Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligenter Algorithmus findet freies Carsharing-Auto

21.01.2015

Eine Software soll die Kombination verschiedener Verkehrsmittel unkomplizierter machen: Siemens entwickelt einen Service, um die Verfügbarkeit von Carsharing-Fahrzeugen zu einer bestimmten Zeit an einem gegebenen Ort vorherzusagen.

Das Prognosetool soll in die integrierte Mobilitätsplattform SiMobility Connect eingebunden werden. Diese Plattform vernetzt Carsharing-Anbieter, Verkehrsbetriebe, Taxis oder Fahrradverleihe. Die Nutzer können dann mit nur einer App all ihre Wege planen und direkt sehen, welche Verkehrsmittelkombination sofort oder später am vorteilhaftesten ist.

Ziel ist es, das sogenannte intermodale Reisen - also die Kombination verschiedener Verkehrsmittel - planbarer zu machen und so der wachsenden Verkehrsbelastung in Ballungsräumen zu begegnen. Die neue Software bindet auch Car-Sharer ein, deren Autos keine festen Stellplätze haben.

Dieses sogenannte free floating Carsharing ist ein relativ neues Konzept, das erst durch moderne Informationstechnik möglich wurde. Die Fahrzeuge haben keinen festen Standort, sondern können innerhalb einer bestimmten Region frei abgestellt werden und melden ihre Position an eine Zentrale.

Die Nutzer prüfen über eine App die aktuelle Verfügbarkeit von Autos an ihrem Ort und buchen sie direkt vor dem Einsteigen. Der Vorteil liegt in der hohen Flexibilität, denn das Auto muss nicht mehr zu einem festen Zeitpunkt an einen bestimmten Platz zurückgebracht werden. Demgegenüber steht die schlechtere Planbarkeit. Die Fahrzeuge können nicht lange im Voraus reserviert werden und der Nutzer kann nicht sicher sein, ob in der Zukunft an dem gewünschten Ort ein Auto in akzeptabler Entfernung zu erwarten ist.

Position von Carsharing-Autos in Echtzeit vorhersagen

An diesem Punkt setzen die Forscher von Siemens Corporate Technology an. Sie entwickelten einen Algorithmus, der aus den Echtzeit-Daten der Position aller Carsharing-Autos vorhersagen kann, wo und wann sie künftig verfügbar sein werden. Ausgangspunkt sind die historischen Positions- und Verfügbarkeitsdaten aller Autos über die Zeit.

Betrachtet man diese Daten länger, erkennt man Muster in der Autoverteilung, aus denen sich Prognosen ableiten lassen. Dann gibt es eine Reihe äußerer Einflüsse wie Wetter, Feiertage und Ferienzeiten oder Großveranstaltungen, die ebenfalls mit einbezogen werden können. Auch Maßnahmen des Carsharing-Anbieters, wie die Bereitstellung zusätzlicher Fahrzeuge, beeinflussen die Autoverteilung.

Um diese großen Datenmengen beherrschbar zu machen, teilen die Forscher das Areal, für das Prognosen getroffen werden sollen, in einzelne Gitterzellen auf. In diesen Zellen lernt der Algorithmus anhand historischer Daten, die Autoverteilung möglichst genau vorherzusagen. Mit wachsenden Datenmengen wird das gelernte Modell über die Zeit besser, so dass es auch während es bereits im Einsatz ist, immer genauere Prognosen trifft.

Ist der Algorithmus in eine Reiseplanungs-App integriert, können Nutzer für ihren gewünschten Ort die Wahrscheinlichkeiten für die Verfügbarkeit von Autos in einem von ihnen gewählten Radius abrufen und so ihre Wege besser planen. Die Carsharing-Anbieter profitieren von der App, weil sie ihre Fahrzeuge noch besser auslasten können. (2015.01.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovation/de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Autonome Schifffahrt: Transdisziplinäre Forschung an der Uni Kiel
22.05.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung
18.05.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics