verlassen die Universität mit profunden Kenntnissen in den Methoden und im Umgang mit der Finite-Elemente-Analy-se, weil ihnen die passende Software zur Verfügung steht. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Bayreuth zumindest in Bayern. In gar nicht so wenigen Fällen nehmen Studierende der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften Z 88 Aurora mit, wenn sie nach ihrem Abschluss in die Wirtschaft wechseln.

Zwei weitere Jahre hat das Entwicklerteam um Professor Dr.-Ing. Rieg nunmehr Zeit, sein Finite-Elemente-Programm auszubauen. So lange läuft das von der Oberfrankenstiftung geförderte Projekt weiter. Ihr Ziel ist es, künftig z.B. auch Temperaturberechnungen und Schwingungsverhalten in die rechnergestützten Analysen einzubeziehen.

Zum Team gehören:
Professor Dr. Frank Rieg
Dr.-Ing. Bettina Alber-Laukant
Diplom-Wirtschaftsingenieur Reinhard Ha-ckenschmidt
Diplom-Mathematiker Martin Neidnicht
Diplom-Ingenieur Florian Nützel
Diplom-Ingenieur Bernd Roith
Diplom-Ingenieur Alexander Troll
Diplom-Ingenieur Christoph Wehmann
Diplom-Ingenieur Jochen Zapf
Diplom-Ingenieur Markus Zimmermann
Dr.-Ing. Martin Zimmermann

Frank Schmälzle | idw
Weitere Informationen:
http://www.z88.uni-bayreuth.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Volle Konzentration am Steuer
25.11.2016 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Warum Reibung von der Zahl der Schichten abhängt
24.11.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz