Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit intelligenten Handys Massenpanik verhindern

24.03.2010
Universität Passau ist Koordinator bei einem mehr als fünf Millionen Euro Fördermittel umfassenden EU-Forschungsprojekt

Ein modernes Mobiltelefon kann viel mehr als nur Telefonverbindungen herstellen, fotografieren oder Musik abspielen. Vielmehr verfügen Handys heutzutage über Sensoren, die den genauen Standort der Menschen und deren Bewegungen erfassen können oder die ihrem Besitzer via GPS Routenempfehlungen geben können - ähnlich wie dies Navigationsgeräte im Auto tun. Diese Funktionen kann man sich auch in Katastrophenfällen zunutze machen - und hier setzt das Projekt SOCIONICAL an.

In einem vollbesetzten Fußballstadion bricht ein Feuer aus: Menschen geraten in Panik und strömen wahllos auf die verschiedenen Ausgänge zu. Den Rettungsdiensten bietet sich eine unübersichtliche Lage, ihnen ist es nicht möglich, die Massenbewegungen aufzufangen, geschweige denn zu steuern.

Hier setzt das Projekt SOCIONICAL an: "Künftig sollen die Sensoren der Mobiltelefone in solchen Situationen die Gefahren "erkennen", miteinander und mit Gebäudesensoren kommunizieren, den Rettungsdiensten Informationen über die Menschenbewegungen und ihren Besitzern mitteilen, auf welchem Weg sie am schnellsten und sichersten das Stadion verlassen können" beschreibt Professor Dr. Paul Lukowicz, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik mit Schwerpunkt Eingebettete Systeme an der Universität Passau, das Ziel.

SOCIONICAL steht für Complex Socio-Technical System in Ambient Intelligence. An dem über vier Jahre laufenden Projekt sind 14 Partner beteiligt, neben Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland auch aus Großbritannien, Holland, Österreich, Polen und der Schweiz - darunter renommierte Einrichtungen wie die ETH Zürich oder die London School of Economics. Zudem gibt es mehrere Industriepartner aus Israel, Italien und Spanien.

Als Koordinator des Projekts leitet die Universität Passau die wissenschaftlichen Arbeiten und ist die Schnittstelle zwischen der Europäischen Kommission und den Partnern. So fließen die gesamten Mittel - rund 5,3 Millionen Euro - über die Universität Passau und werden dann an die Partner weiter geleitet. Eine Million Euro müssen die Partner selbst einbringen. Von den EU-Mitteln gehen etwa 650.000 Euro an die Universität Passau.

In Passau arbeiten an dem Projekt drei, über alle Standorte hinweg etwa 40 Wissenschaftler. An der Universität Passau ist auch der Lehrstuhl für Südostasienkunde II von Professor Dr. Rüdiger Korff und der Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Rechnerkommunikation und Rechnernetze von Professor Dr. Hermann de Meer beteiligt. Überhaupt war die interdisziplinäre Vernetzung in Passau einerseits, andererseits aber auch die gute Vernetzung von Professor Dr. Paul Lukowicz in der Fachcommunity mit ausschlaggebend, dass das Projekt in Passau angesiedelt wurde.

Möglicherweise hätte beim Tsnuami in Thailand im Jahr 2004 ein solches System Menschenleben retten können: "Viele Menschen standen staunend am Meer, als sie die Welle haben kommen sehen und haben das Mobiltelefon gezückt, um Fotos zu machen. Über das Mobiltelefon hätte man auch die Botschaft 'Sofort den Strand verlassen' senden können", sagt Professor Dr. Paul Lukowicz.

Hinweis an die Redaktionen: Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Paul Lukowicz, Tel. 0851 509-3080, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851 509-1430

Thoralf Dietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten