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Infrastruktur für große Datenmengen

27.04.2012
Mit CLARIN ERIC soll eine europäische Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Sozialwissenschaften gegründet werden – Wissenschaftler der Universität Tübingen sind federführend beteiligt.

Die Europäische Kommission hat der Forschungs-Initiative CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure) den Status eines European Research Infrastructure Consortiums (ERIC) verliehen. In CLARIN arbeiten Wissenschaftler europaweit daran, Geistes- und Sozialwissenschaftlern über Internetportale Zugriff auf große Datenmengen linguistischer Ressourcen zu geben und entsprechende Analysemethoden und -werkzeugen anbieten.

Mit Prof. Dr. Erhard Hinrichs (Lehrstuhl für Allgemeine Sprachwissenschaft und Computerlinguistik) ist die Universität Tübingen auf nationaler wie europäischer Ebene federführend beteiligt: Er ist wissenschaftlicher Koordinator des nationalen Verbundprojekts CLARIN-D und gehört ab sofort dem Direktorium des neuen CLARIN ERIC an.

Das CLARIN-ERIC ist als ein paneuropäischer Verbund der CLARIN-Infrastrukturzentren organisiert. Es wurde eigens als eine neue Rechtsform geschaffen, um die Infrastrukturkonsortien mit den gleichen Vorteilen (z.B. Steuerfreiheit und Zugang zu nationalen und europäischen Förderprogrammen) auszustatten, die auch für andere internationale Organisationen gelten. Am 18. April wurde es mit einer feierlichen Gründungsversammlung im niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Forschung in Den Haag offiziell eröffnet.

Die Europäische Kommission unterstützt CLARIN seit 2008 mit Fördermitteln. Die deutschen CLARIN-Zentren haben ihren Sitz an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, am Institut für Deutsche Sprache (Mannheim), am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik (Nijmegen), an den Universitäten Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Tübingen sowie an der Universität des Saarlandes. Sie erhalten zusätzlich für drei Jahre 10,9 Millionen Euro vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung, den beteiligten Bundesländern, Universitäten und Wissenschaftsorganisationen.

CLARIN trägt wesentlich zur Leistungsfähigkeit geistes- und sozialwissenschaftlicher Spitzenforschung bei: Die Initiative schafft virtuelle Forschungsinfrastrukturen, auf deren Basis neuartige wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können. Deutschland hat mit insgesamt neun CLARIN-Zentren die größte Anzahl nationaler Zentren. Speziell auch das Land Baden-Württemberg mit seinen drei CLARIN-D Zentren und der Koordinationsrolle von CLARIN-D durch die Universität Tübingen leistet hier einen wichtigen Beitrag für die Stärkung geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung in Europa.
Kontakt:
Prof. Dr. Erhard W. Hinrichs
Universität Tübingen
Philosophische Fakultät
Nationaler Koordinator für das CLARIN-ERIC
Telefon: +49 7071 29-74279
projektleitung@clarin-d.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.clarin.eu/
http://www.clarin-d.de/

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