Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Human Brain Project: Entwicklungsarbeiten für interaktiven Supercomputer haben begonnen

01.10.2014

Das Forschungszentrum Jülich hat drei Firmenkonsortien beauftragt, neuartige Supercomputer-Technologien zu entwickeln, die speziell auf künftige Anforderungen des Human Brain Projects zugeschnitten sind.

Auf Basis der entwickelten Technologien sollen Supercomputer in Zukunft interaktiv bedienbar werden. Die drei Konsortien hatten im Laufe des Jahres erfolgreich Angebote im Rahmen einer sogenannten vorkommerziellen Auftragsvergabe – auch „Pre-Commercial Procurement“ (PCP) genannt – eingereicht.


Deutschlands schnellster Rechner JUQUEEN am Jülich Supercomputing Centre, an dem auch der Superrechner für das Human Brain Project zukünftig in Betrieb gehen soll.

Quelle: Forschungszentrum Jülich

Experten des Jülich Supercomputing Centre (JSC) koordinieren in dem europäischen Großprojekt mit über 100 Forschungseinrichtungen aus mehr als 20 Ländern den Aufbau der sogenannten High Performance Computing (HPC) Platform.

Zentrales Ziel ist die Beschaffung und der Betrieb eines Superrechners in Jülich, der es ermöglichen soll, das gesamte menschliche Gehirn auf der Ebene einzelner Nervenzellen zu simulieren.

Innerhalb der nächsten Jahre soll dieser Supercomputer schrittweise auf eine Rechenleistung im Exascale-Bereich ausgebaut werden. Zum Vergleich: Das ist etwa hundert- bis tausendmal leistungsfähiger als aktuelle Spitzenrechner im Petascale-Bereich.

Die Anbieter, die sich erfolgreich beworben haben, um in einer ersten Phase des Verfahrens bis Januar 2015 jeweils ein Lösungskonzept zu erstellen, sind:

• Cray Computer GmbH (Switzerland) / Cray Computer Deutschland GmbH / Cray UK Limited
• Dell GmbH / ParTec Cluster Competence Center GmbH / Extoll GmbH
• IBM Research GmbH (Switzerland) / NVIDIA GmbH

Neben einer enormen Rechen- und Speicherkapazität muss der Supercomputer für das Human Brain Project einige besondere Anforderungen erfüllen, die über das typische Anwendungsspektrum von Superrechnern hinausgehen.

Umfassende, datenintensive Hirnsimulationen sollen nicht nur berechnet, sondern auch visualisiert und durch Experimentatoren interaktiv gesteuert werden – was sich auf das Design des gesamten Systems auswirkt.

Ziel ist es, einen Superrechner zu schaffen, der sich von Hirnforschern wie ein wissenschaftliches Instrument bedienen lässt. In einer virtuellen Umgebung können die Wissenschaftler damit „in silico“ Experimente am menschlichen Gehirn durchführen, die in der Realität unmöglich wären.

Weiterführende Informationen:

Vorkommerzielle Auftragsvergabe im Human Brain Project:
Die vorkommerzielle Auftragsvergabe ist ein noch relativ neues, von der Europäischen Kommission gefördertes Beschaffungsinstrument, das es öffentlichen Auftraggebern ermöglicht, speziell auf ihren Bedarf zugeschnittene Forschungs- und Entwicklungsaufträge zu vergeben. Das laufende Verfahren für das Human Brain Project zielt auf die Entwicklung von Komponenten für einen Höchstleistungsrechner mit einer Spitzenleistung von zunächst 50 Petaflops und einer Speicherkapazität von 20 Petabytes, mit dem sich großskalige Hirnsimulationen interaktiv visualisieren und steuern lassen. Teilnehmende Anbieter sind aufgefordert, ein Pilotsystem am Jülich Supercomputing Centre (JSC) zu installieren und während einer Testphase die Integration in eine skalierbare Rechnerarchitektur anhand repräsentativer Anwendungen aus dem Human Brain Project zu demonstrieren.

Human Brain Project (Projektwebsite): https://www.humanbrainproject.eu/
Jülich Supercomputing Centre (JSC): http://www.fz-juelich.de/jsc
Dossier über den Jülicher Beitrag zum Human Brain Project, „Modelling the Human Brain“: http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Forschung/it-gehirn/human-brain-modelling/_no...

Ansprechpartner:
Prof. Dirk Pleiter, Jülich Supercomputing Centre (JSC), Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-9327
d.pleiter@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Tobias Schlößer, Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2014/14-10-01HBP_PC...

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive