Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industrielle Förderanlagen effizient und einfach umbauen

02.05.2016

Stellen Sie sich vor eine Förderanlage transportiert auf einem geraden Weg Bauteile – wie zum Beispiel Getriebe oder Motoren. Jetzt soll eine zusätzliche Qualitätsprüfung außerhalb des laufenden Prozesses mit eingebunden werden. Dazu sollen die Getriebe nach rechts abbiegen und nicht mehr geradeaus befördert werden. Dazu muss die Förderanlage komplett umgebaut werden. Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe hat einen Weg gefunden beim Umbau der Förderanlage die Software automatisch anzupassen.

Ein alltäglicher Prozess in der Industrie: Produktionsanlagen werden an neue oder veränderte Produkte angepasst, wozu auch Änderungen in der Fördertechnik notwendig sind. Der Mensch überwacht und steuert die Förderanlagen mit Hilfe von Leitsystemen.


PCFF-Framework: Siemens WinCC, Fraunhofer IOSB ProVis.Visu, Gebhardt Visualisierung – 3 Systeme, 1 Lösung

Fraunhofer IOSB

Bei Änderungen an den Förderanlagen muss nicht nur die Hardware, sondern auch die Software angepasst werden. Heute erfolgen diese Tätigkeiten manuell, sind fehleranfällig und verursachen viel Aufwand und Kosten.

Effizienter ist es, wenn diese Anpassungen überwiegend automatisch ausgeführt werden. An dieser Stelle setzt die besondere Expertise des Fraunhofer IOSB an. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung wurde ein Werkzeug hierfür realisiert: Plug-and-Control für Flexible Fördertechnik - auch PCFF genannt. Dafür muss das Wissen der Ingenieure in die Software eingebracht werden.

Diese Kenntnisse werden gemeinsam mit den Daten importiert, die Prozessführungsbilder werden generiert und in die entsprechenden Zielsysteme exportiert. Jedes Modul beschreibt sich dazu selbst. Diese Beschreibung der Produktionskomponenten und –anlage erfolgt bei PCFF im internationalen Standard AutomationML (IEC62714).

Beim Umbau der Förderanlage werden die Mechanik, die Kommunikationsverbindungen und die Spannungsversorgung nach Bedarf umgebaut. Die Module funktionieren dabei so einfach wie Legobausteine - sie werden zu Anlagen zusammengebaut. Auch die zugehörige Leittechnik muss nach diesem Prinzip funktionieren. Aus den Beschreibungen der einzelnen Module wird das AutomationML-Modell der gesamten Förderanlage zusammengesetzt. Hieraus werden die Bilder für die verschiedenen Zielsysteme erzeugt.

Auch die direkte Prozessanbindung wird dem Anwender abgenommen. Hier nutzt PCFF den internationalen Standard OPC UA (IEC62541) für die Kommunikation.

Schneller und einfacher Umbau der Förderanlagen

Alle Partner tragen dabei gleichermaßen zum Ergebnis bei. Das Fraunhofer IOSB in Karlsruhe liefert die standardisierte Anlagenbeschreibung sowie das Framework für die Visualisierung. Die Mechanik und Elektronik sowie die Förderkomponenten kommen von der Gebhardt Fördertechnik GmbH. Die Firma cjt Systemsoftware AG erstellt das Framework zur Bedienung und Überwachung für die verschiedenen Zielsysteme. Die Steuerungstechnik und Schnittstellenanbindung wird vom Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme des KIT entwickelt.

PCFF unterstützt aktuell den Export in die Softwaresysteme Siemens WinCC, die Gebhardt eigene Visualisierung und Fraunhofer Provis.Visu. Die Förderanlagen sind so in kürzester Zeit wieder voll funktionsfähig.

Weitere Informationen:

http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/64031/

Angelika Linos | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie