Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informatiker der TU Graz entwickelt weltweiten Standard für sicheres Programmieren

07.05.2012
Schädliche Software bedroht nicht nur private Computer, sondern kann vor allem in Industrie und Wirtschaft fatale Folgen haben.

Ein Chip, der entwickelt wurde, um die Computersicherheit zu verbessern und bereits in Millionen von PCs eingebaut ist, fand bislang mangels Softwareschnittstellen kaum Verwendung.

Ein internationales Expertenteam hat nun unter der Federführung des Instituts für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz einen weltweiten Standard für die Programmierung in Java entwickelt, der Schnittstellendefinitionen liefert und genaue Anleitung gibt, wie die Dienste des Chips angesprochen werden können.

Egal ob in E-Mail-Programmen, Internetanwendungen wie Facebook und iTunes oder Online-Banking – schädliche Software ist eine allgegenwärtige Bedrohung. Das sogenannte „Trusted Platform Module“, ein Sicherheitschip, der auf Millionen PCs bereits mitgeliefert wird, soll die Unversehrtheit der Software sicherstellen. Das Problem bisher: Das Potential des Sicherheitschips wurde mangels geeigneter Softwareschnittstellen - besonders für die beliebteste Programmiersprache Java - kaum verwendet.

„Die bestehenden Schnittstellen waren sehr kompliziert und umständlich zu benutzen“, erklärt Ronald Tögl vom Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie der TU Graz. Unter seiner Federführung hat ein internationales Team nun einen weltweit gültigen Standard für Programmierschnittstellen, in der Fachsprache kurz API, für Java-Programmierung entwickelt. Damit gibt es ein „Handbuch“ für Programmieren in Java, das es ermöglicht, die kryptographischen Mechanismen des Sicherheitschips anzuwenden und Computer abzusichern. „Software-Entwickler erkennen nun, welche Programmierbefehle der Chip versteht. Das vereinfacht die Arbeit der Programmierer erheblich und erhöht gleichzeitig die Computersicherheit“, so Tögl.

Wertvolles Feedback der Öffentlichkeit

Der Standard mit der Bezeichnung JSR321 – JSR steht für Java Specification Request – macht es möglich festzustellen, ob auf einem PC nur jene Software läuft, die man selbst installiert hat, oder ob sich etwas „Fremdartiges“ eingenistet hat. In vierjähriger Arbeit hat ein internationales Team unter der Leitung der TU Graz an der Entwicklung dieses Standards gearbeitet. „Wir haben während der Entwicklung des Standards unsere Ergebnisse nicht nur einem Expertengremium vorgelegt, sondern auch immer wieder Unternehmen, anderen wissenschaftlichen Projektgruppen und der Öffentlichkeit zum Download zur Verfügung gestellt und um Kommentare gebeten. So ging der Standard durch mehrere Phasen und wurde stetig verbessert“, erläutert Tögl. Auch Marktführer wie Intel, Twitter und Credit Suisse unterstützen den Standard.

Beteiligt an der Entwicklung des Programmierstandards waren neben der TU Graz auch Experten von namhaften Unternehmen wie Oracle und Samsung sowie Forscher der University of Cambridge und der Universität Klagenfurt. Ronald Tögl wurde für die Leitung dieses Projekts bereits mit dem „Outstanding Spec Lead“ Award 2010 ausgezeichnet.

Im Field of Expertise „Information, Communication & Computing“ sind an der TU Graz Forschungsaktivitäten aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Mathematik zu einem von fünf Forschungsschwerpunkten gebündelt.

Rückfragen:
Dipl.-Ing. Ronald Tögl
Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologie
E-Mail: ronald.toegl@iaik.tugraz.at
Tel.: 0316 873 5502

Alice Senarclens de Grancy | Technische Universität Graz
Weitere Informationen:
http://www.tugraz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Intelligente Videoüberwachung für mehr Privatsphäre und Datenschutz
16.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips
16.01.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie