Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Google verrät Details zu Chrome OS

20.11.2009
Quelloffenes Betriebssystem beendet die Festplatten-Ära

Google hat gestern, Donnerstagabend, in seinem Hauptquartier erstmals einen Blick auf das im Juli angekündigte Netbook-Betriebssystem Chrome OS gewährt. Zu dieser Gelegenheit wurde auch der Quellcode des Projekts unter http://www.chromium.org/chromium-os veröffentlicht. In rund einem Jahr soll das Browser-basierte Betriebssystem erstmals in Endkundenprodukten verfügbar werden.

Chrome OS unterscheidet sich deutlich von bisherigen Betriebssystemen. So wird es laut Google keine klassischen lokal installierten Anwendungen geben, man setzt ausschließlich auf Web-Applikationen. Auch die Ära der Festplatte neigt sich zumindest bei Google dem Ende zu. Bei Chrome-OS-Netbooks werden ausschließlich die Flash-basierten Solid State Drives (SSDs) zum Einsatz kommen.

Der Browser im Zentrum

Schon bei der ersten Ankündigung von Chrome OS (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/090708028/) war auffallend, dass das Betriebssystem den gleichen Namen trägt wie Googles Browser. Eben dieser entpuppt sich als zentrales Element des Chrome-OS-Konzepts. Zwar setzt es auf einen Linux-Kernel auf, doch das gesamte Nutzererlebnis spielt sich letztendlich im Browser ab.

Dass alle weiteren Programme Web-Applikationen sind, verspricht verschiedene Vorteile. "Das bedeutet, dass User sich nicht mit Installation, Verwaltung und Updates von Programmen auseinandersetzen müssen", heißt es im Google Blog. Auch wird laut Unternehmen jede Anwendung in einer eigenen Sandbox-Umgebung ausgeführt, wodurch Google Malware ein Riegel vorschieben will. Falls Chrome OS doch mit Schadsoftware infiziert wird, soll es mit einer sauberen Kopie neu starten, so die Idee.

Kontrollierte Hardware für viel Speed

Was die Hardware betrifft, macht Google klar, dass Chrome OS eigentlich für speziell darauf optimierte Geräte gedacht ist. Das soll unter anderem der Geschwindigkeit helfen, die mit im Vordergrund des Projekts steht. So stellt Chrome OS Boot-Zeiten von sieben Sekunden in Aussicht. Das ist auch der Grund, warum Festplatten im Hardware-Ökosystem von Chrome OS keinen Platz finden - Google setzt voll auf die schnelleren SSDs. Dass diese dank geringerem Stromverbrauch auch längere Akkulaufzeiten ermöglichen sollten, ist dem Unternehmen sicherlich ebenso recht.

Einschränkungen

Mit dem Web-zentrischen Zugang und den Hardware-Einschränkungen ist allerdings auch klar, dass Chrome OS nur in einem engen Segment ein direkter Konkurrent für klassische PC-Betriebssysteme wird. Als Hauptgerät etwa für Gamer oder Multimedia-Enthusiasten dürfte ein derartiges Netbook schwerlich ausreichen. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Geräte offline überhaupt irgendeinen Nutzen haben werden. Laut Sundar Pichai, Google Vice President of Product Management, arbeite man daran, unter anderem mittels Google Gears auch eine Offline-Funktionalität zu bieten.

Was genau Chrome-OS-Netbooks letztendlich wirklich können wird, dürfte sich im Laufe des kommenden Jahres herausstellen. Offenbar strebt Google an, dass erste Geräte vor Weihnachten 2010 auf den Markt kommen. Freilich ist nicht ganz auszuschließen, dass es ein eher träger Start wird - ähnlich wie bei Googles Smartphone-Betriebssystem Android, das Ende 2008 mit dem G1 genau ein Gerät vorweisen konnte.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.chromium.org/chromium-os
http://www.google.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Modularer Supercomputer weltweit geht am Forschungszentrum Jülich in Betrieb
14.11.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Online-Computerspiele verändern das Gehirn
09.11.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte