Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Datenanalytik mit garantierter Privatsphäre

25.02.2015

Siemens entwickelt Werkzeuge, die in Smart-Data-Anwendungen den Datenschutz gewährleisten. Der verlässliche Schutz der Privatsphäre in den Daten ist hier eine wichtige Voraussetzung, denn nur dann sind Menschen oder Institutionen bereit, ihre Daten solchen Anwendungen zur Verfügung zu stellen.

Zusammen mit dem Fraunhofer Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme (Fraunhofer IAIS) arbeiten Wissenschaftler der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology (CT) deshalb an einem Werkzeugkasten, der den Nutzern von Smart Data hilft, die für ihre Anwendung definierten Datenschutz-Regeln umzusetzen. Zwar gibt es verschiedenste Algorithmen zur Anonymisierung von Daten, aber viele sind nicht auf die für Smart Data typischen Software-Umgebungen zugeschnitten. Die neue Toolbox soll eine Auswahl an Algorithmen für solche Umgebungen zur Verfügung stellen.

Smart Data, also die intelligente Analyse riesiger Datensätze, stellt neue Anforderungen an den Datenschutz. Es geht nicht mehr nur um persönliche Daten aus einer Quelle, man muss auch verhindern, dass Personen durch die Kombination von Datensätzen identifizierbar werden. Wie die Privatsphäre gewährleistet wird, hängt von der jeweiligen Anwendung ab.

Im einfachsten Fall reicht es, einzelne Merkmale aus dem Datensatz zu entfernen. In anderen Fällen werden bestimmte Informationen generalisiert, also etwa das Alter von Personen in Bereiche zusammengefasst. Oder die Namen werden so verschlüsselt, dass sie nicht mehr als Klartext erkennbar, aber noch eindeutig sind. Es gibt auch Algorithmen, die garantieren, dass die Abfrage größerer Datensätze immer eine bestimmte Mindestanzahl an Treffern ergibt. So verhindert man zum Beispiel, dass bei der Analyse medizinischer Datensätze einzelne Personen und ihre Krankheit identifiziert werden können.

Die sogenannte Privacy Preserving Big Data Analytics Toolbox wird Algorithmen für verschiedenste Anonymisierungsverfahren enthalten. Eine wichtige Anforderung ist die schnelle Verarbeitung riesiger Datenmengen. Dafür müssen die Algorithmen die für Smart Data typischen Datenbankarchitekturen nutzen und große Datensätze parallel verarbeiten können. Um dies zu garantieren, adaptieren die Forscher die in der Toolbox enthaltenen Algorithmen an die gebräuchlichen Systeme wie Hadoop und massiv parallele Datenbanken.

Originaldaten nicht mehr rekonstruierbar

Die Toolbox wird entweder zum Einlesen von Daten eingesetzt, so dass die Informationen direkt anonymisiert abgespeichert werden, oder man nutzt sie zur nachträglichen Verarbeitung bereits gespeicherter Daten. Die Originaldaten können nach der Anonymisierung nicht mehr rekonstruiert werden.

Siemens CT entwickelt die Toolbox in enger Verzahnung mit Konzern-Bereichen, die verstärkt auf Smart Data Anwendungen setzen. Dazu gehört zum Beispiel Siemens Healthcare, wo die Zusammenführung von Daten aus bildgebenden Verfahren wie Computer- oder Magnetresonanztomographie den technischen Service oder die Entwicklung von Diagnosesoftware unterstützt. Ein anderes Anwendungsfeld sind Smart Cities, also Städte mit intelligenten Steuerungssystemen, beispielsweise für Verkehr oder Energieversorgung. (2015.02.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovation/de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie