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Grünes Licht für Norddeutschlands größten Supercomputer

16.01.2014
Sieben Bundesländer stärken ihre Kräfte für die Spitzenforschung – Einmalige Zusammenarbeit bundesweit

Grünes Licht für Norddeutschlands größten Supercomputer. Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajiæ, hat heute in der Leibniz-Universität Hannover die beiden Teilsysteme der dritten Generation des Norddeutschen Hochleistungsrechners in Betrieb genommen.

„Gottfried“ und „Konrad“ heißen die beiden Teilrechner zu Ehren des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz und des Computerpioniers Konrad Zuse. Die zwei Systeme sind zwischen der Leibniz Universität Hannover und dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik in Berlin miteinander verbunden. Die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und der Bund tragen die Investitionskosten in Höhe von 30 Millionen Euro je zur Hälfte. Das Land Niedersachsen übernimmt mehr als sieben Millionen Euro. „Sieben Bundesländer haben ihre Kräfte gebündelt, um die Spitzenforschung in Norddeutschland zu stärken. Eine solche Zusammenarbeit ist in der deutschen Forschungslandschaft weiterhin einmalig“, sagte die Ministerin.

Supercomputer sind mittlerweile unabdingbare Voraussetzung für exzellente Forschungsleistungen geworden. In 125 Großprojekten nutzen derzeit insgesamt 565 Wissenschaftler die Rechenleistungen von „Gottfried“ und „Konrad“. Wichtige Anwendungsgebiete sind unter anderem die Optimierung von Windenergieanlagen, die Klima- und Meeresforschung einschließlich der Untersuchung und Vorhersage von Wirbelstürmen oder die Entwicklung von Triebwerken, die weniger Lärm und Abgase erzeugen.

Die beiden Rechner in Hannover und Berlin sind mit einer 10-Gigabit-Datenleitung verbunden. Die mögliche Datenmenge, die in einer Sekunde über diese Datenleitung transportiert werden kann, entspricht dabei fast einer Million Buchseiten. In einer zweiten Ausbauphase wird der Supercomputer bis zum Ende das Jahres 2014 die Leistung des alten Systems um das Zehnfache übersteigen. Die Spitzenleistung wird dann 2,6 PetaFlops, das sind 2,6 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, ermöglichen.

Der Festplattenspeicher wird mit einer Kapazität von 8,2 Petabyte ausgestattet – das entspricht etwa einer Speicherkapazität von acht Billionen Büchern mit jeweils 500 Seiten. Zum Vergleich: die als größte Bibliothek der Welt geltende Library of Congress in Washington beherbergt lediglich 31 Millionen Bücher.

Der Norddeutsche Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN-Verbund) wurde 2001 von den Ländern Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gegründet. Im Jahr 2012 ist das Land Brandenburg dem Verbund beigetreten. Seitdem wurden zahlreiche wissenschaftliche Kooperationen zwischen den beteiligten Ländern ins Leben gerufen und der Zusammenschluss ist zu einer etablierten Größe in der deutschen Hochleistungsrechner-Landschaft geworden.

Petra Wundenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.niedersachsen.de

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