Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy, PDA & Co.: Ein Daumen ist nicht genug. Fazit der Leitkonferenz zu mobilen Diensten

21.09.2009
Am Freitag, 18.09.2009, ging die 11. internationale Leit-Konferenz Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services, die MobileHCI zu Ende.

Vier Tage präsentierten und diskutieren rund 300 Teilnehmer aus Wissenschaft und Industrie Konzepte und Ideen zu Einsatz und Bedienung von mobilen Geräten. Bedienkonzepte für Handys und PDAs waren ein Schwerpunkt der diesjährigen MobileHCI. Organisatoren waren das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und die Universität Siegen.

Kernthema der Konferenzserie MobileHCI ist die Gebrauchstauglichkeit von mobilen Geräten in wechselnden Nutzungssituationen. Heutige Geräte sind außerordentlich vielfältig und entwickeln sich ständig weiter. Beispielsweise hat sich das Mobiltelefon in kurzer Zeit vom voluminösen "Tragetelefon" in ein Mini-Allzweckgerät zum Fotografieren, Navigieren und Interagieren mit Gruppen oder Netzen verwandelt.

"Dabei ist der Benutzer in Bewegung, das heißt, die Interaktion mit den Geräten muss 'nebenbei' und zumeist einhändig erfolgen können - und möglichst, ohne andere Handlungen zu stören", erläutert Prof. Dr. Reinhard Oppermann vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, der als General Conference Chair der diesjährigen Konferenz vorsteht. "Beim Mobiltelefon sind neben dem Telefonieren SMS schreiben und die mobile Internetnutzung die meist genutzten Funktionen. Viele Forscher suchen daher nach Lösungen für eine schnelle, bequeme Texteingabe", so Oppermann weiter.

Beispielsweise stellten Forscher aus Georgia einen Two-Thumb-Charding-Ansatz vor, bei dem der Benutzer nicht einzelne Tasten drückt, sondern Akkorde greift, also mehrere Tasten gleichzeitig drückt. Diese Methode ist schneller, erfordert aber auch einen höheren Lernaufwand. Andere Wissenschaftler untersuchen, wie die Kraft, mit der man auf den Bildschirm tippt, genutzt werden kann, um die Eingabe einfacher zu machen. So erzeugt etwa leichtes Tippen Kleinbuchstaben und starkes Tippen Großbuchstaben.

Einen völlig neuen einhändigen Bedienansatz für Smartphones bietet das "Dual Interface". Hier ist das Gerät mit einem zusätzlichen Touch-Pad auf der Rückseite ausgestattet. So kann der Benutzer mit Hilfe des Daumens auf der Vorderseite und des Zeigefingers auf der Rückseite sehr effizient navigieren. Noch einen Schritt weiter geht der "HoverFlow"-Ansatz zweier Forscher aus Deutschland. Sie demonstrierten eine neue Form der berührungslosen Gestenerkennung für das iPhone, bei der Infrarot-Distanzsensoren verwendet werden. So entsteht ein erweiterter Interaktionsraum um das Gerät herum. Durch verschiedene Gesten, wie beispielsweise Auf- und Abwärtsbewegungen der Handfläche zum Gerät oder Winkbewegungen von links nach rechts, kann das Gerät bedient werden.

"Insgesamt wurden 176 Forschungsbeiträge aus aller Welt eingereicht, von denen wir etwa ein Fünftel auf der Konferenz zeigen konnten", berichtete Volker Wulf, Professor für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien an der Universität Siegen und Leiter des Geschäftsfelds Benutzerorientierte Softwaretechnik bei Fraunhofer FIT. Wulf war zusammen mit Prof. Dr. Matthias Jarke und Dr. Markus Eisenhauer, beide ebenfalls Fraunhofer FIT, Program Chair der diesjährigen Konferenz.

Doch nicht alles drehte sich nur ums Handy. Mobile Geräte oder Assistenten direkt integriert in Kleidung oder Sportgeräte gehören heute schon (fast) zum Alltag. Englische Wissenschafter etwa beschäftigten sich in ihrem Beitrag "Tacticycle" mit dem Design von interaktiven Anwendungen für Fahrradfahrer, z.B. mit Vibration an den Lenkergriffen als Richtungsweiser. Die Autoren stellten auch einen Leitfaden für interaktive Anwendungen für Radfahrer vor, der den Besonderheiten, wie etwa der Sicherheit im Straßenverkehr, den Interaktionsmöglichkeiten bei physischer Anstrengung etc., Rechnung trägt.

In 2009 wurde die MobileHCI vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und der Universität Siegen ausgerichtet, in Kooperation mit ACM SIGCHI und ACM SIGMOBILE. Unterstützt wurde die MobileHCI 2009 von der B-IT Research School und dem UMIC Cluster on Mobile Communications der RWTH Aachen.

Kontakt:
Alex Deeg
pr@fit.fraunhofer.de
Telefon +49 2241 14-2208

Alex Deeg | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fit.fraunhofer.de
http://www.mobilehci09.org

Weitere Berichte zu: ACM FIT Handy Informationstechnik Leitkonferenz MobileHCI Mobiltelefon PDA TASTE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie