Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Google-Technologie für alle

23.08.2011
Der Lehrstuhl für Programmierung an der Universität Passau engagiert sich dafür, MapReduce für eine breite Palette von Institutionen und Unternehmen leichter handhabbar zu machen. MapReduce ist das Rechenschema hinter der Technologie von Suchmaschinen wie Google.

„Jedes Mal, wenn ich eine Suchmaschine nutze, bin ich hingerissen von ihrer Fähigkeit, innerhalb von Millisekunden aus einer riesigen Datenmenge Tausende relevante Treffer zu einem bestimmten Schlüsselwort zu finden.“

Was die meisten Menschen ohne viele Gedanken nutzen, identifiziert Prof. Christian Lengauer als bisher mächtigste Umsetzung des Rechenschemas MapReduce, an dem seine Gruppe bereits mitgeforscht hat, bevor Suchmaschinen alltägliches Werkzeug wurden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der Universität Passau nun ein Forschungsvorhaben bewilligt, das an der Fakultät für Informatik und Mathematik von Prof. Lengauer und Dr. Sven Apel koordiniert wird.

Das Projekt mit dem Titel MapReduceFoundation will die Nutzung des Rechenschemas zukünftigen Anwendern erleichtern. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist es, bei der Programmierung mit MapReduce die Typsicherheit zu garantieren. In der Programmierung können sich schnell Fehler in den verwendeten Datenformaten einschleichen. Typsicherheit bedeutet, dass solche Fehler schon während des Programmierens und nicht erst im Betrieb erkannt werden. So können unerwartete Programmabbrüche vermieden werden.

„Obwohl die derzeitig dominierende Programmiersprache Java als typsicher gilt, kann es bei der Programmierung von MapReduce-Berechnungen in Java zu Formatkonflikten kommen, die unerkannt bleiben. Wir entwickeln unter anderem eine Technik, die es ermöglicht, Formatkonflikte vor dem Betrieb zu erkennen, und zwar, ohne den Programmierer zusätzlich zu belasten.“, erklärt Lengauer.

Die Idee von MapReduce ist im Grunde recht einfach. Anwendungen, die sich dafür eignen, sind weit älter als das Internet. „Ein Beispiel ist die Konkordanz der Bibel, die angibt, wie oft Worte oder Phrasen in einer bestimmten Übersetzung vorkommen.“, so Lengauer. Mit dem Schema MapReduce lässt sich dies folgendermaßen formulieren: Zunächst wird jedes Wort im Bibeltext mit einer 1 versehen, die ein einmaliges Vorkommen anzeigt: der Map-Schritt. Danach werden die Vorkommen gleicher Worte aufsummiert: der Reduce-Schritt. Beide Schritte können jeweils auf vielen Prozessoren oder Rechnern hochparallel durchgeführt werden. Durch diese starke Arbeitsteilung steht das Ergebnis viel früher zur Verfügung. „Die Herausforderung besteht darin, dieses simple Prinzip für riesige Datenmengen und eine Palette von Operationen bereitzustellen, den Prozess auf eine Vielzahl von Prozessoren zu verteilen sowie den nötigen Rechen- und Zeitaufwand zu verringern“, erklärt Lengauer. Bisher setzen vor allem Betreiber großer Datenzentren wie Google, Yahoo! und Amazon MapReduce ein. Anwendungspotential besteht aber auch in vielen weiteren Firmen mit einem großen Kundenstamm wie Fluggesellschaften, Banken oder Telefonanbietern, um ihre Daten (Kunden-, Kauf-, Konto- oder Verbindungsinformationen) unter engen Zeitvorgaben (zum Beispiel über Nacht) auswerten zu können. Um die Nutzung von MapReduce einem breiteren Publikum zu erleichtern, müssen jedoch die Programmierhürden gesenkt werden. Hier setzt das Projekt MapReduceFoundation an.

Hinweis an die Redaktionen: Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851 509-1430, oder an Prof. Christian Lengauer, Tel. 0851 509-3070.

Steffen Becker | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-passau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Living: VDE-Institut entwickelt Cloud-basierte interoperable Testplattform
15.02.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht Saarbrücker Informatiker machen „Augmented Reality“ fotorealistisch
15.02.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung