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IBM entwickelt den neuen Höchstleistungsrechner „SuperMUC“ des Leibniz-Rechenzentrums der BAdW

13.12.2010
Vertrag wurde heute unterzeichnet / „SuperMUC“ geht Mitte 2012 in Betrieb und wird zu den leistungsfähigsten Universalrechnern der Welt gehören / Sehr hohe Energieeffizienz im Sinne des Green Computing

In Anwesenheit von Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch unterzeichneten heute Prof. Dr. Arndt Bode, Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, und Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, den Vertrag über den nächsten Höchstleistungsrechner „SuperMUC“ am LRZ.

Mit dem SuperMUC wird die bewährte Linie der auf vollwertigen Prozessoren basierenden, universell einsetzbaren Höchstleistungsrechner am LRZ konsequent fortgesetzt. SuperMUC wird den jetzigen, 2006 in Betrieb genommenen „HLRB II“ ersetzen und erneut den Sprung an die technologische Spitze schaffen. Mit 3 Petaflops Spitzenrechenleistung, 320 Terabyte Hauptspeicher und 12 Petabyte Hintergrundspeicher wird SuperMUC zu den leistungsfähigsten Universalrechnern der Welt gehören, wenn er Mitte 2012 in Betrieb geht. Die Spitzenrechenleistung von 3 Petaflops (wissenschaftlich: 3 PetaFlop/s) bedeutet 3 Billiarden, also 3,000,000,000,000,000 Gleitkommaoperationen (Floating Point Operation, Flop) pro Sekunde. Würde man mit einem Hammer Nägel in einem Abstand von einem Millimeter in die Erde schlagen, so würde man damit den Äquator 75,000 Mal in einer einzigen Sekunde umrunden!

Die Architektur des SuperMUC lässt trotz der imposanten Zahl von mehr als 110.000 Prozessorkernen einen stabilen Dauerbetrieb und sehr gute Skalierung erwarten. Über das Gauß Zentrum für Supercomputing (GCS) können Wissenschaftler in Bayern, Deutschland und darüber hinaus den neuen Höchstleistungsrechner bruchlos und ohne Änderung an den bisherigen Programmierkonzepten nutzen. Über die Infrastruktur PRACE (Partnership for Advanced Computing in Europe) eröffnet SuperMUC weitere neue Möglichkeiten für Wissenschaftler in 21 europäischen Mitgliedsstaaten.

Revolutionär ist das neue Kühlkonzept. Die aktiven Komponenten wie z.B. Prozessoren und Memory werden unmittelbar mit Wasser gekühlt, das über vierzig Grad warm sein darf. Diese „Hochtemperaturflüssigkeitskühlung“ und eine hochinnovative Systemsoftware zur energieeffizienten Leistungssteuerung ermöglichen es, den Anstieg des Energieaufwands und damit der Betriebskosten so gering wie möglich zu halten und darüber hinaus alle LRZ-Gebäude mit der Abwärme des Rechners zu heizen. „SuperMUC steht für unerreichte Energieeffizienz im Sinne des Green Computing und für Spitzenleistung in der Rechenkapazität durch massive Parallelität der universell einsetzbaren Multicore-Prozessoren“, hob Prof. Bode, Leiter des LRZ, hervor.

„Mit dem neuen Supercomputer erhält die deutsche und europäische Forschungslandschaft einen dringend benötigten Schub, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können“, sagte Martin Jetter, Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH. „Nur wenn wir nachhaltig in Forschung und Entwicklung investieren, werden wir auch künftig mit Spitzenergebnissen rechnen können. Besonders freut mich, dass das neue System maßgeblich in Deutschland von Experten des IBM Forschungs- und Entwicklungszentrums in Böblingen entwickelt und konzipiert wird.“

Die Anwendungen, die auf den Höchstleistungsrechnern des LRZ gerechnet werden, reichen von Simulationen der Entwicklung des Universums über die Modellierung des heißen Erdinnern, der Ausbreitung von Erdbebenwellen und die Berechnung von Strömungseigenschaften der verschiedensten technischen und natürlichen Systeme bis hin zu Untersuchung biologischer und immer häufiger auch medizinischer Fragestellungen, die unmittelbar den Menschen zugute kommen. „Der SuperMUC steht in der Tradition der Superrechner der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die für ein breites Spektrum wissenschaftlicher Anwendungen exzellente Resultate liefern“, betonte Akademiepräsident Prof. Dr. Dietmar Willoweit.

Die Investitions- und Betriebskosten für 5 bis 6 Jahre einschließlich der Strom-kosten für den SuperMUC werden 83 Mio. Euro betragen, die das Land Bayern und der Bund zur Hälfte finanzieren, ebenso wie die 50 Mio. Euro für die bereits laufende Gebäudeerweiterung des LRZ. Darüber hinaus fördert Bayern weitere begleitende Projekte wie z.B. das Bayerische Kompetenznetz für Wissenschaftlich-Technisches Höchstleistungsrechnen KONWIHR mit seinen mehr als 25 überregionalen Anwendungen. Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch bezeichnete den SuperMUC als Investition in die Zukunft: „Leistungsfähige Rechner und Software sind heute der Schlüssel für wissenschaftliche und technologische Konkurrenzfähigkeit. Das Leibniz-Rechenzentrum in Garching wird mit dem neuen Höchstleistungsrechner zum Vorreiter einer energieoptimierten Computertechnik.“

Kontakt:
Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Dr. Ludger Palm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, E-mail: presse@lrz.de,
Tel. 089/35831-8792
IBM Deutschland GmbH
Hans-Jürgen Rehm, IBM Kommunikation/Communications, E-Mail: hansrehm@de.ibm.com, Tel. 07034/15-1887 oder 0171-5566940

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften auf dem Forschungscampus in Garching ist der Dienstleister auf dem Gebiet der Informationsverarbeitung für die Münchner Hochschulen. Es stellt mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur für die Wissenschaften bereit und betreibt umfangreiche Datensicherungssysteme (Archivierung und Backup). Darüber hinaus ist das LRZ nationales Supercomputing Centre und Teil des Gauss Centre for Supercomputing, das von den drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren (Garching, Jülich, Stuttgart) gebildet wird.

Dr. Ellen Latzin | idw
Weitere Informationen:
http://www.badw.de
http://www.lrz.de/presse/ereignisse/supermuc-vertrag-2010-12-13/

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