Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gut und Böse im Internet: Von Schwierigkeiten, schädliche Programme zu erkennen bevor etwas passiert

20.12.2012
Man nennt sie Viren, Würmer, Bakterien, trojanische Pferde oder Kaninchen: Täglich gibt es zigtausende neue schädliche Programme, auch „Malware“.

McAfee spricht von bis zum Jahr 2012 insgesamt 100.000.000 schädlichen Programmen in seinem Malware-Zoo. Hersteller von Antiviren-Software aktualisieren kontinuierlich ihre Sammlung, um Kunden zu schützen.

Meist liegen dann bereits Schadensmeldungen vor. Wie jedoch kann man „Gut“ von „Böse“ unterscheiden, bevor etwas passiert? Informatiker wie Michael Meier, neuberufener Professor an der Universität Bonn, arbeiten an einem automatisierten Ansatz, der das Verhalten der Programme unter die Lupe nimmt.

Täglich 100.000 neue Proben

Kurz wähnt man sich tatsächlich in einer Vorlesung zur Zoologie, wenn von Würmern und Bakterien, Kaninchen (einem Sabotageprogramm) und Whaling (einer gezielten Attacke gegen Führungskräfte) die Rede ist. Es gibt eine Artenvielfalt schädlicher Software und täglich erscheinen rund 100.000 neue Proben, so Michael Meier, Professor für Informatik an der Universität Bonn. Trotz unterschiedlicher Erscheinungsformen lassen sich die Exemplare der gesammelten Schadsoftware einigen Familien oder Arten zuordnen, wenn sie eine ähnliche Funktionalität, d.h. ähnliche Eigenschaften und Aufgaben haben.

Programme in der Sandbox

Was schädliche Programme ausmacht, können Informatiker in einer abgeschlossenen Testumgebung beobachten – einer sogenannten „Sandbox“. Wichtig ist, dass sich die schädlichen Programme natürlich verhalten und zugleich keinen Schaden anrichten können. In der virtuellen Umgebung beobachten Informatiker Merkmale der Programme und versuchen, mögliche Kriterien für Malware abzuleiten. Zum Beispiel kann das die Anzahl und Art der Systemaufrufe sein, die das Programm abgibt. Systemaufrufe sind Aufforderungen eines Programms an das Betriebssystem, etwa auf Dateien oder die Hardware zuzugreifen.

Malware-Familie mit charakteristischem Erkennungsmuster

Da auch harmlose Programme Systemaufrufe abgeben, vergleichen Informatiker in einem zweiten Schritt verschiedene Programme, harmlose wie schädliche, auf der Suche nach Unterscheidungsmöglichkeiten. Mittels eines Cluster-Verfahrens werden verhaltensähnliche Programme gruppiert und Malware-Arten/Familien ausgemacht. Diese erhalten ein charakteristisches Erkennungsmuster – eine Signatur, die hilft, zugehörige Mitglieder zu identifizieren. Neue und potenziell schädliche Programme durchlaufen einen Erkennungsprozess, an den sich möglicherweise eine Warnung anschließt.

Frühwarnsystem AMSEL

Wie häufig Angriffe im Netz sind, zeigt die Statistik des Frühwarnsystems AMSEL (Automatisch Malware Sammeln und Erkennen Lernen), das Prof. Meier an der Technischen Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt hat: Der Prototyp von AMSEL mit Malware-Kollektoren auf mehreren Tausend IP-Adressen hat in den letzten drei Jahren über 106.910.920 Angriffe und 35.460 verschiedene Malware-Proben gesammelt.

Über das Projekt AMSEL, vielfältige Angriffsarten, sowie ihre Analyse und Erkennung berichtete Prof. Michael Meier bei seiner Antrittsvorlesung in der Universität Bonn. Prof. Meier bringt seine Erfahrung im Gebiet Cyber Security auch in das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE in Wachtberg und Bonn ein, wo er den Arbeitsbereich zum Thema leitet.

Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE
Fraunhoferstraße 20 | 53343 Wachtberg | http://www.fkie.fraunhofer.de
Kontakt: Prof. Michael Meier | Telefon +49 228 7354249 | michael.meier@fkie.fraunhofer.de

Presse: Bernhard Kleß | Telefon +49 228 9435-219 | bernhard.kless@fkie.fraunhofer.de

Bernhard Kleß | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fkie.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter
29.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise