Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hingehört: Kieler Gründer blenden Umgebungsgeräusche aus

10.03.2017

Die vier Gründer Christian Lüke, Stephan Senkbeil, Merikan Koyun und Jochen Withopf haben aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) heraus ihr eigenes Unternehmen, die sonoware GmbH, gegründet. Den Kielern ist es jetzt erneut gelungen, die EXIST-Jury vom Potenzial ihrer Idee zu überzeugen. Mit Hilfe der EXIST-Förderung (Phase II) in Höhe von 180.000 Euro können sie ihren Prototypen bis zur Marktreife bringen. Ihr Produkt: Eine Software, die eine wesentlich bessere Kommunikation im Innenraum eines Autos ermöglicht.

Die vier Gründer Christian Lüke, Stephan Senkbeil, Merikan Koyun und Jochen Withopf haben aus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) heraus ihr eigenes Unternehmen, die sonoware GmbH, gegründet. Für die Umsetzung ihres Gründungsvorhabens haben sie sich bereits 2015 mit Unterstützung des Zentrums für Entrepreneurship (ZfE) der CAU erfolgreich um eine Förderung aus dem EXIST-Forschungstransfer-Programm (Phase I) des Bundes beworben.


Sprachsignale werden über Mikrofone im Innenraum eines Autos aufgenommen, in Echtzeit aufbereitet und verstärkt über Lautsprecher ausgegeben.

Copyright: sonoware


Das Gründerteam der sonoware GmbH (von links): Merikan Koyun, Christian Lüke, Stephan Senkbeil und Jochen Withopf.

Copyright: sonoware

Für die Entwicklung ihrer Software erhielten sie damals eine halbe Millionen Euro. Den Kielern ist es jetzt erneut gelungen, die EXIST-Jury vom Potenzial ihrer Idee zu überzeugen. Mit Hilfe der EXIST-Förderung (Phase II) in Höhe von 180.000 Euro können sie ihren Prototypen bis zur Marktreife bringen. Ihr Produkt: Eine Software, die eine wesentlich bessere Kommunikation im Innenraum eines Autos ermöglicht.

Moderne Autos können vieles, sofern sie aber Verbrennungsmotoren haben, wird immer ein Motorengeräusch zu hören sein. Dazu kommen ein laufendes Radio, lauter Straßenbelag oder Navigationsansagen. Alles in allem kann so bei einer normalen Autofahrt eine Geräuschkulisse entstehen, mit der wir uns im Alltag abgefunden haben.

Gespräche können da mühsam sein. Diesem Problem haben sich die sonoware-Gründer gewidmet. Ihre Software kann gesprochene Sprache verstärkt ausgeben und das mit bis zu 20 Dezibel lauter als die Konkurrenz. Umgebungsgeräusche werden dabei herausgefiltert, andere Audioquellen können während des Gesprächs gedämpft werden. „Unsere Software macht eine digital gestützte Innenraum-Kommunikation erst möglich“, ist sich der Physiker Christian Lüke sicher.

Neben verschiedenen Herausforderungen bei der Programmierarbeit konnten die vier Experten für Audio- und Sprachsignalverarbeitung zwei besonders wichtige Hürden nehmen: Die Software ermöglicht es, in Echtzeit mit nicht wahrnehmbarer Verzögerung gesprochene Sprache vom Rücksitz zu den Vordersitzen zu übertragen und umgekehrt. Das ist in einem kleinen Raum wie dem Innenraum eines Autos sehr wichtig, denn man kann den Sprechenden immer noch selbst hören und eine Übertragung muss mit der Schallgeschwindigkeit mithalten können. Eine weitere Herausforderung, die die vier gemeistert haben, ist die Rückkopplungskontrolle. Auch dieses Problem kommt in einem kleinen Raum häufiger vor. Mikrofon und Lautsprecher sind nahe beieinander und dürfen sich nicht gegenseitig stören.

„Wir fühlen uns mit unserer Software dort wohl, wo es laut ist“, betonen Christian Lüke und Wirtschaftsingenieur Stephan Senkbeil. Als nächstes wollen die vier gleichberechtigten Geschäftsführer mit Zulieferern der Autoindustrie ins Geschäft kommen. Das Ziel: „Wenn wir in Audio-Pakete für Neuwagen integriert werden, können Autokäufer unsere Innenraum-Kommunikation künftig einfach mitbuchen“, erklärt Senkbeil. Dabei setzt das Team auf individuelle Lösungen.

„Jeder Hersteller arbeitet mit unterschiedlichen Prozessoren, hat andere Betriebssysteme und andere Hardware. Auf allen Systemen soll die Softwarelösung problemlos laufen. Wir sind in der Lage, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen und können die Programmierung an jedes Modell anpassen“, ergänzt Lüke. Individueller Service gepaart mit professioneller Programmierung, dafür stehe ihre Marke.

Ihr Handwerk gelernt haben die Gründer am Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen Fakultät der CAU. Mit der Arbeitsgruppe Digitale Signalverarbeitung und Systemtheorie um Professor Gerhard Schmidt sind sie auch weiterhin eng verbunden. Christian Lüke und Stephan Senkbeil arbeiteten hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Jochen Withopf schreibt an seiner Doktorarbeit und Merikan Koyun hat hier seine Masterarbeit angefertigt.

Nicht nur auf die Unterstützung ihres Professors können sich die vier verlassen. Ein Masterstudent und zwei wissenschaftliche Hilfskräfte verstärken zurzeit das sonoware-Team. Die Studierenden können so Praxiserfahrung in einem Unternehmen sammeln und unterstützen gleichzeitig die Entwicklung weiterer Software-Anwendungen. So konnte sich die junge Firma bereits an geräuschunterdrückenden Kopfhörern (Active Noice Cancelling) beweisen und erarbeitet Möglichkeiten, die Kommunikation in Operationssälen zu verbessern.

„Wir sind offen dafür, welche Anwendungen sich noch für unsere Software ergeben“, betont Lüke. Fest stehe allerdings für alle: „Wir bleiben in Kiel. Der Kontakt zur aktuellen Forschung und zu potenziellen Arbeitskräften aus der Signalverarbeitung ist für uns ideal.“

Bilder stehen zum Download bereit:
http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-057-1.jpg
Das Gründerteam der sonoware GmbH (von links): Merikan Koyun, Christian Lüke, Stephan Senkbeil und Jochen Withopf.
Copyright: sonoware

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2017/2017-057-2.png
Sprachsignale werden über Mikrofone im Innenraum eines Autos aufgenommen, in Echtzeit aufbereitet und verstärkt über Lautsprecher ausgegeben.
Copyright: sonoware

Kontakt:
Sonoware GmbH
Telefon: 0431/5606 710
E-Mail: kontakt@sonoware.de

Das sonoware-Team wurde unter anderem durch das Zentrum für Entrepreneurship an der Kieler Universität unterstützt: www.zfe.uni-kiel.de. Ihre Gründungsidee werden Christian Lüke, Stephan Senkbeil, Merikan Koyun und Jochen Withopf auch auf dem Messestand der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel während der Hannover Messe 2017 vorstellen: www.uni-kiel.de/hannovermesse.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski, Text: Claudia Eulitz
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de, Twitter: www.twitter.com/kieluni Facebook: www.facebook.com/kieluni, Instagram: instagram.com/kieluni

Weitere Informationen:

http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2017-057-sonoware

Dr. Boris Pawlowski | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Weitere Berichte zu: Innenraum Lautsprecher Signalverarbeitung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics