Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochsichere Datenschleuse erleichtert Umstieg auf neuen Internet-Standard

07.01.2010
Die von Forschern des Hasso-Plattner-Instituts entwickelte Hochsicherheitsschleuse "Lock-Keeper" kann jetzt auch den Datenfluss zwischen zwei Netzwerken regeln, von denen eins nach dem alten Internetprotokoll IPv4 und das andere nach dem neuen Standard IPv6 funktioniert.

Das teilte Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel mit. Das Hardware-basierte Rechnersystem Lock-Keeper schützt Netzwerke von Unternehmen oder Behörden durch physikalische Trennung vom Internet vor Angriffen. Gleichzeitig ermöglicht die Datenschleuse sicheren Nachrichtenaustausch zwischen den Netzen.

Dank einer Erweiterung ist der Lock-Keeper nun zum Beispiel in der Lage, ein nach dem neuen Standard IPv6 funktionierendes Intranet einer Behörde oder eines Unternehmens mit dem Internet zu verbinden, in dem noch das Protokoll IPv4 angewendet wird. "Das System fungiert somit als Übersetzer zwischen den Protokollen", erläuterte Meinel. Interessant sei es zum Beispiel für alle öffentlichen Verwaltungen in Deutschland, die künftig in ihren Netzen auf den neuen Internetstandard IPv6 umstellten, fügte Meinel hinzu. Vertrieben wird die Hochsicherheitsschleuse von der Siemens AG Schweiz.

"Der Lock-Keeper beruht auf dem einfachen Prinzip, dass man ein Netzwerk am besten schützt, wenn man es von anderen getrennt hält", berichtete Meinel, der auch Leiter des HPI-Fachgebiets Internet-Technologien und -Systeme ist. Durch die patentierte Technologie kann erreicht werden, dass Netzwerke höchstmöglich vor Online-Angriffen geschützt und sensible Daten gegen Internet-Spionage gesichert werden. "Daten, die vom einen Netz ins andere wollen, werden zunächst in den Lock-Keeper übertragen und können dort auf bösartigen Code und Schadsoftware geprüft werden, bevor sie dann sicher in das geschützte Netz übermittelt werden", erläuterte der Wissenschaftler das Funktionsprinzip.

"Erreicht wird das höchstmögliche Sicherheitsniveau durch die vollkommene physikalische Trennung. Der Lock-Keeper sorgt dafür, dass zu keinem Zeitpunkt eine Verbindung zwischen den beteiligten Netzwerken besteht", betonte Meinel. Zuverlässig unterbunden werden nach seinen Worten somit alle online-basierten Angriffe durch Spyware, Backdoors, Angriffe auf der Protokollebene wie etwa TCP Sequence Number Attack, Tunneling oder Fragmentation Attacks.

Denial of Service Angriffe werden so abgeblockt, dass sie das zu schützende Netz nicht beeinträchtigen können. "Anders als bekannte Schutzmechanismen, wehrt der Lock-Keeper proaktiv auch bislang unbekannte Angriffsarten ab, die auf eine bestehende Verbindung der Netze angewiesen sind", hebt der Wissenschaftler einen besonderen Vorteil hervor.

Durch die Implementierung bestimmter Trusted Computing-Konzepte erfüllt der Lock-Keeper die Anforderungen von Institutionen mit höchstem Bedarf an Sicherheit vollständig. Dazu gehören Militär, Polizei und andere Sicherheitsbehörden genauso wie etwa Finanzdienstleister und Unternehmen der Energieversorgung, des Bereichs Telekommunikation, des Transportsektors und der Luft- und Raumfahrt.

Katrin Augustin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Brain-Computer-Interface: Wenn der Computer uns intuitiv versteht
18.01.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht »Lernlabor Cybersicherheit« startet in Weiden i. d. Oberpfalz
12.01.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie