Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfe für Landwirte im Datendschungel

01.10.2008
Ernteaufträge an Lohnunternehmen schicken, Bodenprobenanalysen bei Laboren in Auftrag geben, Saatgut bestellen: Ein Landwirt muss viele administrative Aufgaben erledigen. Eine internetbasierte Plattform unterstützt ihn künftig dabei.

Pflügen, Säen, Düngen, Ernten – die Zeiten, in denen ein Landwirt den ganzen Tag auf seinen Feldern gearbeitet hat, sind vorbei. Heutzutage verbringt er einen beachtlichen Teil seines Arbeitstages vor dem Computer. Er muss über alle Vorgänge Buch führen: Was baut er an? Wo liegen seine Anbauflächen? Welche Dünge- oder Pflanzenschutzmittel werden verwendet?

Er beauftragt Lohnunternehmen mit Ernteaufgaben, bestellt Saatgut, verkauft seine Produkte. Eine wichtige Voraussetzung dafür: Die Kommunikation zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben, dem Handel und den Behörden muss reibungslos laufen.

Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern haben zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Innovative Informationssysteme der Fachhochschule Bingen und dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur agroConnectrlp entwickelt. »Sie erleichtert dem Landwirt die bürokratische Arbeit und unterstützt den Informationsaustausch im Agrarsektor«, erläutert Björn Snoek, Projektleiter am IESE, die Vorzüge von agroConnectrlp.

Die Infrastruktur standardisiert Geschäftsprozesse und macht die administrativen Abläufe effizienter: Der Landwirt hat über die Plattform Zugriff auf alle Daten, die für seinen Betrieb relevant sind – etwa Bewirtschaftungsdaten, Ergebnisse von Bodenanalysen und amtliche Geo- und Flurstücksdaten der Landesverwaltung, beispielsweise aus dem Geoinformationssystem FLOrlp. Die jeweiligen Informationen werden nicht veröffentlicht – die Datenhoheit ist gewährleistet. Ein Beispiel: Will der Landwirt ein elektronisches Formular ausfüllen, um einen Lohnunternehmer mit der Ernte zu beauftragen, kann er auf die gespeicherten Daten zurückgreifen. Er muss sich nicht mehr mit dem Lohnunternehmer treffen, um ihm das entsprechende Feld zu zeigen. Er schickt einfach elektronisch die genauen Koordinaten des Felds.

Derzeit arbeiten die Forscher daran, agroConnectrlp auch für andere Anwendungszwecke nutzbar zu machen, beispielsweise den Verbraucherschutz. Stellt man etwa Rückstände von Pflanzenschutzmitteln bei Kartoffeln fest, ließe sich herausfinden, von welchem Betrieb die Kartoffeln stammen, wo genau sie angebaut wurden und welchen Mitteln sie ausgesetzt waren. Während der Grünen Woche Rheinland-Pfalz vom 20. bis zum 24. Oktober 2008 wird agroConnectrlp dem Staatssekretär Prof. Dr. Englert aus dem rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium und einem Fachpublikum vorgestellt.

Björn Snoek | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise