Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größtes Rechenzentrum der Welt geplant

08.07.2009
Schottland: Großanlage soll sich selbst mit Strom versorgen

Die Gruppe Internet Villages International verfolgt den Bau eines der weltgrößten Rechenzentren im schottischen Dumfries.

Mehrere nicht näher bekannte Investoren sollen durch ihre Beteiligungen auf einer Fläche von rund einem Quadratkilometer die Errichtung von Alba 1, der ersten nachhaltigen, weil energieautarken Großrechenanlage, ermöglichen. Laut Projektplan werden in mehreren Hallen rund 278.000 Quadratmeter Servernutzfläche zur Verfügung stehen. Die behördliche Genehmigung steht zwar noch aus, die Eröffnung des Rechenzentrums ist jedoch schon für 2010 geplant.

"Aufgrund der konstant moderaten Temperaturen in Schottland ist der Betrieb von großen Rechenzentren im Hinblick auf deren effiziente Kühlung etwas einfacher. Daher scheint mir die Errichtung einer energieautarken Anlage in dieser Größenordnung ein realisierbares, wenn auch ambitioniertes Unterfangen zu sein", sagt Wolfgang Schwab, Senior Advisor & Program Manager Efficient Infrastructure bei der Experton Group, im Gespräch mit pressetext. Vielmehr stelle sich die Frage, ob so eine Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann.

Alba 1 soll laut Guardian über 1.000 Arbeitsplätze schaffen und mit Hilfe der dort installierten Kapazitäten maßgeblich zu verlässlicheren und schnelleren Internetservices in Großbritannien beitragen. Bisher erfolgte die Versorgung der Insel mit Content vorwiegend von London, Kontinentaleuropa oder den USA aus. Die durch die örtliche Nähe des Rechenzentrums erzielbaren minimalen Geschwindigkeitssteigerungen im Datenverkehr könnten jedoch bereits entscheidende Auswirkungen auf die Funktionalität von Internet-Diensten haben (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090624015/).

In Schottland, wo zahlreiche Unternehmen der Halbleiterindustrie ansässig sind, sind noch weitere Rechenzentren geplant. Alba 1 soll allerdings über Biomasse- und Windkraftwerke zu 100 Prozent mit Strom versorgt werden, während andere Konzepte auf Strömungs- oder Wellenkraftwerke setzen. Die Energieunabhängigkeit solcher Großrechenzentren scheint dringend nötig: Bei einem geschätzten Richtwert von 1.500 Watt Stromverbrauch pro Quadratmeter Serverfläche würden allein für den Betrieb von Alba 1 Leistungskapazitäten in Höhe von 417 Megawatt notwendig.

Angaben des Borderstep-Institutes http://www.borderstep.de zufolge existierten 2007 in Deutschland bereits etwa 50.000 Rechenzentren unterschiedlicher Größe bei rund 1,5 Mio. Serverrechnern. "Je nach Erhebungsmethode schwanken die Verbrauchszahlen, wobei mir ein Anteil von zwei bis drei Prozent am Gesamtenergieverbauch realistisch erscheint", so Schwab. Der Stromverbrauch von Rechenzentren ließe sich bei gleichbleibender Last jedoch um 50 bis 60 Prozent senken, so der Experte weiter. Dafür müssten allerdings effiziente Kühlungssysteme installiert, Server durch Virtualisierungssoftware besser ausgelastet, qualitätsvolle und gleichermaßen stromsparende CPUs eingesetzt und auf intelligenten Netzteilen basierende Strommanagement-Systeme installiert werden. Im Falle von Neubauten könnte die Energiebilanz durch eine adäquate Nutzung der Abwärme sogar noch um weitere fünf bis zehn Prozent verbessert werden.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ivint.co.uk
http://www.experton-group.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0
07.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies
07.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie