Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Grünes Licht für schnelle Datenübertragung: Testreihe im POF-AC mit Osram-Laserdiode war erfolgreich

17.06.2011
Am Anwendungszentrum für Polymere Optische Fasern der Georg-Simon-Ohm-Hochschule (POF-AC) wird seit April die Datenübertragung mit einer neu entwickelten grünen Laserdiode getestet – mit hervorragenden Ergebnissen.
Der komplette Inhalt einer DVD lässt sich mit Hilfe von grünem Laser in einer Sekunde herunterladen. Die neuartige Laserdiode, die von der Firma Osram Opto Semiconductors produziert wird, kann mit einigen Modifikationen in Serie gehen.

Optische Polymerfasern (POF) sind ein beliebtes Medium für Datenübertragung bis zu 100 Metern. Sie werden heute zum Beispiel in Fahrzeugnetzen, in der Automatisierungstechnik und in schnellen Heimnetzwerken eingesetzt.

Die POF vereint die Vorteile, die alle optischen Fasern haben, nämlich: hohe Datenraten und Unempfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen, mit einfacher Handhabung und extremer Robustheit. Schnelle Systeme mit Geschwindigkeiten von über 1 Gigabit pro Sekunde konnten bislang nur mit roten Laserdioden verwirklicht werden. Für größere Strecken dagegen wäre ein grüner Laser deutlich besser geeignet, da bei „grün“ die POF das Licht weniger dämpft als bei „rot“.

Die Datenübertragung mit grünen Lasern
Die zur Übertragung verwendeten grünen Laserdioden werden auf Basis des Materialsystems Galliumnitrid hauptsächlich für mobile Laser-Projektoren oder Laser-Fernseher entwickelt. Damit existiert zum ersten Mal eine direkt strahlende grüne Laserdiode, die wesentlich kompakter ist und sich auch deutlich schneller an- und ausschalten lässt als die bisher verwendeten Systeme.

Im April 2011 begann das POF-AC der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg seine Tests mit Prototypen der neu entwickelten grünen Laserdioden. Zum ersten Mal war es möglich, sehr hohe Bitraten bei der Wellenlänge zu übertragen, wo das POF-Material am wenigsten Verluste hat.

Schon im ersten Versuch konnte gezeigt werden, wie mit direkt emittierenden grünen InGaN-Lasern die Kapazität von POF-Systemen vergrößert werden kann: Noch nie zuvor wurde auf der Standard-POF eine Datenrate von 4,2 Gigabit pro Sekunde über 100 Meter übertragen, eine Strecke, die für ein Kabelnetzwerk in einem normalen Haus reichen sollte.

Ersetzt „grün“ jetzt „rot“?
Bislang sind die Empfänger auf rotes Licht optimiert, aber die Vorteile des grünen Lasers könnten mit entsprechenden Empfangsdioden jedoch gut genutzt werden. Für einen Serieneinsatz in der Datenübertragung muss die Laserdiode noch optimiert werden, aber das ist nach Einschätzung von Prof. Dr. Olaf Ziemann vom POF-AC ohne größere Probleme möglich. Für die Datenübertragung reichen beispielsweise wesentlich kleinere optische Leistungen, als die eigentlich für Projektoren gedachten Laserdioden aktuell liefern.

Grüne Laserdioden könnten in Zukunft beispielsweise in aktiven optischen Kabeln eingesetzt werden, d.h. gesteckt wird mit dem vertrauten elektrischen Stecker, die Übertragung erfolgt jedoch optisch mit den im Stecker eingebauten Lasern. Eine weitere denkbare Anwendung sind Kabel für den Anschluss von HD-Fernsehern, bei denen pro Farbkanal 3,4 Gigabit pro Sekunde übertragen werden. Ein solches POF-HDMI-Kabel wäre nicht nur viel dünner und flexibler als ein Kupferkabel, sondern könnte auch viel länger sein, ohne dass die Qualität der Datenübertragung leidet.

Hinweis für Redaktionen:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Olaf Ziemann, E-Mail: olaf.ziemann@ohm-hochschule.de +++ Gerne hilft auch die Hochschulkommunikation weiter, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@ohm-hochschule.de

Elke Zapf | idw
Weitere Informationen:
http://www.ohm-hochschule.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise